Mittwoch, 23. Mai 2012

Gewinner der Solarkreismeisterschaft




Flaig (rechts) übergibt eine Urkunde. Foto: Rücker
Flaig (rechts) übergibt eine Urkunde. Foto: Rücker

Besigheim (p/sr). Seit sieben Jahren treten im Landkreis Ludwigsburg Gemeinden gegeneinander an. Gewinner ist die Kommune, die in der jeweiligen Kategorie die meisten Sonnenstrahlen einfängt und in nutzbare Energie wandelt. Sachsenheim sicherte sich in diesem Jahr Platz 1.
 Als der Ableger der Solarbundesliga im Jahr 2003 zum ersten Mal im Landkreis Ludwigsburg an den Start ging, war der Andrang noch überschaubar. Nur ein Viertel aller Kreiskommunen machte bei dieser ersten Solarkreisliga mit. Inzwischen sind es 34 der 39 Ludwigsburger Gemeinden.
Am 14. Juli fand nun in Besigheim die diesjährige Preisverleihung statt. Hessigheim bleibt Dauersieger in der Solarkreisliga des Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Deutschen Umwelthilfe (DUH). In der Druckerei Brett in Besigheim nahm Hessigheims Bürgermeister Günther Pilz die Siegerurkunde entgegen. Auf den Plätzen 2 und 3 in der Kategorie der Gemeinden unter 10 000 Einwohner landeten Löchgau und als Neueinsteiger Murr. Oberriexingen belegte Platz Nummer 8. In der Wertung über 10 000 Einwohner sprang Sachsenheim überraschend an Markgröningen und Besigheim vorbei auf Platz 1, Vaihingen belegte den 4. Platz.
Um den Konkurrenten um die meisten Fotovoltaik- und Solarwärmeanlagen pro Einwohner einen zusätzlichen Anreiz zu geben, prämierte der Kreisverband des BUND dieses Jahr erstmals in einer dritten Kategorie: Die Kommunen mit der größten Zunahme an Kollektorflächen seit dem letzten Jahr. Sieger in dieser Kategorie wurde Löchgau vor Sachsenheim und Mundelsheim. Aber auch die anderen Teilnehmer-Kommunen, die nicht auf dem „Treppchen“ landeten, können sich nach Ansicht des BUND-Solarbeauftragten Gustav Bächler als Sieger fühlen. „Sie tragen zu mehr Klimaschutz und zu einer nachhaltigen Energieversorgung bei, die mit einer hohen Wertschöpfung im örtlichen Handwerk verbunden ist“, lobte Bächler.
Der BUND-Kreisvorsitzende Stefan Flaig sieht die Potenziale der Solarenergie noch lange nicht ausgeschöpft: „Nach einer aktuellen Studie des Bundesumweltministeriums hatten die erneuerbaren Energien im Jahr 2005 einen Anteil von zehn Prozent an der Stromproduktion. Heute sind wir bereits bei 17 Prozent. Und schon im Jahr 2020 können wir laut Studie fast 40 Prozent erreichen.“ Noch schneller ginge es, wenn die Politik nicht länger an der Atomkraft festhalte. Die Atomkraft sei keine „Brücke“, sondern ein Bremsklotz, der den notwendigen Umbau der Stromnetze und die Investitionen in die nachhaltige Energieversorgung behindere, betonte Flaig. Nicht umsonst sprächen sich die Stadtwerke in Deutschland gegen die Laufzeitverlängerung aus. Längere Laufzeiten hätten für die Bürger keinerlei Vorteile - weder durch einen billigen Strompreis noch durch mehr Arbeitsplätze oder durch eine größere Versorgungssicherheit. „Es profitieren ausschließlich die Aktionäre der vier großen Stromkonzerne“, so Flaig. Umso mehr sollen die Kommunen des Kreises auf ihrem Weg weitermachen und ihre Bürger zur Neuinstallation von noch mehr Solaranlagen ermuntern.
Auf dass schon bald der Kreis Ludwigsburg sich in der bundesweiten Kreiswertung von Platz 21 auf Platz 1 schiebt. „Die Teilnahme ist unkompliziert“, weiß Gustav Bächler. Jeder kann die neuesten Daten an die Solarbundesliga melden, egal ob Gemeinde, Solarverein, Installateur oder kommunaler Energieversorger.
www.solarbundesliga.de




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