Mittwoch, 23. Mai 2012

Mitteltrennung auf der B10 erst 2010




Enzweihingen (aa).  Wäre der gestrige Unfall auf der Enzweihinger Steige mit der Mittelleitplanke zu verhindern gewesen? Diese Frage drängt sich nach den Ereignissen am Montagmorgen auf. Sicher ist jedoch: Der Unfall hätte einen anderen Verlauf genommen; zu einer Karambolage mit dem Gegenverkehr wäre es nicht gekommen.
Vor diesem Hintergrund muss natürlich nach dem Fortgang der Planungen gefragt werden. „Baubeginn soll im Jahr 2009 sein.“ So zitierte die Vaihinger Kreiszeitung am 1. April 2008 einen Sprecher des Regierungspräsidiums (RP) Stuttgart. Viele Leser hatten die Meldung über die Mittelleitplanken-Planung damals als Aprilscherz eingestuft. Doch die war durchaus ernst gemeint. Der Vaihinger Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 16. April 2008 der Planung zugestimmt.
Auf der Bundesstraße war es immer wieder zu schweren Unfällen gekommen; im Feierabendverkehr wird hier mitunter auch gewendet. Und es kommt nicht selten vor, dass auf der „dritten Spur“ überholt wird (was in der VKZ schon dokumentiert wurde).
Vorgesehen ist auf der 2100 Meter langen Strecke eine zwei Meter breite Mitteltrennung. Hierfür ist die Verschiebung der Fahrbahnachse um etwa zwei Meter in nordöstliche Richtung notwendig (künftige Fahrbahnbreite dann 17 Meter). Folge: Auch der parallel verlaufende Wirtschaftsweg muss verlegt werden, was Grunderwerb nötig macht; die beiden Feldwegunterführungen müssen verlängert werden.
Zuständig für die Planungen ist das Regierungspräsidium Stuttgart mit seiner Bauleitung in Besigheim. Es soll ein Ausbau nach den Vorschriften für die Bauklasse SV (Schwerverkehr) erfolgen mit einem Gesamtaufbau von 70 Zentimetern. Dabei muss die Entwässerung der Steige (sie liegt in einem Wasserschutzgebiet der Zone III A) weitgehend erneuert beziehungsweise den neuen baulichen Gegebenheiten angepasst werden. Als Kosten werden derzeit 3,25 Millionen Euro genannt.
Wie weit sind die Planungen vorangekommen? Wenn tatsächlich 2009 noch begonnen werden sollte, dann müsste sich bald etwas bewegen. RP-Pressesprecher Dr. Clemens Homoth-Kuhs winkt jedoch ab. „2009 tut sich nichts mehr.“ Wieso? Die Grunderwerbsverhandlungen seien noch nicht abgeschlossen, die landschaftspflegerische Anhörung zum Begleitplan laufe noch bei den Trägern öffentlicher Belange, Ausgleichsmaßnahmen zum Flächenverbrauch seien noch zu regeln. Wann tut sich dann was? Homoth-Kuhs nennt nach Rücksprache mit der Bauleitung 2010 als Zieljahr – und baut gleich einen Vorbehalt ein: „Wenn die Finanzierung durch ist, wenn es mit dem Grunderwerb klappt“. Die Maßnahme sei grundsätzlich zwar genehmigt, aber…
Nach den Informationen aus dem RP wird es nicht die ursprünglich vorgesehenen Distanzschutzplanken geben, sondern eine doppelseitige Betonschutzwand von 60 Zentimeter Breite, die auf den zwei Meter breiten Mittelstreifen gesetzt wird. In der Fahrbahnmitte soll auch die Entwässerung erfolgen.




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