Oberriexingen (ub). „Das war eine ganz heiße Kiste“, musste auch der Wahlsieger zugeben. Mit 35 Stimmen Vorsprung wurde Werner Somlai (55) gestern zum neuen Bürgermeister von Oberriexingen gewählt. Somlai schaffte nach dem vorläufigen Endergebnis 50,74 Prozent, Günther Pilz (31) kam auf 48,75 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 73,87 Prozent.
Die Nervosität war gestern kurz nach 18 Uhr auf dem Rathaus in Oberriexingen förmlich zu spüren. Günther Pilz, der junge Fachdienstleiter bei der Stadt Murrhardt und frühere Hauptamtsleiter in Oberriexingen, „tigerte“ auf und ab. Lebensgefährtin Julika Trebus blickte immer wieder auf die Zählmannschaft im Sitzungssaal. Vor Ort auch der Bundestagskandidat Steffen Bilger: „Hier knistert es.“
Um 18.45 Uhr stand das vorläufige Endergebnis bereits fest. 1761 Wähler gingen an die Urnen; das entspricht einer Wahlbeteiligung von 73,87 Prozent. Dabei hat Werner Somlai knapp die nötige 50-Prozent-Hürde gemeistert: Der Kämmerer vom Oberriexinger Rathaus kam mit 892 Stimmen auf 50,74 Prozent. Günther Pilz erhielt 857 Stimmen, das sind 48,75 Prozent. Armin Zeeb aus Vaihingen, der aber seine Kandidatur kurz nach Bewerbungsschluss wieder zurückgezogen hat, bekam acht Stimmen oder 0,46 Prozent. Damit hat sich das erwartete Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Pilz und Somlai bestätigt.
Im Wahllokal Rathaus hatte nach der Auszählung um 18.40 Uhr noch Günther Pilz aus Erdmannhausen die Nase vorn. Er vereinigte 414 Stimmen, Somlai nur 394. Nachdem die Grundschule ihr Ergebnis meldete, wendete sich das Blatt: Somlai holte hier 388 Stimmen, Pilz 347. Auch bei den Briefwählern hatte Somlai einen knappen Vorsprung: 110 gegen 96.
In einer ersten Stellungnahme gegenüber der Vaihinger Kreiszeitung betonte Somlai, das er sich einen deutlicheren Vorsprung erhofft habe. „Aber ich hatte ein gutes Gefühl. Ich habe einen engagierten Wahlkampf geführt und keine Fehler gemacht.“ Somlai wird der Nachfolger von seinem bisherigen Chef Willi Baur, der nach 38 Dienstjahren aufhören muss.
„Die Enttäuschung ist natürlich groß. Es ist aber kein Weltuntergang“, sagte Günther Pilz zur VKZ. „Wenn man die wenigen Stimmen nimmt, die mir zum Sieg fehlten, kann ich ja so schlecht nicht gewesen sein.“ Aber der Wähler habe nunmal so entschieden.
Auf dem Kirchplatz verkündete Noch-Bürgermeister Willi Baur um 19 Uhr das offizielle Ergebnis: „Die Spannung war noch vor wenigen Minuten auf dem Siedepunkt.“ Es habe einen Wahlkampf gegeben, der die Bürger zu den Wahlurnen gerufen habe. Knapp 74 Prozent Wahlbeteiligung würden eine deutliche Sprache sprechen. „Diese Wahl hat unter aktiver Mitwirkung der Bürgerschaft stattgefunden“, sagte Baur. Das Ergebnis habe gezeigt, dass man zwei qualifizierte Bewerber gehabt habe. Baur: „Ich kann Ihnen versichern, dass Oberriexingen in den Händen von Werner Somlai gut aufgehoben ist.“
Somlai dankte auf dem Kirchplatz für seine Wahl. Er wird Anfang Oktober in das Chefzimmer im Oberriexinger Rathaus umziehen. „Es war einer der glücklichsten Tage in meinem Leben“, gab er seiner Freude öffentlich Luft. Ohne die Unterstützung seiner Anhänger hätte er die Wahl nicht gewonnen. Nun sei es aber an der Zeit, die Gräben zuzuschütten. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass unser Oberriexingen liebens- und lebenswert bleibt.“
Das Schlusswort des neu gewählten Schultes: „Jetzt muss ich erst einmal die Spannung ablassen und wir wollen gemeinsam feiern.“
