Vaihingen (ub). Der Ludwigsburger Landrat Dr. Rainer Haas spendierte ein Fass Bier, Ministerpräsident Günther Oettinger sprach den Dank und die Anerkennung des Landes aus. Bei der Kundgebung gestern Nachmittag zum Tag der Helfer und zum Kreisfeuerwehrtag in Vaihingen fehlte es nicht an Prominenz und an einem Loblied auf das Ehrenamt.
Mammutveranstaltung für die Vaihinger Feuerwehr: Am Wochenende wurde nicht nur das 150-jährige Bestehen mit einem Festwochenende gefeiert, ausgerichtet wurde auch der Kreisfeuerwehrtag und der Tag der Helfer. Bei einer Kundgebung am Sonntagnachmittag im Hof der Feuerwache lobte Ministerpräsident Oettinger das Land Baden-Württemberg als das Land des Ehrenamtes. 40 Prozent der Bürger würden sich engagieren. „Im ehrenamtlichen Bereich müssen aber die Feuerwehr und die Gesundheitsdienste zuallererst als vorbildhaft genannt werden.“ Oettinger verkannte nicht, dass es zunehmend schwieriger werde, genügend Aktive zu finden. „Die Mobilität der Arbeitswelt erschwert ihr Geschäft.“ Unter dem Beifall der Gäste sagte Oettinger, dass es zur Funktion eines Arbeitgebers auch gehöre, die Feuerwehrleute nicht nur zu dulden, sondern aktiv zu fördern. „Der Dienst bei der Feuerwehr ist auch Weiterbildung für den eigentlichen Beruf.“
In den letzten 35 Jahren sind im Land über 1000 Jugendfeuerwehren entstanden – „das ist ein Glück“, so Oettinger. „Wer bei der Jugendfeuerwehr ist, der kommt nicht auf dumme Gedanken.“ Für das Land sagte Oettinger gestern Nachmittag keine steigende Förderbeiträge für die Feuerwehr zu, „aber ich garantiere Planungssicherheit“. Durch die anstehende Novellierung des Feuerwehrgesetzes reduziere sich das Einstiegsalter für die Aktiven von 18 auf 17 Jahre. Auch werde, so Oettinger, die Kostenersatzregelung für Feuerwehreinsätze ausgebaut.
„Hand in Hand, das ist die Botschaft des heutigen Tages“, sagte der Vaihinger Oberbürgermeister Gerd Maisch. Dabei seien die Jugendlichen die Helfer der Zukunft. „Die Leistungsfähigkeit der ehrenamtlichen Helfer kann nur erhalten werden, wenn wir entsprechend den Nachwuchs fördern“, so Maisch. In Vaihingen würden derzeit 60 Jugendliche an den Feuerwehrdienst herangeführt. Der OB: „Es ist nicht altmodisch und uncool, sich für das Wohl der Allgemeinheit einzusetzen.“
Der Ludwigsburger Landrat Dr. Rainer Haas absolvierte gestern erst 700 Höhenmeter von der Ludwigsburger Hütte und 350 Kilometer Fahrt, um nach Vaihingen zu kommen. Er sprach ein Dankeschön für die jährlich 3000 Einsätze der Feuerwehren im Landkreis aus. Dabei gebe es keine Routineeinsätze, sondern das Leben stehe immer wieder auf dem Spiel. Am Wochenende beim Feuerwehrfest in Vaihingen wurde mehrfach an den Tod des Feuerwehrmannes aus Korntal-Münchingen erinnert, der in der letzten Woche beerdigt wurde. Haas: „Wenn wir die Feuerwehr nicht hätten, müssten wir sie erfinden.“ Andere Länder seien neidisch auf das Organisationssystem. Der Landkreis stehe hinter den Feuerwehren. Doch Haas hatte nicht nur warme Worte im Gepäck: Nach dem Jubiläumsjahr solle die Vaihinger Feuerwehr einen gemütlichen Kameradschaftsabend machen. „Und die Rechnung für das Fass Bier schicken Sie an mich.“
Dr. Frank Knödler, der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes, gratulierte der Vaihinger Feuerwehr, Abteilung Stadt, zum Jubiläum. „150 Jahre Feuerwehr bedeuten auch 150 Jahre Sicherheit für die Stadt.“ Knödler forderte die Rettungsdienste auf, gemeinsam an einer neuen Sicherheitsarchitektur zu arbeiten.
