Vaihingen (sv). „Wenn hoch, dann Schmidt“, wirbt die Kappe von Hebebühnenfahrer Mike Cantrell für seinen Arbeitgeber. Richtig hoch hinaus ging es für ihn und einen Heizungsmonteur am Dienstag in der Innenstadt. Für die neue Heizung des Rathauses musste der Kamin saniert werden – und das in luftiger Höhe.
Heizungsräume befinden sich in der Regel im Keller – da könnte man grad auf die Idee kommen, Heizungsmonteur sei der ideale Beruf für alle Handwerker, die nicht schwindelfrei sind. Sven Marquardt kann diese These nicht mehr unterschreiben. Mit Hilfe von Hebebühnenfahrer Mike Cantrell durfte der Heizungsmonteur aus Thüringen gestern das Stadtpanorama von Vaihingen aus 17 Metern Höhe genießen. Immerhin war es seine Aufgabe, den bestehenden Kamin am städtischen Gebäude in der Schlossstraße 1 zu sanieren.
„Die Bestandskamine werden mit Kunststoffrohren ausgestattet, die gegen Kondensat unempfindlich sind“, beschreibt Werner Knauß von der städtischen Hochbauabteilung. Die Maßnahme wurde notwendig, da die Heizung des Rathauses, die sich im Keller des Gebäudes in der Schlossstraße befindet, gegen eine moderne Gasbrennwertanlage ausgetauscht wurde. „Die Abgase der neuen Heizung haben eine niedrigere Temperatur. Dadurch entsteht Kondensat. Die alten Steinkamine würden die dadurch verursachte Feuchtigkeit nicht vertragen“, erklärt Knauß.
Dank der neuen Heizung, sagt der Mann vom Hochbauamt, würden nun auch die städtischen Verwaltungsgebäude die Standards erfüllen. Die modernen Geräte sind mit der Energie-Effizienzklasse A zertifiziert und lassen sich zudem besonders gut regulieren. Dieser Gesichtspunkt ist umso wichtiger, da die neue Heizung, nicht nur in der Schlossstraße 1, sondern auch in den zum Rathaus gehörenden Gebäuden am Marktplatz sowie in der städtischen EDV-Abteilung im Gebäude Am Bergle 2 für warme Temperaturen sorgen soll. „Wenn abends noch Gemeinderatssitzung ist, dann muss zwar der Sitzungssaal geheizt werden, die leeren Büros können aber abkühlen“, verdeutlicht Knauß den Spareffekt.
Um der Stadt beim Sparen zu helfen, ertrug Heizungsmonteur Marquardt sogar das Necken von Routinier Cantrell. „Ein bisschen Angst hat er schon“, plauderte der Fahrer aus dem Nähkästchen. „Na gut, wenn es so hin- und herruckelt“, gab der Monteur zu und wurde von Cantrell umgehend beruhigt: „Angst musst du erst haben, wenn nichts mehr ruckelt.“
