Neun Filme - und einer sticht besonders heraus
Vaihingen (sv). Freier Himmel, große Leinwand und gutes Rahmenprogramm. Diese drei Stichworte sind die Säulen, auf die Michael Eisinger beim diesjährigen Open-Air-Kino baut. Erneut ist der Pausenhof der Ferdinand-Steinbeis-Realschule Schauplatz des Großereignisses.
Es ist nicht lange her, da war der Vaihinger Marktplatz noch täglich in Fußballstimmung. Seit 11. Juli ist die Weltmeisterschaft 2010 vorbei – und damit auch das Public Viewing in der Enzstadt. Doch viel Zeit zum Entspannen bleibt Organisator Michael Eisinger nicht. Denn der Geschäftsmann feilt schon an der nächsten Veranstaltung unter freiem Himmel. Die Planungen zum diesjährigen Open-Air-Kino, das am Dienstag (10. August) seine Pforten öffnet, laufen auf Hochtouren.
„Nach drei Jahren hatten wir bei der vergangenen Auflage endlich schönes Wetter“, erinnert sich Eisinger gerne zurück. 2009 gab es bei den Filmen „Ice Age 3“ und „Willkommen bei den Sch’tis“ sogar zwei ausverkaufte Vorstellungen. Das weckt Optimismus, auch dieses Jahr neun tolle Kinotage in Vaihingen erleben zu dürfen. „Die Prognosen sagen einen tollen Sommer voraus. Und beim Public Viewing hat es mit dem Wetter ja auch geklappt“, gibt sich der Selbstständige zuversichtlich.
Veranstaltungsort ist wie schon 2008 und 2009 der Pausenhof der Ferdinand-Steinbeis-Realschule gleich hinter der Stadthalle. „Der Hof ist so genial, den geben wir bestimmt nicht mehr her“, schwärmt Eisinger. Er ist vermutlich einer der wenigen, die vom Brand der Realschule im Oktober 2009 profitiert haben. Damals mussten Container im Pausenhof aufgestellt werden.
Die Bäume, die bis dato den Open-Air-Kino-Betrieb zumindest eingeschränkt hatten, mussten den Containern weichen. Eisinger gibt sich als heimlicher Nutznießer zu erkennen: „Jetzt könnte man auch mal mit dem Gedanken spielen, vielleicht Überdachungen zu planen. Auch die Frage, ob man die Leinwand wegen der Bäume neu platzieren müsse, sparen wir uns.“
Eine Überdachung wird es dieses Jahr sicherlich nur als flexible Notlösung geben, falls der August vollkommen ins Wasser fällt. Dafür ist der Crêpewagen wieder mit von der Partie. Der war Anfang des Jahrhunderts noch Stammgast beim Vaihinger Open-Air-Kino und wird nun wieder einen Eierkuchen nach dem anderen zubereiten – die Traditionalisten wird’s freuen.
Hinzu kommt das von Eisinger selbst organisierte Catering. Der Macher möchte sich dabei gerne einmal auf die gezeigten Filme beziehen: „Der Film ‚Friendship!‘ spielt in den USA. Da lassen wir uns sicherlich was Amerikanisches einfallen.“ Erstmals spielt der Vaihinger auch mit dem Gedanken, neben den gewöhnlichen Sitzplätzen und dem Biergarten auch Biertischgarnituren mit Blick auf die Leinwand aufzustellen. Bedarf, will Eisinger beobachtet haben, sei auf jeden Fall da. Insgesamt sollen 800 bis 1000 Leute Platz finden.
Die neun Streifen, die diese Menschenmasse zu sehen bekommt, stehen seit kurzem fest (Programm siehe Außenspalte). Die Auswahl haben die Veranstalter unter anderem den Gästen in spe überlassen. Aus einer Internetabstimmung, an der sich 300 Benutzer beteiligten, gingen die Komödien „Vincent will Meer“, „Friendship!“ und „Sex and the City 2“ als Sieger hervor.
Alles in allem sticht der große Anteil an anspruchsvollen Komödien im Programm ins Auge. „Ich glaube, der Trend ist, dass die Leute im Kino lachen, dabei aber trotzdem niveauvoll unterhalten werden wollen“, erläutert der Organisator.
Dazu kommen die Dokumentation „Unsere Ozeane“, der Animationsfilm „Für immer Shrek“ und „Robin Hood“ aus dem Abenteuergenre. Mit Letzterem möchte der Videothekenbesitzer auch jüngeres Publikum anlocken: „Die sollen sich denken, Open-Air-Kino mit großer Leinwand und unter freiem Himmel ist geil, da gehe ich hin, auch wenn ich mir den Film schon dreimal auf andere Weise beschafft habe.“
Das Programm für Montagabend sticht allerdings heraus. Die Dokumentation „Die vierte Revolution“ handelt von erneuerbaren Energien. Für Eisinger ist es ein Experiment: „Das ist der Versuch, mal was anderes zu zeigen. Bestimmt wird es kein Straßenfeger werden, aber es muss auch mal Platz für so einen Film geben – auch wenn er vielleicht nur 50 oder 100 Leute anlockt.“
