Mittwoch, 23. Mai 2012

Roßwags Rektorin Elke Alberts verabschiedet




Elke Alberts wurde von OB Gerd Maisch (von links), Schulamtsdirektor Michael Karle und Ortsvorsteher Hans-Dieter Eisinger verabschiedet. Foto: Elsässer
Elke Alberts wurde von OB Gerd Maisch (von links), Schulamtsdirektor Michael Karle und Ortsvorsteher Hans-Dieter Eisinger verabschiedet. Foto: Elsässer

Roßwag (elf) – Ganz ohne Tränen konnte der Tag gestern nicht verlaufen. Diese flossen reichlich bei der Verabschiedung von Elke Alberts aus dem Schuldienst. Sie war 39 Jahre lang Leiterin der Roßwager Grundschule und geht nun in den Ruhestand. Bei einer Feier in der Sport- und Kulturhalle stellte sie mit Madeleine Müller auch gleichzeitig ihre Nachfolgerin vor.
Schulamtsdirektor Michael Karle war sich sicher, dass die scheidende Elke Alberts „zwei sagenhafte Rekorde“ aufgestellt hat – nach acht Wochen Schulleiterin werden, und das gleich 39 Jahre lang. „Man könnte sagen: Alle Achtung“, meinte Karle. Dies traf auch auf das Programm zu, das umfangreich wie selten bei einer Abschiedsfeier war. Zahlreiche Grußworte, Gesang- und Musikvorträge sowie verschiedene Überraschungen für die Rektorin sorgten für ein den Nachmittag füllendes Programm.
Elke Alberts sei die Karriereleiter geradezu hinaufgeflogen, stellte Karle fest, attestierte ihr allerdings im Nachhinein sein kollegiales Mitgefühl. Schließlich sei die Berlinerin zu Beginn ihrer Zeit in Roßwag „isoliert und zwischen den Stühlen“ gewesen. Der Schulamtsdirektor nannte zwei Stärken von Alberts als Grundlage ihrer Arbeit in Roßwag: „Sie identifizierten sich mit ihrer Schule und ihrem Ort und sie lebten für die Schule und ihre Kinder.“ Elke Alberts sei für die Roßwager Schule ein Segen gewesen. Die Schule im Dorf sei nicht von sich aus ein Erfolgsmodell. Sie erfordere viel Engagement der jeweiligen Schulleiter. Elke Alberts sei kein Einsatz und kein Wochenende zu viel gewesen. Darüber hinaus habe sie stets versucht, ihre Kompetenzen per Fortbildungs-Lehrgänge zu erweitern. Michael Karle machte „eine positive und wertschätzende Atmosphäre gegenüber jedem Kind an der Schule aus“. Die Kinder an der Roßwager Schule würden merken, dass man es dort gut mit ihnen meint. Die Rektorin habe sich um die Schule sehr verdient gemacht. Karle: „Wir lassen Sie sehr ungern ziehen.“
Dass sich Elke Alberts so lange in Roßwag wohl gefühlt hat, habe mit Sicherheit auch an der schönen Landschaft und den tollen Menschen dort gelegen, meinte Oberbürgermeister Gerd Maisch. Mit ihrem Einsatz habe sie mit dazu beigetragen, „dass an der Schule vor Ort nicht mehr gerüttelt wird“. Im 39-jährigen Schulleben der Rektorin habe es viele Höhepunkte gegeben, sagte der OB und nannte als Beispiele das jährliche Lindenfest, das ohne die Schule nicht denkbar sei, sowie das Comenius-Programm, mit dem die Kinder an den europäischen Gedanken herangeführt werden. „Die Kinder und ehemaligen Schüler werden sich auch in Zukunft gerne an Elke Alberts erinnern“, vermutete der OB. „So, wie es war, wird es aber nicht mehr werden.“
„Sie alle wissen, wie schwer es mir fällt, mich aus dem Schuldienst und von der kleinen Dorfschule zu verabschieden, die mir in den vielen Jahren in Roßwag ans Herz gewachsen ist“, wandte sich Elke Alberts an die Gäste. In ihren Augen erschließe sich der Sinn der Schule dann, „wenn wir alle uns daran beteiligen und zeigen, dass Lernen Freude machen kann“. Mit Anekdoten aus ihrer Anfangszeit und ihrer gesamten Zeit in Roßwag unterhielt sie ihre Gäste. Sie hoffte, dass es ihr gelungen sei, neben der wichtigen Paukerei „Lernen auch als etwas Lustvolles und Vergnügliches erleben zu lassen“. Als ihre Nachfolgerin stellte sie Madeleine Müller vor, die noch Lehrerin an der Grund-, Haupt- und Realschule Illingen ist. Die Einsetzungsfeier sei im September mit Beginn des neuen Schuljahrs vorgesehen.




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