Illingen (ub). Gestern Nachmittag wurde der Kaufvertrag unterzeichnet. Und damit ist auch die künftige Nutzung des alten Feuerwehrhauses in der Luigstraße 6 in Illingen klar: Es entsteht ein Fitnessclub mit Wellness-Bereich, Sauna, Dampfbad und Beauty-Studio.
Das Feuerwehrhaus an der Luigstraße war das letzte öffentliche Gebäude, das bei der Ortskernsanierung 1980 gebaut wurde. Die eigenwillige Bauweise führte einst zu einer netten Anekdote. Hochrangige arabische Geschäftspartner einer Illinger Firma, die bei einem Besuch am Feuerwehrhaus vorbeifuhren, fragten ihren ortskundigen Begleiter: „Welche Konfession hat denn hier gebaut?“ Die Scheichs hielten das Feuerwehrmagazin offenbar für ein Kirche.
Nach der Einweihung des neuen Feuerwehrdomizils am Wochenende läuft jetzt die Umnutzung der alten Feuerwehrunterkunft auf Hochtouren. Am Mittwochabend (19 Uhr) soll der Gemeinderat eine Satzung über die Erweiterung der Grenzen des förmlich festgelegten Sanierungsgebietes „Luigstraße“ in Illingen beschließen. Der Hintergrund: Das alte Feuerwehrhaus Luigstraße 6 liegt am westlichen Rand des Sanierungsgebiets. Eine nachfolgende Gebäudenutzung werde sicherlich wesentlich von der bisherigen Nutzung als Feuerwehrhaus abweichen und nicht ohne größere Umbau- und Sanierungsarbeiten möglich sein. Dieselbe Situation könnte auch bei dem Grundstück Luigstraße 4 eintreten. Auch bei diesem Gebäude, welches zum größten Teil leer steht, werden bei einer Nutzungsänderung voraussichtlich wesentliche Sanierungsarbeiten anfallen. Aus diesem Grund, so steht es in der Sitzungsvorlage, soll der Geltungsbereich des Sanierungsgebiets erweitert werden. „Durch die Erweiterung des Sanierungsgebiets soll die künftige Innenentwicklung des Ortskerns gestärkt werden“, sagt Ottilie Läkemäker, Leiterin des Bauamtes.
Im Gemeinderat wurde lange Zeit hin und her diskutiert, ob ein Feuerwehrhaus-Neubau am alten Standort oder am neuen Platz rund einen halben Kilometer entfernt realisiert werden sollte. Die Mängel in der Luigstraße 6 waren für die Feuerwehr offensichtlich - und verlangen auch vom neuen Besitzer einen großen Sanierungsaufwand. Im Feuerwehrkonzept sind die Schwachstellen aufgelistet: Das Dach und die Außenfassade sind teilweise beschädigt und nicht isoliert, das Holz der Fensterrahmen und des Foyers ist teilweise verwittert. In Anzeigen hat die Gemeinde das Feuerwehrmagazin im Februar zum Kauf angeboten. Das Mindestgebot lag bei 300000 Euro für das Haus mit einer Fläche von 1320 Quadratmetern (fünf Fahrzeugboxen und Sanitärräume im Erdgeschoss, Schulungs- und Lagerraum sowie eine Vier-Zimmer-Wohnung mit 89 Quadratmetern im Obergeschoss).
Gestern Nachmittag hat Mike Seidel, Inhaber des Fitnessclubs „Ambiente“ in der Illinger Bahnhofstraße, den Kaufvertrag unterzeichnet. Der Pforzheimer will das Studio in der Bahnhofstraße aufgeben und im alten Feuerwehrhaus investieren. Wenn das Landratsamt einen Anbau an der Rückseite Richtung Wiesenweg genehmigt, sollen im Erdgeschoss der Trainingsbereich, der Empfang, ein Solarium und der Beauty-Bereich von Seidel-Partnerin Sandra Faas entstehen. Im Obergeschoss dominiert der Wellness-Bereich mit Sauna, Dampfbad und drei Sonnenterrassen. Bis Januar will Seidel im alten Feuerwehrhaus eröffnen; bereits bei der Ilinger open im Oktober können Interessierte einen Blick hinter die Baustelle werfen.
Auf 950 Quadratmeter will Mike Seidel alles „rund um das Wohlfühlen“ anbieten. Seidel zur VKZ: „Für unsere Zwecke ist das Gebäude Luigstraße 6 optimal.“ So hat der Fitnessclub-Besitzer bereits im Februar, als das Gebäude ausgeschrieben wurde, die Fühler ausgestreckt und mit den Planungen begonnen.
Auch das Gebäude Luigstraße 4 (gegenüber dem Rathauseingang), wo früher auch die Post untergebracht war, steht zu großen Teilen leer. Nach Informationen der VKZ ist das Anwesen bereits verkauft. Unklar ist aber die künftige Nutzung.
