Ludwigsburg (ub). Aharon Valency, Chairman des Partner-Landkreises Oberes Galiläa in Israel, hat gestern Nachmittag bei der Sitzung des Ludwigsburger Kreistags als erster Ausländer von Landrat Dr. Rainer Haas die Verdienstmedaille des Landkreises erhalten.
Damit honorierte Haas eine „wirkliche Freundschaft“ zwischen den beiden Landkreises – und auch zwischen den beiden Landräten Haas und Valeny. Haas: „Es ist Dir eine Herzenssache, das Verständnis zwischen dem israelischen und dem deutschen Volk zu stärken, Brücken zu bauen und Vorurteile und Widerstände abzubauen. Dazu gehört für Dich, dass man sich mit der gemeinsamen Vergangenheit auseinanderesetzt und sich gleichzeitig nach vorne schauend für eine bessere Zukunft einsetzt.“ Vor dem Kreistag sagte anschließend der Landrat vom Oberen Galiläa: „Ich bedanke mich bei denen, die mit uns zusammen vorwärtsschreiten und nicht vergessen, dass wir eine gemeinsame Aufgabe haben.“
Zum 9. Mal seit 1986 wurden im Landkreis Ludwigsburg gestern auch engagierte Menschen für vorbildliche Ideen und Aktionen im Bereich des Natur- und Umweltschutzes mit einem Umweltpreis ausgezeichnet. Der Umweltpreis 2008/2009 wurde zum 4. Mal gemeinsam vom Landkreis und der Stiftung Umwelt und Naturschutz der Kreissparkasse Ludwigsburg, die hierfür einen Betrag in Höhe von 5000 Euro zur Verfügung gestellt hat, vergeben. Zum Wettbewerb gingen 20 Bewerbungen ein. Das Preisgericht, bestehend aus Mitgliedern des Ausschusses für Umwelt und Technik sowie der Stiftung Umwelt- und Naturschutz der Kreissparkasse Ludwigsburg, hat am 29. Juni über die Vergabe entschieden. Die Gesamtpreissumme in Höhe von 5000 Euro wurde auf neun Preisträger verteilt, vier Teilnehmer erhielten eine Anerkennung.
Ein Preisgeld in Höhe von 1000 Euro erhielten von Landrat Haas und dem Vorstandsvorsitzenden der Kreissparkasse Ludwigsburg, Dr. Heinz-Werner Schulte, der Schwäbische Albverein, Ortsgruppe Sachsenheim. Die Ortsgruppe Sachsenheim führt auf Groß- und Kleinsachsenheimer Gemarkung seit 18 Jahren im Rahmen einer Patenschaft eine Metterputzete durch. Einmal im Jahr wird mit 25 bis 40 Teilnehmern die Metter von Müll, Abfällen und Barrieren befreit. Zusätzlich werden an der Metter entlang Nisthilfen angebracht, die durch die Ortsgruppe betreut werden. Für Schulen und Kindergärten werden Erkundungsgänge durch das Biotop Bach (Metter) angeboten.
1000 Euro auch für Bietigheimer Apfelsaft: Für diesen im Jahr 2007 gegründeten Verein stehen die Streuobstwiesen im Vordergrund. Die Aufpreisinitiative sorgt für Anschubhilfe und Motivation unter den Streuobstwiesenbesitzern. Sie bekommen durch den Verein für ihre Mostäpfel mehr Geld als marktüblich ausgezahlt wird. Im letzten Jahr wurden 26 Tonnen Mostäpfel angenommen. Diese wurden als naturtrüber Apfelsaft und Apfelsaftschorle abgefüllt. Eine neue Herausforderung wurde angenommen, indem man 4000 Flaschen Cidre produziert hat.
Ein Preisgeld in Höhe von 250 Euro erhielt gestern der Obst- und Gartenbauverein Enzweihingen. Der Verein bietet bereits langjährig kostenlose Schnitt- und Veredlungskurse an. Er arbeitet auch mit der Hauptschule in Enzweihingen zusammen. Gemeinsam wird seit 1996 der Schulgarten gepflegt und gleichzeitig Wissen vermittelt. Seit 2006 engagiert sich der OGV Enzweihingen im Sommerferienprogramm von Enzweihingen und bietet in diesem Rahmen Programmpunkte wie zum Beispiel „Nistkästen aus Holz selber herstellen“, „Apfelpressen in der Kelter“ an. Mehrere Pflanz- und Hochstammaktionen wurden durchgeführt.
Eine Anerkennung bekam die Grundschule Oberriexingen, Klassenstufe 3. Schulkinder der dritten Klasse wird die Schönheit der Natur bewusst gemacht mit Aktionen wie Lernwerkstatt „Natur und Kunst“, Vom Garten auf die Wiese (Ausstellung im Atrium), Beteiligung an der Aktion „111-Arten-Korb“ des Landes Baden-Württemberg.
