Mittwoch, 23. Mai 2012

Notlandung endet an Kirschbaum




Notlandung eines Vaihinger Segelfliegers. Foto: Küppers
Notlandung eines Vaihinger Segelfliegers. Foto: Küppers.

Vaihingen (rkü). Das verunglückte Landemanöver eines Segelfliegers endete gestern in Vaihingen glimpflich. Das Flugzeug fällte einen Kirschbaum, die beiden Insassen wurden leicht verletzt.
Gegen 15.20 Uhr wollte der 56-jährige Pilot das Segelflugzeug auf dem Vaihinger Flugplatz im Weitfeld landen. Doch aus bislang ungeklärter Ursache reichte die Landebahn zum Abbremsen nicht aus; er musste durchstarten. Weil das Segelflugzeug aber auf Thermik angewiesen ist und nicht einfach durch Motorkraft beschleunigen konnte, war dieses Unterfangen äußerst schwierig. Die Tragflächen streiften schon unmittelbar nach der Landebahn erste Baumwipfel, kurz oberhalb der ersten Häuser am Vaihinger Herderweg krachte der Flieger in einen Kirschbaum. Offenbar handelte es sich um einen erfahrenen Piloten, der die kontrollierte Bruchlandung einem Absturz über der Wohnbebauung vorgezogen hatte. Das Cockpit blieb bei der Aktion beinahe unbeschädigt. Der in Vaihingen wohnende Pilot und sein 28-jähriger Fluggast aus dem Kreis Unna erlitten zwar einen Schock, dem ersten Anschein nach aber bis auf eineArmverletzung des Piloten keine weiteren Blessuren.
Anwohner berichteten von einem Krach, wie wenn Steine auf einen Anhänger geworfen werden. Dass es sich dabei um einen Flugzeugabsturz handelte, wurde manchen erst bewusst, als Polizei und Rettungsdienst eintrafen. Andere sprachen von einem „kleinen Wunder“, als sie die Zerstörung sahen und feststellten, dass den Insassen fast nichts passiert war.
Mitglieder des Vaihinger Flugsportvereins sorgten schon nach kurzer Zeit für Klärung: „Das Flugzeug gehört zu uns.“ Sie sagten zu, die Bergung der Trümmer aus dem Kirschbaum und einem Garten in Eigenregie zu übernehmen. Auch die Besatzung eines Polizeihubschraubers kam nach Vaihingen, um sich aus der Luft ein Bild von der Lage zu machen und auf Grund ihrer eigenen fliegerischen Erfahrung den Unfallhergang einzuordnen.
 Den Sachschaden schätzte die Polizei gestern Abend auf insgesamt rund 30000 Euro. Eine Tragfläche hatte nach dem Aufprall auf den Baum noch eine Hauswand berührt und dabei leichtere Schäden verursacht.




Seitenanfang