Illingen/Vaihingen (elf) – Zwei Fliegen auf einen Streich schlägt das Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe: Noch in diesem Jahr soll mit dem Bau einer Radwegverbindung von Illingen nach Vaihingen begonnen werden. Im gleichen Atemzug wird es an der Vischerkurve vom Vaihinger Bahnhof her kommend eine Rechtsabbiegespur auf die Bundesstraße 10 in Richtung Illingen geben.
Der Ruf der Vaihinger nach einer Abbiegespur von der Landesstraße 1125 auf die B10 ist bestimmt so alt wie der Ruf der Illinger nach einer Radwegverbindung entlang der Bundesstraße nach Vaihingen. Das Regierungspräsidium Karlsruhe wollte allerdings den einen Schritt nicht ohne den anderen machen. So zogen sich die Planungen in die Länge – nicht zuletzt auch wegen der angedachten Radwegführung entlang des Schmiebachs unter der B10 hindurch. Doch jetzt sind die Pläne fertig, das Geld vom Bund liegt auf der hohen Kante. Nach Auskunft von Jürgen Skarke, Leiter des Baureferats Süd beim Regierungspräsidium Karlsruhe, sollen die erforderlichen Arbeiten im August ausgeschrieben und im Herbst mit den Bauarbeiten begonnen werden.
Am Ortsausgang von Illingen, wo die Vaihinger Straße in die B10 mündet, führt der Radweg künftig hinter die Kläranlage. Von dort geht es – bislang auf einem Schotterweg – weiter zu den Stein- und Kieswerken Sämann. Hier führt im Moment der Schmiebach unter der B10 hindurch. Die Brücke dort soll verbreitert werden, damit der Radweg unter der Brücke hindurch neben dem Schmiebach geführt werden kann. „Die wasserrechtlichen Genehmigung haben wir uns geben lassen“, sagt Jürgen Skarke vom Regierungspräsidium. Von dort aus geht es rechts der Bundesstraße bis zur Vischerkurve (Esso-Tankstelle). In diesem Bereich haben die Experten eine ampelgeregelte Fußgänger- und Radfahrerquerung über die B10 eingeplant. Die Radler können von hier aus entweder entlang des Glattbachs in Richtung Bahnhof und Kleinglattbach fahren oder den Weg zur Enz und von dort in Richtung Vaihingen nehmen.
Für den Anschluss des Radwegs in Richtung Vaihingen gibt es allerdings noch eine weitere Variante, die derzeit noch beim RP Karlsruhe in Planung ist: eine Verbindung mit dem Enztalradweg. Bei dieser Möglichkeit würde der Radweg entlang der B10 weiter an der Seemühle vorbei zum Enztalradweg führen. Der Vaihinger Bürgermeister Wilfried Nestle präferiert diese Option, die er als „existenziellen Bestandteil des Radwegenetzes“ bezeichnet.
Wichtiger für den ersten Beigeordneten der Vaihinger Stadtverwaltung ist allerdings die Rechtsabbiegespur von der Landesstraße 1125 von Kleinglattbach her kommend in die Bundesstraße. Diese wird das Regierungspräsidium gleich mitbauen und darüber hinaus auf der Kreuzung bei der Esso-Tankstelle die Fahrbahndecke erneuern. Mit dieser Abbiegespur soll der Verkehrsabfluss auf der Vaihinger Westtangente deutlich beschleunigt werden.
Insgesamt 900000 bis eine Million Euro wird das gesamte Projekt in Anspruch nehmen. Dafür gibt es allerdings das gesamte „All-inclusive-Paket“ mit Radweg, Umbau des Knotenpunktes Vischerkurve sowie Erweiterung der Brücke beim Steinbruch Sämann. „Das Brückenbauwerk dort musste sowieso erneuert werden“, weiß Referatsleiter Skarke. Die Gesamtkosten bezahlt vorwiegend der Bund. Lediglich einen geringen Teil der Arbeiten an der Kreuzung muss das Land Baden-Württemberg übernehmen. Bis die Autofahrer die Abbiegespur und die Radler den Radweg nutzen können, wird es allerdings noch ein Weilchen dauern, wie Jürgen Skarke weiß: „Um alles fertig zu bekommen, werden wir das Jahr 2010 komplett benötigen.“
Die Anbindung des Radwegs an das Illinger Verkehrsnetz soll laut Bürgermeister Harald Eiberger über die Vaihinger Straße erfolgen. Eine erforderliche Beschilderung habe über das Landratsamt Enzkreis zu erfolgen. Ob dann noch weitere Maßnahmen zur Anbindung des Radwegs erforderlich sind, hänge von der Frequentierung des Radwegs ab. „Das müssen wir beobachten“ sagt Eiberger. Die Verkehrsbelastung in der Vaihinger Straße sei nicht so stark, „dass man gleich reagieren müsste“. Ob Radtouristen die Trasse nehmen, sei fraglich. Für sie sei der Enztalradweg sicherlich attraktiver.
