Mittwoch, 23. Mai 2012

Vertreterversammlung der Enztalbank




Von links: Wolfgang Weidler, Hanshermann Keller, Dieter Fischäß und roland Frank. Foto: Arning
Von links: Wolfgang Weidler, Hanshermann Keller, Dieter Fischäß und roland Frank. Foto: Arning

Vaihingen (aa). Das hohe Lied auf das genossenschaftliche Bankenwesen wurde bei der Vertreterversammlung der Enztalbank in der Vaihinger Stadthalle gesungen. „Nachhaltigkeit und Bodenständigkeit im Sinne der bewährten Traditionen anstatt maßloses Gewinnstreben haben uns und unsere Kunden einmal mehr vor dem Schlimmsten bewahrt“, freute sich der Vorstandvorsitzende Wolfgang Weidler.
Trotz der Turbulenzen durch die Finanzmarktkrise ist die Bank, der zum Jahresende 6471 Mitglieder angehörten und bei der 26600 Kundenkonten geführt werden, weiter gewachsen. So stieg die Bilanzsumme um 4,7 Prozent (Vorjahr 6,0 Prozent) auf 196,5 Millionen Euro. Zum Vergleich: In Baden-Württemberg liegt die durchschnittliche Bilanzsumme der 242 Volks- und Raiffeisenbanken bei 501 Millionen Euro; die Enztalbank rangiert damit auf Platz 133.
Unsere konservativ agierende Bank ist auf einmal wieder attraktiv geworden“, stellte Weidler, der zusammen mit seinem Kollegen Roland Frank die Entwicklung der Bank vorstellt, fest. „Wir leben zwar nicht blendend oder gut, aber wir leben – und das ohne fremde Hilfe.“ Die Kunden und Mitglieder würden umfassend beraten und auf alle möglichen Auswirkungen hingewiesen, nach dem Motto: „Wenn Sie ein Finanzinstrument nicht verstehen dann kaufen Sie es nicht. Wenn Sie das Produkt nicht selbst kaufen würden, versuchen Sie nicht, es jemand anderem zu verkaufen.“ Der Erfolg sei den Kunden und ihrer Treue zu verdanken, lobte Wolfgang Weidler.
Zu den Zahlen: Das betreute Kundenvolumen, das sich aus bilanziellen und außerbilanziellen Einlagen und Krediten zusammensetzt, hat sich auf 387 Millionen Euro erhöht. „Temporäre Wertbeeinträchtigungen“ haben die Wertpapiereinlagen erfahren und das außerbilanzielle Kundenvolumen auf 106 Millionen Euro gedrückt (2007: 117 Millionen). Verluste aus dem Wertpapierbestand werden mit 2,9 Millionen Euro angegeben; 2009 seien jedoch bisher 1,8 Millionen aufgeholt worden.
Die Zahlungsbereitschaft der Enztalbank war im gesamten Jahr 2008 gewährleistet. Zum Jahresende betrugen die liquiden Mittel 85 Millionen (immerhin 43 Prozent der Bilanzsumme). Stolz ist man bei der Bankführung darauf, dass auch das Eigenkapital in ausreichendem Maße vorhanden ist (das haftende Eigenkapital liegt bei 20,4 Millionen Euro und hat sich um 2,6 Prozent erhöht). Aus der Kapitalausstattung kann eine nachhaltige Kreditfähigkeit geschöpft werden. Roland Frank: „Wir leihen gerne Geld aus. Es gibt keine Kreditklemme.“
Die Bruttozinsspanne wird mit 2,4 Prozent (Verband 2,18) ausgewiesen, der Provisionsüberschuss mit 0,67 Prozent (Verband 0,65), der Rohertrag liegt bei 3,06 Prozent (Verband 2,83), das entspricht 6,095 Millionen Euro. Als Verwaltungskosten sind 2,32 Prozent der Bilanzsumme genannt (Verband 2,16, was 4,6 Millionen Euro ausmacht. „Die Kosten sind immer noch um 310000 Euro zu hoch; schuld ist die suboptimale Geschäftsstellenstruktur“, meinte Wolfgang Weidler. Doch wolle man die Kunden natürlich weiter in der Fläche betreuen und denke an weitere Kooperationen mit der Sparkasse. Als operatives Betriebsergebnis werden 0,81 Prozent (Verband: 0,72) der Bilanzsumme ausgewiesen (1,6 Millionen Euro).
Die Vertreter akzeptierten den Dividendenvorschlag von fünf Prozent (191697 Euro) und entlasteten Vorstand und Aufsichtsrat. Vom Bilanzgewinn (308721 Euro) werden zudem 100000 Euro in die Rücklagen überführt. Michael Buck (Großglattbach) und Marc Milchraum (Lomersheim) wurden wieder in den Aufsichtsrat gewählt. Dieter Fischäß (Lomersheim) schied altershalber aus.
 Verabschiedet wurde im Rahmen der Versammlung Mitarbeiterin Helga Weidler. Sie war zuletzt in der Immobiliebabteilung tätig.




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