Vaihingen: In den Ferien werden Kanäle erneuert
Vaihingen. Pünktlich zum Beginn der Sommerferien bekommt Vaihingen eine Großbaustelle: Im Bereich der Kreuzung Gerberstraße/Stuttgarter Straße wird ein neuer Abwasserkanal verlegt. Die Straßen müssen deshalb teilweise gesperrt werden.
Nach einem starken Gewitterregen machte im Juli 2006 die Kanalisation im Kreuzungsbereich Gerberstraße/Stuttgarter Straße Probleme. Ein druckdicht verschraubter Schachtdeckel konnte den Wassermassen nicht standhalten und wurde angehoben. Das Wasser bahnte sich seinen Weg unter dem Straßenbelag und hob die Fahrbahn an. Risse im Asphalt, hochstehende Steinbrocken und ein winziger Krater – Bilder wie nach einem kleinen Erdbeben.
Damals entstand ein Schaden in Höhe von etwa 10000 Euro. Damit sich ein solches Szenario nicht wiederholt, handelt die Stadtverwaltung jetzt. Der Technische Ausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung am Mittwochabend beschlossen, dass die Kanalanlage in dem Bereich verbessert wird. Größere Rohre und eine neue Führung der selbigen sollen her.
Bisher wurde das Wasser so geführt, dass es unterhalb vom Kaufhaus Sämann frontal auf eine Betonwand schoss und dort um 90 Grad Richtung Fußgängerzone umgeleitet wurde. Und genau an dieser Stelle suchte sich die Flutwelle nicht den Weg, der für sie vorgesehen war. Anstatt Richtung Fußgängerzone drückte das Wasser nach oben gegen den Kanaldeckel und gelangte so unter den Straßenbelag.
Pünktlich zum Beginn der Sommerferien soll jetzt der Kanal so verlegt werden, dass die 90-Grad-Kurve entfällt. Das Wasser schießt jetzt quasi auf das Optikergeschäft am Eingang der Fußgängerzone zu und wird dann unter der Gerberstraße abgeleitet. „Für kein Gebäude besteht dabei eine Gefahr“, sagte ein Mitarbeiter des Ludwigsburger Ingenieurbüros ISTW, welches für die Planung zuständig ist, im Ausschuss.
Verkehr fließt während der Bauarbeiten weiter
Für die Verlegung des neuen Kanals mit größeren Rohrleitungen müssen die Straßen in dem Kreuzungsbereich gesperrt werden. Der Verkehr fließt aber weiter – einspurig und durch eine Ampelanlage geregelt. Es fallen Kosten in Höhe von rund 90600 Euro an. Der Bauauftrag soll jetzt an die Firma Gebrüder Ezel GmbH erteilt werden.
Das Vorhaben im Kreuzungsbereich ist unterdessen nur ein Teil eines ganzen Maßnahmenpaketes, das durch eine Studie ermittelt wurde. Weitere Entlastungen des Systems könnten in Zukunft durch größere Rohre in der Dammstraße (Kosten: 200000 Euro) und in der Angelstraße (Kosten: 412000 Euro) erreicht werden. Doch diese beiden Maßnahmen sind bisher noch keine beschlossene Sache.
Von Philipp-Marc Schmid
