Mittwoch, 23. Mai 2012

Die Wärme soll im Rathaus bleiben




Auf dem Illinger Rathausdach wird bald eine 20 Zentimeter dicke Dämmschicht angebracht.Foto: Elsässer

Illingen/Mühlacker. Die ersten Zuschüsse aus dem Konjunkturpaket II kommen im Enzkreis an. In Illingen soll mit dem Geld das Rathausdach saniert werden. Und auch die Stadt Mühlacker will die Dächer ihrer öffentlichen Einrichtungen fit für die Zukunft machen.

Wenn die Illinger Rathausmitarbeiter ihre Heizungen aufdrehen, wird’s für die Gemeinde teuer. Nur ein Bruchteil der Wärme bleibt in dem 25 Jahre alten Gebäude. Die größte Schwachstelle ist das in die Jahre gekommene Flachdach. „Die Wärmedämmung ist miserabel“, bringt es Bauamtsleiterin Ottilie Läkemäker auf den Punkt. Deshalb soll die Schwachstelle jetzt abgedichtet werden – mit Mitteln aus dem Konjukturpaket II.

Rund zehn Euro pro Einwohner bekommt die Gemeinde Illingen für eine energetische Sanierung des Rathausdaches. Im Klartext bedeutet das, dass das alte Flachdach eine neue Dämmung bekommt. Und zwar auf knapp 300 Quadratmetern. „Das Vorhaben kostet insgesamt 100000 Euro“, sagt Läkemäker. Die Gemeinde muss davon rund 26000 Euro stemmen. Genau 74033 Euro kommen aus dem Konjunkturpaket, das die Bundesregierung geschnürt hat, um der Wirtschaft einen Aufschwung zu verpassen.

Dachsanierung ist dringend notwendig

Eigentlich wollte die Gemeinde das Dach nicht in diesem Jahr richten lassen. Und das, obwohl es „dringend notwendig ist“, wie die Bauamtsleiterin es formuliert. Mit der Geldspritze sieht die Sache jetzt anders aus: Die Handwerker sollen möglichst in der ersten August-Woche anrücken und spätestens Ende Oktober wieder abziehen. Etwa 20 Zentimeter dick wird die neue Dämmschicht, die dafür sorgen soll, dass die Wärme im Gebäude bleibt.

Probleme mit Dächern öffentlicher Gebäude kennt man auch in Mühlacker. Dort ist das Glasdach des Rathauses seit Jahren undicht. Wenn es regnet, müssen die Mitarbeiter der Verwaltung sogar Eimer aufstellen, um den Wassermassen Herr zu werden. „Die Sanierung wird seit langem immer wieder aufgeschoben“, sagt Pressesprecher Gerhard Maresch. Doch jetzt soll auch dort etwas passieren. Fürs Abdichten der Glasfläche fließen aus dem Konjunkurpaket 120000 Euro in die Kassen der Senderstadt. Außerdem bekommt das Dach der Mühlacker Bücherei eine neue Dämmschicht. Dafür werden 144311 Euro locker gemacht.

Mit der Zuteilung der Gelder hatte das Regierungspräsidium Karlsruhe, in dessen Zuständigkeit der Enzkreis fällt, alle Hände voll zu tun. Nahezu alle Kommunen haben die ihnen zur Verfügung stehenden Budgets in voller Höhe in Anspruch genommen. „Die Anträge wurden vorrangig bearbeitet, um den Gemeinden die notwendige Rechtssicherheit für die Investitionen zu geben“, sagt Regierungspräsident Rudolf Kühner. Er hofft, dass die Verwaltungen die Maßnahmen jetzt schnell in die Tat umsetzen. So könnten zeitnah positive Impulse für Wirtschaft und Arbeitsplätze in der Region und im ganzen Land ermöglicht werden.

Neben den Geldern, die den Gemeinden nach der Einwohnerzahl zur Verfügung gestellt werden, fließen aber auch noch andere Mittel. Aus dem Bildungstopf des Konjunkturpakets erhält Illingen zum Beispiel 226000 Euro. Das sind etwa 245 Euro je Schüler. Mit diesem Geld und weiteren 75000 Euro aus der Gemeindekasse soll die Schule aus energetischer Sicht auf den neuesten Stand gebracht werden. Das Dach der Grund-, Haupt- und Realschule wird eine neue Dämmung bekommen. Baubeginn soll ebenfalls möglichst in der ersten August-Woche sein.

Die Arbeiten am Dach des Rathauses sind übrigens nur eine Teilmaßnahme. Rund 400 Quadratmeter werden später gedämmt. Wie viel die Gemeinde Illingen hätte sparen können, wenn das Rathausdach früher fit gemacht worden wäre, wird sich erst zeigen, wenn alle Arbeiten erledigt sind. Ottilie Läkemäker ist sich aber sicher, dass bereits die erste Maßnahme bei der Heizkostenabrechnung bemerkbar sein wird.

Von Philipp-Marc Schmid




Seitenanfang