- OB Maisch tauft den ICE. Foto: Bögel
Vaihingen (ub). Um 10.10 Uhr bekam der ICE Einfahrt auf Gleis eins des Vaihinger Bahnhofs. Mit Musik und viel Publikum wurde der Hochgeschwindigkeitszug am Samstag begrüßt. Ein Zug, der den Namen der Stadt in Deutschland und Österreich bekannt macht.
Im Vaihinger Bahnhof fand am Samstagvormittag die einzige Zugtaufe im Land in diesem Jahr statt. Der Vaihinger Oberbürgermeister Gerd Maisch und der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn AG für das Land Baden-Württemberg, Werner Klingberg, tauften den ICE T auf den Namen „Vaihingen an der Enz“. Der Zugname ist zusammen mit dem Stadtwappen auf dem Fahrzeug an den Zugenden jeweils auf beiden Seiten angebracht. Damit erhält die getaufte ICE-Einheit einen festen Namen.
Regelmäßig hat die Stadtverwaltung Vaihingen die Bahn angeschrieben und um einen entsprechenden Zugnamen gebeten. „Jahrelang hat es keine Zugtaufe gegeben, aber wir sind trotzdem am Ball geblieben. Mit Erfolg“, freute sich Martina Fischer, Sprecherin der Stadt Vaihingen. „Wir sind mächtig stolz, Pate eines ICE zu werden“, sagte Oberbürgermeister Gerd Maisch.
Der ICE T mit dem Namen „Vaihingen an der Enz“ ist bundesweit unterwegs. Auch nach Österreich führt die Route des 230 Kilometer schnellen Hochgeschwindigkeitszuges, der 2004 in Betrieb genommen wurde. 376 Passagiere finden hier in der ersten und zweiten Klasse Sitzplätze, die Einheit aus sieben Wagen ist 185 Meter lang und wird von 5400 PS angetrieben. Am Tag legt der Vaihinger Patenzug 1500 Kilometer zurück, im Jahr rund eine halbe Million Kilometer.
20 Züge im Südwesten sind bereits mit Städtenamen unterwegs, am Samstag fand in Vaihingen die 21. Zugtaufe statt. „Dieser komfortable Zug der neuesten Generation wird ein guter Botschafter für die Stadt sein“, ist sich Konzernbevollmächtigter Werner Klingberg sicher. Vaihingen sei ein Vorzeigebahnhof, der den Fern-, Regional- und Nahverkehr optimal verknüpfe. „So stand Vaihingen ganz oben auf der Liste bei uns.“ Klingberg versprach am Samstag, dass ab dem Fahrplanwechsel zwischen Karlsruhe und Stuttgart die modernen Doppelstockwagen verkehren und damit eine Entlastung bringen würden.
„Diese Zugtaufe ist eine Auszeichnung für unsere Stadt“, freute sich OB Gerd Maisch. Das Stadtoberhaupt erinnerte an die Proteste und die Eröffnung des Bahnhofs im Jahr 1990. „Die Stadt Vaihingen hat durch den Bahnhof eine sensationelle Entwicklung genommen.“
Trotz der drückenden Schwüle kamen am Samstagmorgen über 200 Besucher zu der Zugtaufe. In vorderster Reihe auch Bundestags-, Europa- und Landtagsabgeordnete. Mit einer wahren Sektfontäne wässerte OB Maisch dabei den Zug ein. Die Besucher zogen ein gesittetes Gläschen Sekt vor – mit Klängen der CJD Jugendmusikschule Schloss Kaltenstein.