Eberdingen (aa). Der Kampf des Bürgermeisters mit dem Bierfass zur Eröffnung des Eberdinger Straßenfestes war schon sehenswert. „Irgendwie wird es schon klappen“, meinte Peter Schäfer hoffnungsfroh. Ja, es hat irgendwie geklappt. Doch der SPD-Bundestagskandidat Jan Mönikes war kein großer Beistand. „Glory, Glory, Hallelujah!“, spielte dazu der Musikverein.
Auf jeden Fall war für feuchte Unterhaltung gesorgt zum Auftakt des Straßenfestes rund um die Baustelle der Festhalle in Eberdingen. Im Drei-Jahres-Rhythmus ist jede Eberdinger Teilgemeinde mit der Ausrichtung des Festes beauftragt (2010 ist Hochdorf an der Reihe). Viele sagen, dass die Party in Eberdingen den meisten Charme hat. Dicht an dicht sind hier die Stände aufgebaut. Und die Anwohner feiern kräftig mit. Für Fritz Feucht ist es zum Beispiel selbstverständlich, dass er sein Anwesen seinem Liederkranz zur Verfügung stellt und sich als Gast über das Treiben freut.
Am Wochenende war es bereits die zwölfte Auflage des Straßenfestes. Da wagte Bürgermeister Peter Schäfer schon das Wort Tradition zu bemühen. 15 Gruppen und Vereine waren mit von der Partie: Jugendhaus und Tennisspieler aus Hochdorf, das Akkordeonorchester Melodie 81, der RC Ampfertal, die Feuerwehr Eberdingen, die Kita Arche Noah, der Liederkranz Hochdorf, die Gemeindebücherei, der Liederkranz Eberdingen, der VfB Eberdingen, der Förderverein Keltenmuseum (mit Ex-Bürgermeister Rolf Fetzer an der Pfanne), das DRK Eberdingen, der MSC Strudelbachtal, die evangelische Kirchengemeinde, der VfB Vatan und der Kulturverein.
Dass der Schultes ein Fass Bier anstechen muss, hat auch Tradition. Peter Schäfer hat hier schon einschlägige Erfahrungen gesammelt, etwa bei der Sportplatzeinweihung in Hochdorf, als er eine Bierüberschwemmung auslöste. Am Samstag war es nicht viel besser. Seinen Dank an die vielen Helfer hatte er schon vorher abgestattet. Und auch die Anwohner für das Verständnis gelobt. Zum Anstoßen mit den Festorganisatoren Tobias Truckses (VfB), Torsten Wanner (Feuerwehr) und Hans-Peter Groß (Liederkranz) reichte das im Fass verbliebene Bier noch locker.
Gestern Nachmittag war wieder das Entenrennen auf dem Strudelbach angesagt, „denn der Bach macht uns durchaus auch Freude und beschert nicht nur Hochwasser“, so Peter Schäfer. 360 Enten wurden ins Wasser gelassen. Der Erlös ist für den Kindergarten bestimmt. Und am Rande des Festes gab es Informationen über die Baustellen im Ort: Die Festhalle soll nach der Sanierung Mitte Oktober eingeweiht werden; wann in der Kirche wieder Gottesdienst gehalten werden kann, ist indessen noch unklar. Vor zwei Wochen sind die Bänke aus dem Gotteshaus geräumt worden. „Wir planen jetzt mal zur Konfirmation 2010“, war am Stand der Kirchengemeinde zu hören.
Am Samstagabend sorgten die „Beatboys“ beim Straßenfest für Hochstimmung; gestern war ein ökumenischer Gottesdienst angesagt – der gehört in Eberdingen dazu. Zudem treten die Gesangvereine zum Fest gemeinsam vors Publikum. Dass es auch die im Programm angekündigte Feuerwehrübung gab, war reiner Zufall. Die Wehrleute hatten sich nämlich nicht darauf vorbereitet. Da der Bürgermeister die Vorführung jedoch angekündigte und eine Gruppe mit Wehrleuten aus Eberdingen und Nussdorf am Samstag in Münchingen den Abschluss der Grundausbildung absolviert hatte, ließen sich die Mannen um Markus Rapp nicht lumpen und zeigten mit drei Rohren, was sie gelernt hatten. Bei der Feuerwehr ist man es ja gewohnt, von Einsätzen überrascht zu werden.
