Donnerstag, 09. Februar 2012

Kein Spielplatz im Hummelberg




Diesen Spielplatz würde die Interessengemeinschaft gerne reaktiviert sehen. Foto: Elsässer
Diesen Spielplatz würde die Interessengemeinschaft gerne reaktiviert sehen. Foto: Elsässer

Illingen (elf) – Bereits vor Jahren hat der Illinger Gemeinderat ein Spielplatzkonzept beschlossen, das unter anderem den Rückbau des Spielplatzes in der Franz-Schubert-Straße im Wohngebiet Hummelberg vorsah. Jetzt bildete sich eine Interessengemeinschaft, die das kleine Plätzchen für ihre Kinder erhalten möchte.
Eigentlich hätte SPD-Fraktionsvorsitzender Klaus Kluge das Thema gerne in der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend unter dem Tagesordnungspunkt „Sonstiges“ angesprochen. Doch entgegen der üblichen Gewohnheit stand der Punkt dieses Mal nicht auf dem Tapet. Sehr zum Ärger von Kluge, der in der Gemeindeordnung blätterte und den Antrag zur Abstimmung stellte, den Punkt kurzfristig auf die Tagesordnung zu nehmen. „Die Tagesordnung legt der Bürgermeiser fest“, belehrte ihn Schultes Harald Eiberger und wies darauf hin, dass er dem Antrag sogar widersprechen müsste, wenn er im Gremium eine Mehrheit fände. Dem war aber nicht so, die Tagesordnung blieb wie sie war. Im Gespräch mit unserer Zeitung klärte Harald Eiberger auf. Öffentliche Punkte seien laut Schutz- und Transparenzvorschrift in einer angemessenen Zeit – üblich sei eine Woche – öffentlich bekannt zu geben Folglich könne während einer Gemeinderatssitzung die Tagesordnung nicht ergänzt werden.
Was Klaus Kluge ansprechen wollte, war der Wunsch der Interessengemeinschaft Pro Kinderspielplatz Franz-Schubert-Straße, den Spielplatz auf dem Hummelberg wieder herzustellen. „Es ist eine Schande, wie verwahrlost der Platz ist“, schimpfte Kluge nach der Sitzung. Die Spielplatz-Aktivisten hätten eine Brief angefertigt, in dem sie ihr Anliegen dem Bürgermeister vortragen. Das Areal sei zu einem Schandfleck verkommen, den es zu beseitigen gelte. Außerdem seien in den letzten Jahren viele Kinder geboren worden, die allesamt im Wohngebiet Hummelberg leben. Der benachbarte Bolzplatz sei für kleine Kinder zum Spielen nicht geeignet. Außerdem sei der inzwischen verwahrloste Spielplatz „im Bebauungsplan nicht ohne Grund ausgewiesen“ und von den Bewohnern des Wohngebiets bezahlt worden. „Da mittlerweile immer mehr jüngere Bewohner ansässig werden, ist ein gut ausgestatteter Spielplatz zwingend notwendig“, heißt es in dem mit zahlreichen Unterschriften versehenen Schreiben an den Bürgermeister.
Der hatte gestern Nachmittag noch keine Kenntnis davon und erinnerte an das vom Gemeinderat vor wenigen Jahren verabschiedete Spielplatzkonzept. Kleine und nicht mehr benutzte Spielflächen sollten zurückgebaut und einer neuen Nutzung zugeführt werden. Die Erlöse daraus sollten der Attraktivitätssteigerung anderer Spielplätze zugeführt werden. Ein Beispiel dafür sei der Spielplatz im Eichwald neben der katholischen Kirche, in den viel Geld investiert worden sei. In Schützingen werde man ebenfalls Geld für einen Spielplatz bei der Schule in die Hand nehmen. Außerdem gebe es auch noch Pläne für einen Spielplatz in der Talaue. Den Platz in der Franz-Schubert-Straße, der im Besitz der Gemeinde Illingen ist, wollte man laut Spielplatzkonzeption zurückbauen, weil es sich dabei ohnehin nur um einen von Hecken umgebenen Sandkasten handele. Es sei schwierig, so der Schultes, in jedem Wohngebiet ein umfassendes Angebot zur Verfügung zu stellen. Außerdem sei es ja nicht so, dass der Gemeinderat mit der Planierraupe alles platt machen wolle. Doch entsprechend eines bereits gefassten Beschlusses „wird es dort keinen Spielplatz mehr geben“, so Eiberger. Das verwahrloste Aussehen des Platzes solle aber kein Dauerzustand sein.




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