Vaihingen (aa). Wesentlich teurer als geplant wird die Sanierung des Schulhofs am Friedrich-Abel-Gymnasium in Vaihingen. Es sind Kosten von 482 443,90 Euro aufgelaufen. Insgesamt summieren sich Mehrkosten von 45 259 Euro. „2011 wird es mit Sicherheit auch nicht billiger“, meinte der recht geknickte Tiefbauamtsleiter Matthias Röser, als er am Mittwoch im Gemeinderat um die Zustimmung für den zweiten Bauabschnitt bat. „Es ist nicht ideal gelaufen“, gestand Röser unumwunden ein. „Auch mir hat es keinen Spaß gemacht.“ Ein klein wenig Trost bekam er von Oberbürgermeister Gerd Maisch: „Es ist derzeit sehr schwer, die Kosten zu kalkulieren, vor allem, wenn die Arbeiten in den Schulferien ausgeführt werden müssen.“ Es habe heftige Diskussionen in der Fraktion gegeben, machte Eberhard Zucker (Freie Wähler, Vaihingen) deutlich. Man sei alles andere als glücklich, „doch jetzt gibt es wohl keine Alternativen mehr“. Prof. Gustl Lachenmann (FDP, Vaihingen) wunderte sich über die Entwicklung, „da wir doch einen Planer haben“. Ja, mit dem werde man sicher auch sprechen müssen, meinte Matthias Röser. Bürgermeister Wilfried Nestle: „Ich kann den Unmut verstehen. Die Verwaltung kann sich nicht aus der Verantwortung ziehen.“ Der erste Bauabschnitt, durchgeführt im vergangenen Jahr, war mit 100 000 Euro veranschlagt worden. Damals stellten sich unter anderem statische Probleme heraus, es gab Mehrkosten durch Markierungsarbeiten und Fahrradständer. Beim zweiten Abschnitt wurde im März der Terminplan festgelegt. Hierbei wurden sinnvoll ergänzende Arbeiten wie Zufahrtswege zu Mülleimern, zur Hausmeisterwerkstatt und Gehwege im Eingangsbereich mit geschätzten Kosten in Höhe von 50 000 Euro eingeplant. Bei diesen Arbeiten sind je nach Ausbau des Bestandes Einsparungen von rund 10 000 Euro möglich. Bei der Ausschreibung der Treppe mussten allerdings „Vergabeverluste“ in einer Größenordnung von 45 000 Euro geschluckt werden (die VKZ hat berichtet). Zum Abschluss der Baumaßnahmen müssen für Gewerke wie Pflanzarbeiten, Beleuchtungsarbeiten, Absturzsicherungen und Planungskosten nochmals 50 000 Euro eingeplant werden. Die Summe aller Arbeiten beträgt unterm Strich 482 443,90 Euro. Die jetzt an die Firma Lutz Krieg (Möglingen) vergebenen Arbeiten haben eine Summe von 234 122,88 Euro (das teuerste der nach einer beschränkten Ausschreibung eingegangenen Angebote endete bei 329 490 Euro). Da nur noch 189 495 Euro zur Verfügung stehen, entsteht der Fehlbetrag von rund 45 000 Euro. Vorschlag zur Deckung: Der eigentlich ebenfalls in diesem Jahr geplante Ausbau des Fußwegs von der Köszeger Straße zur Realschule wird nicht gebaut. Hierfür waren 50 000 Euro im Haushalt eingestellt gewesen. Drei Stadträte enthielten sich bei der Abstimmung.
