Ludwigsburg (aa). Mit einer „schwarzen Null“ hat die Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises Ludwigsburg (AVL) das Geschäftsjahr 2009 abgeschlossen. Der Jahresüberschuss lag bei 10 939 Euro. Unter Berücksichtigung des Gewinnvortrages von 68 000 Euro ergibt sich ein Bilanzgewinn von 78 748,93 Euro. Der Kreistag hat den Abschluss festgestellt. Die Umsatzerlöse der AVL werden mit 26,6 Millionen Euro ausgewiesen, das Rohergebnis mit 10,1 Millionen Euro. Bereits Ende 2008 waren die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auch in der Abfallwirtschaft spürbar und haben dann zum Jahresanfang 2009 ihren Höhepunkt erreicht. Die Wertstofferlöse, vor allem für das Altpapier, sind bis auf einen Betrag von wenigen Euro je Tonne zusammengebrochen (hiervon ist der Gebührenbereich betroffen) und auch die Anlieferungen auf den Deponien gingen um ein Drittel, später sogar noch weiter, zurück (das betrifft hauptsächlich den privatwirtschaftlichen Bereich). Hier haben sich vor allem die wegen der Krise zurückgestellten Investitionen im Baubereich ausgewirkt. Die Auswirkungen auf die AVL waren auch deshalb so stark, da die Budgetplanung 2009 bereits im Mai 2008 erstellt wurde, also bevor die Krise zu greifen begann. Die Budgetvergleiche der ersten beiden Quartale 2009 haben bereits deutliche Abweichungen erkennen lassen. Ohne ein korrigierendes Eingreifen hätte das in den betroffenen Bereichen zu finanziell deutlich negativen Ergebnissen geführt. Auf dieser Ausgangsbasis hat die AVL-Geschäftsführung noch vor der Sommerpause 2009 eine Ausgabensperre verhängt und von allen Mitarbeitern in deren Zuständigkeitsbereich Einsparvorschläge angefordert. Quer durch alle Leistungsbereiche wurden, sowohl bei den Invesittionen als auch im laufenden Geschäft, sämtliche Ausgaben auf den Prüfstand gestellt. Was nicht unbedingt im Jahr 2009 erforderlich war, wurde gestrichen oder in die Folgejahre verschoben. Entsprechend wurde hinsichtlich der für das Jahr 2010 geplanten Maßnahmen und Beschaffungen vorgegangen. Ein Ergebnis davon war die Fortschreibung des Budgets 2010 bereits im Herbst letzten Jahres. Dabei ist es gelungen, alle Mitarbeiter mit ins Boot zu holen und Verständis für die Notwendigkeit der in vielen Fällen unpopulären Maßnahmen zu wecken. Der Jahresabschluss 2009 zeigt in vielen Punkten, dass mit Hilfe der entschlossenen Ausgabenkritik eine „schwarze Null“ Erreicht werden konnte. Der Gebührenbereich musste durch die regelrecht zusammengebrochene Erlössituation bei den Wertstoffen mit etwa 1,2 Millionen Euro weniger Erlösen auskommen. Dass trotzdem der Zuweisungsbedarf noch leicht unterschritten werden konnte, spiegelt den Erfolg der umgesetzten Maßnahmen wider. „Die Zahlen des Jahresabschlusses und der Bericht über die Betätigungsprüfung bestätigen die trotz schwieriger Rahmenbedingungen immer noch vergleichsweise gute Entwickung der AVL sowie der Abfallwirtschaft des Landkreises insgesamt“, sagt AVL-Geschäftsführer Dr. Utz Remlinger. Der Landkreis Ludwigsburg befinde sich auch im regionalen und landesweiten Vergleich auf einem betriebswirtschaftlich günstigen und konkurrenzfähigen Preis-Leistungs-Niveau. „Das gilt vor allem dann, wenn man die im Preis enthaltenen umfangreichen Serviceleistungen mit berücksichtigt.“ Seit dem Jahr 2005 sind die Mülldeponien am Lemberg bei Poppenweiler und Burghof bei Horrheim geschlossen und werden Zug um Zug zurückgebaut, beziehungsweise kleine Restflächen am Burghof noch verfüllt. Für die Nachsorge aller Deponien sind noch über Jahrzehnte hinaus Millionenbeträge nötig, für die Rückstellungen gebildet werden müssen. Laut einem Gutachten muss der Landkreis Ludwigsburg voraussichtlich 53 Millionen Euro aufwenden, um beide Deponien am Ende der Laufzeit in einem Zustand zu hinterlassen, der für die Nachwelt nicht zur Dauerbelastung wird. Auch die AVL wird noch einmal 18,7 Millionen Euro bereistellen müssen, um die privatwirtschaftlich betriebenen Teile am Burghof (Inertdeponie) und am Froschgraben geordnet zu schließen.