Wie entwickeln sich die Bevölkerungszahlen?
Vaihingen (aa). Die Bevölkerung in Baden-Württemberg schrumpft. Erstmals seit 1984 ist dies laut den Erhebungen des Statistischen Landesamtes der Fall. Auch die Große Kreisstadt Vaihingen ist mit einem Minus-Vorzeichen belastet: Die Einwohnerzahl sank von Ende 2007 auf Ende 2008 um 26 Personen. Die Große Kreisstadt hatte zum 31. Dezember 28901 Einwohner.
Auch im Rathaus Vaihingen sitzt ein Mann, der eine Statistik führt: Wolfgang Schüle. In seinem Programm fehlen jedoch rund 500 Köpfe. Zum Jahresende 2008 hatte er 28411 Vaihinger notiert. Nach Teilorten aufgeschlüsselt sieht es so aus: Aurich 1573, Ensingen, 2533, Enzweihingen 3827, Gündelbach 1228, Horrheim 2561. Kleinglattbach 4339, Riet 959, Roßwag 1229 und die Kernstadt Vaihingen 10162. Die Unterschiede zwischen den beiden Buchführungen hat auch schon den Landtag beschäftigt (siehe Info: Einwohnerzahlen). Wolfgang Schüle meint dazu nur lakonisch: „Das begreift kein Mensch.“
Bleiben wir bei den Zahlen des Landesamtes. Da sind für Vaihingen folgende Quoten ausgewiesen: auf der 73,41 Hektar großen Markungsfläche lebten Ende des letzten Jahres 28901 Menschen, es gab 270 Geburten und 226 Sterbefälle. Zugezogen nach Vaihingen sind 1486 Menschen, der Stadt den Rücken gekehrt haben 1554; das macht ein Minus im Wanderungssaldo von 68 Personen und insgesamt einen Einwohnerrückgang von 26 Menschen.
Eberdingen hatte zum Jahresende 6435 Einwohner, ein Jahr zuvor waren es noch 6512. 56 Geburten stehen 47 Sterbefälle gegenüber, die Zuzüge betragen 433, weggezogen sind 519 Menschen. Das ergibt ein Wanderungssaldo von -86 Personen und eine Bevölkerungsabnahme von 77 Menschen.
Die Stadt Oberriexingen zählte 3103 Einwohner (Jahresbeginn 2008: 3004). 18 Geburten wurden notiert, 21 Personen sind gestorben. Es gab jedoch einen Zuzugsboom mit einem Plus von 103 (257:154), was die Bevölkerung um 99 Köpfe anwachsen ließ.
In Sersheim ist der Wanderungsgewinn wesentlich geringer (9). Hier wohnten Anfang 2008 insgesamt 5235 Personen, zwölf Monate später waren es 5244. 53 Geburten stehen 43 Sterbefälle gegenüber. Zu- und Wegzüge halten sich fast die Waage (333:334).
Auch Sachsenheim kann einen Wanderungsgewinn melden (77). 17427 Personen zählte die Stadt zum Jahresende (17352). Es gab 139 Geburten und 141 Sterbefälle. Die Zuzüge lagen bei 980, Wegzüge waren es 903. Insgesamt hat Sachsenheim 75 Einwohner gewonnen.
Der Landkreis Ludwigsburg kann ein Bevölkerungsplus von 752 Personen vorweisen (jetzt 515898 Einwohner). Das Plus des Wanderungssaldo liegt bei 344 (34444 Zuzüge, 34100 Wegzüge). Es gab 4733 Geburten und 4334 Todesfälle. Den größten Einwohnerzuwachs meldet Bietigheim-Bissingen (247), Besigheim hat den größten Verlust (150)
Ein Blick über die Kreisgrenze nach Illingen: Hier werden zum 31. Dezember 7221 Einwohner ausgewiesen, was einem Plus von 17 Personen entspricht. 72 Geburten wurden gefeiert, 65 Menschen haben den Tod gefunden. Die Zahl der Zuzüge lag bei 419, denen stehen 408 Wegzüge gegenüber, macht ein Wanderungssaldo von +11.
Die Senderstadt Mühlacker hat wieder Einwohner verloren, nämlich 83. Die Gesamtzahl zum Jahresende wird mit 25780 angegeben. Auf 207 Geburten kommen 226 Sterbefälle. 1183 Zuzüge sind notiert, 1247 Fortzüge.
Das größte Plus aller Enzkreisgemeinden verzeichnet Wiernsheim. Die Einwohnerzahl stieg hier innerhalb eines Jahres um 110 Personen auf 6553. Da kam unter anderem durch 66 Geburten zustande (bei 45 Todesfällen) und durch ein starkes Plus beim Wanderungssaldo (90, 476:386).
Der Enzkreis hat insgesamt 142 Einwohner verloren (jetzt: 195315). Hier gab es 1539 Geburten und 1591 Sterbefälle, 10795 Zuzügen standen 10883 Fortzüge gegenüber.
Info
Einwohnerdaten
Der Gesetzgeber hat der amtlichen Statistik die Aufgabe übertragen, laufend den Einwohnerstand in den Gemeinden festzustellen und fortzuschreiben. Basis ist das Ergebnis der jeweils letzten Volkszählung (aktuell von 1987). In den Gemeinden werden die Einwohnermelderegister hauptsächlich für melderechtliche Zwecke geführt. Es gab schon 1987 Unterschiede zwischen den beiden Quellen; durch das „Volkszählungsurteil“ des Bundesverfassungsgerichtes war ein Abgleich nicht zulässig. Jede Fortschreibung wird auch mit zunehmender Entfernung zum Basiszeitpunkt ungenauer. Bei früheren Volkszählungen hat es in der Statistik höhere Einwohnerzahlen gegeben, als die Zählung selbst ergab. Obwohl in beiden Formen die gleichen Fortschreibungskomponenten (Geburten, Sterbefälle, Zu- und Fortzüge) eingehen (allerdings mit unterschiedlicher Verarbeitungsmethodik) gibt es zum Teil große Differenzen. So können zum Beispiel die Melderegister der Kommunen tagesaktuell geführt werden. Das Statistische Landesamt verarbeitet die Meldungen jedoch monatsweise. Diese Daten enthalten zum Beispiel auch Fort- und Zuzüge, die sich bereits in Vormonaten ereignet haben. Ein Fortzug wird erst dann verbucht, wenn die neue Zielgemeinde diesen Fall als Zugang gemeldet hat. Probleme gibt es auch mit Überbeständen (Karteileichen) oder wenn sich ein Bürger nicht anmeldet (Fehlbestand). Die Statistiker wären nicht Statistiker, hätten sie das Ausmaß der Abweichungen nicht untersucht. 2001 gab es 694 Kommunen, in denen die statistische Bevölkerungsfortschreibung höhere Einwohnerzahlen aufwies, als die gemeindlichen Melderegister. Der für das Jahr 2011 geplante registergestützte Zensus soll die Einwohnerzahlen auf eine neue Basis stellen. (aa)
