Vaihingen (aa). Der neue Dekan im evangelischen Kirchenbezirk Vaihingen heißt Rainer Zeyher. Am Dienstag wurde der 53 Jahre alte Pfarrer vom Gremium zur Wiederbesetzung der Dekansstelle und der ersten Pfarrstelle in Vaihingen gewählt. „Es war eine sehr eindeutige Entscheidung“, berichtet Karlheinz Mayer (Nussdorf), der als Vorsitzender fungierte. Es standen in der „Endrunde“ noch drei Kandidaten zur Auswahl. Auf Zeyher entfiel bereits im ersten Wahlgang die Mehrheit der 24 Stimmen. Wahlberechtigt waren zwölf Mitglieder des Vaihinger Kirchengemeinderates und zwölf Mitglieder aus dem Kirchenbezirk. Der Schuldekan durfte an der Diskussion teilnehmen, war jedoch nicht stimmberechtigt. Die Kandidaten selbst waren bei dieser entscheidenden Sitzung nicht mehr anwesend. „Es gab ein reges Interesse an der Stelle“, sagt Karlheinz Mayer. Er selbst habe mindestens mit zehn Personen Gespräche geführt. Vaihingen sei ein überschaubarer Kirchenbezirk, habe eine gute Struktur mit allen Schattierungen. Das reize durchaus. Der Nachfolger von Hartmut Leins wurde 1957 in Oberurbach geboren. Derzeit ist er als Pfarrer in Mittelstadt im Dekanat Bad Urach tätig. Nach seinem Vikariat war er bis 2000 gemeinsam mit seiner Ehefrau Annegret Zeyher Pfarrer in Erbstetten (Dekanat Backnang). Danach arbeiten beide als Seelsorger im Alten- und Pflegeheim Kennenburg in Esslingen. Annegret Zeyher ist dort nach wie vor tätig. Ihr Mann hatte 2006 die Projektstelle Altenheimseelsorge übernommen. Das Ehepaar hat zwei Söhne, Julian (22) und Christopher (19). Wann Rainer Zeyher sein Amt antritt, wird in diesen Tagen noch geklärt. Das hängt unter anderem auch vom Umbau des Dekanats ab. „Im Herbst“ ist aus der Pressestelle der Landeskirche zu hören, Karlheinz Mayer hofft auf 1. September oder spätestens 1. Oktober. Die Einsetzung richtet sich dann nach dem Terminkalender des Prälaten. Rainer Zeyher will mit einer freundlichen und offenen Art das Beste nach innen und außen für die Kirchengemeinde und das Dekanat erreichen und ihnen ein evangelisches Profil geben. In dieser Art und Weise hat er sich gegenüber dem Gremium zur Wiederbesetzung ausgedrückt. In den ersten 100 Tagen gehe es um das Zuhören, das Kennenlernen und das Prüfen. Der evangelische Kirchenbezirk Vaihingen ist einer von 50 Kirchenbezirken in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Er bildet für die ihm angehörenden Kirchengemeinden die mittlere Verwaltungsebene und zugleich die Plattform für eine vielfältige regionale Zusammenarbeit. Die 20 Bezirksgemeinden sind vielseitig und unterschiedlich strukturiert. Die Zahl ihrer Gemeindeglieder reicht von rund 450 bis 4000. Auch die geistliche Prägung ist verschieden. In einigen Orten bilden der Pietismus und eine enge Zusammenarbeit mit den landeskirchlichen Gemeinschaften wichtige Pfeiler der kirchlichen Arbeit, anderen Gemeinden ist eine Öffnung der kirchlichen Arbeit für aktuelle Lebensfragen besonders wichtig. „Die Bereitschaft zur Zusammenarbeit zwischen Personen mit verschiedensten Frömmigkeitsstilen und Gemeinden unterschiedlicher Prägung ist gewachsen“, heißt es auf der Internetseite des Bezirks. Folgende Gemeinden gehören zum Bezirk: Aurich, Eberdingen, Ensingen, Enzweihingen, Großsachsenheim, Gündelbach, Häfnerhaslach, Hochdorf, Hohenhaslach, Horrheim, Kleinglattbach, Kleinsachsenheim, Nussdorf, Oberriexingen, Ochsenbach-Spielberg-Häfnerhaslach, Riet, Roßwag, Sersheim, Unterriexingen, Vaihingen (Kernstadt). Zurück zum neuen Dekan: VKZ-Leser haben ihn (unbewusst) schon kennengelernt: Bei einer VKZ-Umfrage war er vor Monaten mal abgebildet.
