Kinder ernten Dinkel bei Großbäckerei Katz
Vaihingen (elf) – Wer sät, muss auch ernten. Dies sagte sich Adolf Katz, Inhaber der Großbäckerei Katz in Vaihingen. Er ließ im November 2008 vor der Backstube in der Planckstraße Schul- und Kindergartenkinder auf einem Demonstrationsfeld Dinkel-Saatgut aussäen. Jetzt sind die Pflanzen reif geworden und konnten gemeinsam mit den Kindern geerntet werden.
Mit Spaß und Arbeitseifer machten sich die die Kinder des Franck-Kindergartens und die Klasse 3b der Schlossbergschule damals ans Werk und brachten das Dinkelkorn auf dem rund 25 Quadratmeter großen Demonstrationsfeld aus. Dass sie damals ihre Arbeit gut gemacht haben, bescheinigte ihnen nun Landwirt Gerhard Walter aus Geißelhardt von der Erzeugergemeinschaft Hohenloher Höfe und Lieferant von Adolf Katz. „Schön habt ihr das ausgesät. Der Dinkel steht schön gleichmäßig“, lobte Walter.
Da es ja keinen Sinn machte, das kleine Feld mit dem Mähdrescher abzuernten, rückte Gerhard Walter gemeinsam mit seinem Landwirtskollegen Alfred Baumann dem Getreide mit der Sense zu Leibe. Mit sauberen Schwüngen und unter den neugierigen Blicken der Kinder mähten sie das Feld ab und banden die Halme zu Garben zusammen. Klar, dass dabei auch die Kinder mithelfen durften. Anschließend wurden die Garben zu Garbenhäuschen zusammengestellt. Diese müssen nun drei bis sieben Tage – je nach Wetterlage – so stehenbleiben, ehe der Dinkel gedroschen und weiterverarbeitet werden kann. Als kleines Andenken durften die Kinder ein Ährensträußchen mit nach Hause nehmen, die Waldtraud Hartmann, Gattin von Alfred Katz, mit den Kindern schnürte.
„Dinkel ist die Urform des Getreides“, erzählte Adolf Katz den Kindern. Gleichzeitig sei es das gesündeste Getreide. Dinkel könne auch auf nährstoffarmem Boden gut wachsen und sei sehr widerstandsfest, war zu erfahren. Dafür sei der Ertrag um ein Viertel geringer als beim Weizen. Dieser sei aus dem Dinkel heraus gezüchtet worden. Bei schlechter Witterung seien die Bauern einst gezwungen gewesen, den Dinkel zu ernten, als die Körner noch saftig und weich waren. Dieser Grünkern, wie man den zur Teigreife geernteten Dinkel nennt, sei anschließend geröstet und dann gemahlen worden. Viel Wissen, das gestern nicht nur den Kindern vermittelt wurde. Adolf Katz ergriff die günstige Gelegenheit gleich beim Schopf und zeigte den geernteten Dinkel gleich seinen Auszubildenden.
