Vaihingen (ub). Die Schlagwörter machen Lust auf mehr: Biergarten, Bootsverleih, Enzquerung mit dem Floß, ein Stadtgarten, Uferpromenade, ein Rastplatz für Radfahrer und Wanderer, eine Fußgängerbrücke über die Bundesstraße 10 hinter der neuen Kampfbahn Typ C.
Gestern Abend hat der Stadtteilausschuss bei seiner Sitzung im Vaihinger Rathaus den Rahmenplan für das Gebiet Egelsee, Köpfwiesen und Gemeindewiesen diskutiert. Allerdings ist dieser Rahmenplan nur ein Vorentwurf, dessen Umsetzung auch vom fehlenden städtischen Eigentum abhängt. In der kommunalpolitischen Diskussion sollen aber die grundsätzlichen Entwicklungen in den drei Bereichen festgezurrt werden: Was passiert mit den Köpfwiesen? Wie viele Kleingärten soll es geben, soll ein Stadtpark angelegt werden? Im Egelsee sind die weitere Entwicklung der Verkehrswacht entscheidend und wie das Gelände der ehemaligen Gärtnerei Weller (Einrichtungen CJD, Bauhof, Kindergarten, Behelfsbauten für Obdachlose) künftig genutzt wird. Bei den Gemeindewiesen ist die zentrale Frage, wie mit dem Häckerareal umgegangen wird.
Naturnaher Freiraum
für die Erholung
Als Ziel für den Bereich Gemeindewiesen (der Bereich westlich der Enz zwischen Seemühle und Enzbrücke Vaihingen) wird im Rahmenplan der naturnahe Freiraum für die Erholung genannt. Im Bereich der Wohnbebauung Im Holzgarten soll es keine weitere bauliche Entwicklung geben. Bauliche Anlagen (sollte beispielsweise die Hautleimfabrik aufgegeben werden) sollen zurückgebaut werden. Auch bei der Reitanlage sind keine weiteren baulichen Erweiterungen festgeschrieben.
Der Bereich Köpfwiesen wird als siedlungsnaher Freizeitraum der Altstadt gesehen. Drei grundsätzliche Entwicklungen umreißt hier der Rahmenplan: Umgestaltung zu einem Stadtpark mit weitgehendem Verzicht der Gartennutzung, Beibehaltung der Gartennutzung mit stärkerer Öffnung für die Bürger oder eine Kombination aus Stadtpark und Gartennutzung. Als konkrete Maßnahmen werden im Rahmenplan der Ausbau und die Verbesserung des Fußwegenetzes diskutiert. So könnte beispielsweise der Dammweg teilweise verbreitert werden. Im Bereich der Fläche, wo der „Kultursommer“ stattfindet, könnte ein Stadtpark geschaffen werden. Auch ein Biergarten ist hinter dem Parkhaus Köpfwiesen in den Planungen skizziert.
Beim Bereich Egelsee ist die vorrangige Funktion im siedlungsnahen Freizeitraum zu sehen. An der Zielsetzung „Sport- und Freizeitzentrum“ soll festgehalten werden. Bei den einzelnen Maßnahmen ist der Ausbau des Fußwegenetzes aufgelistet: eine Enzbrücke im südlichen Egelseegelände sowie eine Fußgängerbrücke über die Bundesstraße 10 im Bereich der geplanten Kampfbahn (Anbindung Hammelrain). Der Standort für die Kampfbahn C westlich des Freibades wurde vom Gemeinderat bereits beschlossen. Nach der Errichtung der Kampfbahn (abhängig von der finanziellen Situation) könnte die Rekultivierung des Sportplatzes erfolgen. Die Nutzungen der ehemaligen Gärtnerei Weller sollen verlagert werden; hier ist auch eine Abflachung des Enzufers angedacht. Im Gespräch ist hier ein Info- und Aufenthaltsbereich für Radfahrer und Wanderer. Weitere Punkte im Rahmenplan: Verbreiterung der Walter-de-Pay-Straße, Lärmschutzwall und weitere Eingrünung entlang der B 10, Skateranlage im Bereich des alten Verkehrswachtgebäudes sowie eine Bouleanlage beim Spielplatz südlich des Rondells.
Bei der Enz einschließlich Uferbereich ist die ökologische Funktion im Vordergrund. Bei der großen Enzinsel steht im Rahmenplan Erwerb, Umnutzung zum Biergarten, Bootsverleih und teilweise Rekultivierung. Zwischen der Auricher Straße und der Mühle Auch ist von einer Treppe in die Enz die Rede, von Sitzstufen, von einer Uferpromenade. Beim alten Badplatz könnte ein Badesteg gebaut werden, zwischen den Gemeindewiesen und den Köpfwiesen südlich der kleinen Enzinsel („Robinsoninsel“) könnte ein Floß zur Überquerung installiert werden.
Das Konzept stellt zunächst eine „Idealplanung“ dar. Die Umsetzung der verschiedenen Maßnahmen hängt von den finanziellen Möglichkeiten, den Eigentumsverhältnissen und der planerischen Umsetzbarkeit (Umweltbelange) ab. Die Fraktion der Grünen startete in der Vergangenheit bereits mehrere Anläufe für die Überplanung des Gebiets zwischen Bundesstraße und Enz, Egelsee, Gemeindewiesen und Köpfwiesen. Im Februar/März 2010 wurde ein Antrag der Grünen, einen Bürgerbeteiligungsprozess zu initiieren, erörtert. Es wurde beschlossen, über das weitere Vorgehen erst nach Vorlage eines Grobkonzeptes zu beraten.
Der Rahmenplan wird am 28. Juli im Gemeinderat diskutiert.
