Mittwoch, 23. Mai 2012

Expansion in Sersheim




ArcelorMittal baut derzeit eine neue Halle in Sersheim. Foto: Bögel
ArcelorMittal baut derzeit eine neue Halle in Sersheim. Foto: Bögel

Sersheim (ub). „Der Standort Sersheim ist unverzichtbar für den Konzern“, sagt Herbert Josten, Direktor Personal und Verwaltung bei ArcelorMittal – Stainless Service Germany GmbH. 21,4 Millionen Euro investiert der Stahlhersteller in das Service-Center für rostfreie Edelstahlflachprodukte in der Maybach- und Dieselstraße.
 Nach dem Business-Plan 2012, so die offizielle Überschrift, wird das bestehende Areal an der Maybachstraße deutlich erweitert. Aktuell läuft der erste Bauabschnitt, wo auf der ehemaligen Porschestraße (hier wurde ein Zimmermannsbetrieb erworben und abgerissen) eine knapp 4000 Quadratmeter große Halle, ein sogenanntes Coillager, angedockt wird. Bis Februar soll hier die Produktion aufgenommen werden.
In einem zweiten Bauabschnitt, der in den nächsten zwei, drei Jahren ansteht, will ArcelorMittal (früher RCC) die bestehende Produktionsstätte in Richtung Kleinglattbach um weitere 3000 Quadratmeter erweitern. Zu diesem Schritt gehört auch die Anbindung durch einen Kreisverkehr auf die Vaihinger Straße.
„Ein klares Signal an die
Kommune und die Mitarbeiter“
Standortleiter Thorsten Rheinthal
„Damit ist der Standort Sersheim und die Arbeitsplätze sicher“, versprechen Josten und Thorsten Rheinthal, Standortleiter in Sersheim. „Die Investitionen sind ein klares Signal an die Kommune und die Mitarbeiter.“
Bereits der Wirtschaftskrise konnte das Sersheimer Service-Center – aktuell 130 Beschäftigte, davon 50 im kaufmännischen Teil von Vertrieb und Verwaltung – nach eigenen Angaben trotzen. Personalabbau und Kurzarbeit seien kein Thema gewesen. Der Konjunktureinbruch 2008 hat die Expansionspläne von ArcelorMittal in Sersheim trotzdem berührt. „Der Konzern ist schon auf die Bremse getreten und das Sersheimer Konzept musste neu überdacht werden“, sagt Personaldirektor Josten im VKZ-Gespräch. Im Jahr 2004 gab es bereits konkrete Pläne, auf 35 000 Quadratmetern acht Hallen zu bauen, die die bestehenden Standorte in der Dieselstraße und in der Maybachstraße verknüpfen. Doch davon hat der mittlerweile weiter wachsende Konzern (RCC wurde 1979 in Sersheim gegründet, 1997 Verkauf an den französischen Konzern Ugine, 2002 Fusion mit Arcelor) Abstand genommen.
Mit dem Businessplan 2012 verschwindet vor allem das Nadelöhr in der Zeppelinstraße. In einer angemieteten Halle war das Versandgeschäft von ArcelorMittal untergebracht. Durch den regen Lastwagenverkehr kam es in der öffentlichen Straße immer wieder zu gefährlichen Situationen. Insgesamt verzeichnet das Service-Center täglich rund 120 Lkw-Bewegungen. Der Versand wird hier aufgegeben, der Mietvertrag ist gekündigt.
Erworben wurde dagegen ein Grundstück an der Ecke Industrie-/Zeppelinstraße. Hier entsteht ein Auffahr- und Stellplatz für alle Lastwagen. Diese werden dann aufgerufen zur Anfahrt in die Maybachstraße. Später soll dann die Abfahrt über den Kreisverkehr in der Vaihinger Straße erfolgen. Alle notwendigen Grundstücke wurden nach Firmenangaben bereits 2008 gekauft.
Aus Belgien und Frankreich wird der Stahl nach Sersheim geliefert, in zehn Anlagen entstehen hier Bleche (quergeteilt) und Bänder (längsgeteilt) aus Edelstahl. Benötigt werden die Produkte aus Sersheim in der Großküchentechnik, Bauverkleidungen, Wasserleitungstechnik oder bei der der Automobilindustrie.
„Auch für Dacheindeckung und -entwässerung spielen spezielle Oberflächenausführungen eine bedeutende Rolle, zum Beispiel für eine reflexarme Optik oder zur Verbesserung der Lötfähigkeit, wie von ArcelorMittal Stainless Service Sersheim entwickelt“, heißt es in einer Mitteilung der Informationsstelle Edelstahl Rostfrei zur Messe Bau 2009 in München.
Nach einer Erweiterung im Jahr 1999 steht jetzt im ersten Bauabschnitt eine weitere Expansion in der Maybachstraße an. Auf dem Gelände der ehemaligen Zimmerei in der Porschestraße laufen die Arbeiten für eine neue Halle. Davor wird ein ebenerdiges Bürogebäude erstellt, das künftig die kaufmännischen Abteilungen Standortleitung, Arbeitsvorbereitung und Qualitätssicherung von der Dieselstraße beherbergen soll. Auch eine zusätzliche Maschine für die Blechherstellung im Wert von rund zwei Millionen Euro ist bereits bestellt. Der Versandbereich wird in der Maybachstraße integriert.
Vom Konzern noch nicht
endgültig grünes Licht
Für den nächsten Bauabschnitt in Richtung Kleinglattbach liegen die Pläne fix und fertig in der Schublade, die Genehmigungen sind erteilt. „Wir haben aber vom Konzern noch nicht endgültig grünes Licht“, sagt Josten von der Zentrale Erkrath.
Der Standort in der Dieselstraße bleibt nach wie vor bestehen, doch der Schwerpunkt liegt künftig eindeutig in der Maybachstraße. „Hier haben wir dann einen optimalen Produktionsdurchlauf“, weiß der Sersheimer Standortleiter Thorsten Rheinthal. Und eine Entzerrung der „extremen Verkehrssituation“ in de8r Zeppelinstraße.
ArcelorMittal strebt in Sersheim einen Drei-Schicht-Betrieb an. Josten: „Durch die neue Maschine wird zwangsläufig eine Personalaufstockung mit einhergehen.“




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