Vahiingen/Illingen (aa). Schlaglöcher als Dauerzustand? So fragte am 28. Mai die VKZ in der Überschrift. Gemeint war der Zustand der Bundesstraße 10 bei der sogenannten Vischer-Kurve. Jetzt gibt es offenbar Perspektiven. Zwischen Illingen und Vaihingen sollen noch in diesem Jahr Bauarbeiten gestartet werden. Im Rathaus Vaihingen ist allerdings noch nichts Offizielles eingegangen. Bürgermeister Harald Eiberger hat in der vergangenen Woche im Mitteilungsblatt der Gemeinde Illingen schon mal Hoffnungen geweckt. „Gemeinsam mit unserem Nachbarn aus Vaihingen kämpfen wir für den neuen steigungsarmen Radweg zwischen Vaihingen und Illingen im Schmiebachtal (...) Wir rechnen noch dieses Jahr mit dem Baubeginn.“ Das ist offensichtlich korrekt. Wie inzwischen aus dem Regierungspräsidium Karlsruhe zu erfahren ist, sollen im Herbst die Bagger anrollen, um zunächst die Brücke über den Schmiebach in Höhe des Steinbruchs Sämann abzureißen. Eigentlich sollten die Arbeiten schon im vergangenen Jahr gestartet werden, doch im letzten Moment wurde wohl festgestellt, dass die Vermessungsaufnahmen der Brücke falsch waren, so der Leiter des Baureferats beim Regierungspräsidium in Karlsruhe. Eine neue Überplanung war nötig. Die ist jetzt abgeschlossen. Während des Abrisses und des Neubaus der Brücke wird es eine Behelfsbrücke parallel zum bestehenden Bauwerk geben, damit der Verkehr einigermaßen ungehindert rollen kann. Die neue Brücke wird so gebaut, dass der Radweg, der von Illingen kommend an der Kläranlage vorbei zum Steinbruchgelände verläuft, unter der Brücke weitergeführt und auf der anderen Seite der Bundesstraße 10 bis zur Vischer-Kurve verlängert werden kann. Hier soll eine Fußgänger- und Radfahrerampel installiert werden. Radler können dann entweder das Glattbachtal in Richtung Bahnhof fahren oder den Weg nach Vaihingen beziehungsweise auf den Enztalradweg einschlagen. Im Zusammenhang mit den Baumaßnahmen für Brücke und Radweg kommt auch die Kreuzung B 10/Landesstraße 1125 wieder ins Spiel. „Wir machen da schon seit Jahren rum“, hatte Bürgermeister Wilfried Nestle im Mai gegenüber der VKZ geklagt. Jetzt ist er von einer Zeitungsmeldung überrascht worden. „Wir haben noch nichts Offizielles“, sagt Nestle. „Ich habe gleich eine Mail an die zuständige Stelle abgesetzt. Wir wollen die Pläne mal sehen.“ Die Strecke von der Esso-Tankstelle über die L1125 zum neuen Bahnhof gilt als Westumfahrung von Vaihingen und ist Bestandteil des vom Vaihinger Gemeinderates beschlossenen Verkehrsentwicklungsplanes. Die Trasse ist auch Grundlage für das Durchfahrtsverbot für Lastwagen in der Innenstadt von Vaihingen. Dazu gehört, dass die Knotenpunkte entsprechend ausgebaut sind. Von Vaihinger Seite ist an der L 1125 eine rund 150 Meter lange Rechtsabbiegespur auf die Bundesstraße in Richtung Illingen vorgesehen. Das ist auch Ziel im Illinger Rathaus. Bürgermeister Eiberger: „Je leistungsfähiger diese Einmündung ist beziehungsweise je geringer dort die Wartezeiten sind, desto eher wird die Strecke vom Schwerlastverkehr angenommen.“ Sprich: Dann fahren die Lastwagen vielleicht nicht mehr durch Illingen, um auf die Bundesstraße zu kommen. Die Arbeiten – es wird mit Gesamtkosten von rund einer Million Euro gerechnet – sollen in Segmenten durchgeführt werden. Wenn die Brücke halb fertig ist, sollen auch der Radwegbau und der Umbau der Kreuzung gestartet werden, sagt der Leiter des Baureferats beim RP in Karlsruhe. Gerechnet wird mit einer Bauzeit von etwa neun bis zwölf Monaten. Bis letztlich eine neue Asphaltdecke auf der B 10 ist, wird es wohl Mitte 2011 sein. Wir können eine neue Überschrift formulieren: Schlaglöcher bleiben kein Dauerzustand.
