Oberriexingen (aa). Die Spannung steigt! Wer wird am Sonntag zum neuen Bürgermeister von Oberriexingen gewählt? „Es herrscht eine angespannte Stimmung“, hat der amtierende Schultes Willi Baur ausgemacht. Zu einer Prognose möchte sich Baur allerdings auf keinen Fall hinreißen lassen: „Ich kann überhaupt nicht einschätzen, wie es ausgehen wird.“
Auslaufen lassen ist nicht das Ding von Baur. Er zieht seine Termine noch durch. Vertrag beurkunden, dann mit den Förstern in den Wald; es geht um Wildschäden…
Der noch 67-Jährige will bis zu seinem letzten Diensttag für die Stadt da sein. Am 18. September ist die Verabschiedung vorgesehen. Geplant wird ein großes Fest in Sport- und Festhalle. Baur selbst hat sich eigentlich ein Fest der Vereine vorgestellt, aber da hat man ihn ausnahmsweise nicht mehr groß gefragt. Er wird die Zeremonien locker über sich ergehen lassen und sich ganz bestimmt auch ein klein wenig freuen.
Doch am Sonntag (5. Juli) geht es nicht um ihn. Da stehen Werner Somlai (55) und Günther Pilz (31) im Mittelpunkt. Youngster gegen Routinier. Was wollen die Oberriexinger? Vertrauen Sie Baurs langjährigem Kämmerer Werner Somlai, der es hinbekommen hat, dass die Stadt zu seiner Kanditatur ohne Schulden dasteht? Oder will man „frischen Wind“ ins Rathaus blasen. Auch Günther Pilz kann schon auf eine Vergangenheit in der Oberriexinger Verwaltung verweisen. Kann man sich sicher sein, dass er das Amt in der Enzstadt nicht nur als Sprungbrett für größere Aufgaben nutzen will? Bei Somlai kann man davon ausgehen, dass der Bürgermeistersessel das Endziel seiner Verwaltungslaufbahn darstellen soll. Wie auch immer: Am Sonntag haben 2388 Oberriexinger der insgesamt 3130 Einwohner die Qual der Wahl. Von 8 bis 18 Uhr sind die beiden Wahllokale (Grundschule und Rathaus) geöffnet. Die Wahlbenachrichtigungen sind zugestellt; das Briefwahlaufkommen ist beachtlich.
Wo wird sich die Wahlbeteiligung einpendeln? Da nimmt man in der Enzstadt sicher nicht die miese Quote von Pforzheim vom vergangenen Sonntag (nur knapp 40 Prozent) als Maßstab. „Ich rechne doch mit um die 60 Prozent“, meint Willi Baur. Er habe ja das letzte Mal als Alleinkandidat schon 40 Prozent geschafft.
„Die Einwohner interessieren sich stark“, hat Willi Baur festgestellt, „die Veranstaltungsangebote werden angenommen.“ Und nach seiner Einschätzung haben sich viele noch nicht entschieden. „Egal, wer zu meinem Nachfolger gewählt wird – ich habe keine Bedenken“, sagt der dienstälteste Bürgermeister des Landkreises (38 Jahre), der es nie bereut hat, 2003 noch einmal für eine halbe Periode angetreten zu sein, „die Verwaltung ist gut aufgestellt und die Rahmenbedingungen stimmen.“
Bis wann wird am Sonntag das Endergebnis erwartet? „Ich denke, dass wir bis 19 Uhr mit der Auszählung fertig sein werden“, meint Baur in Rücksprache mit seinem Mitarbeiterstab. Das Resultat soll im Rahmen des Kirchplatzkonzertes von „pro musica“ gegen 19.30 Uhr bekanntgegeben werden. Daran schließt sich eine Wahlparty an.
Der neue Bürgermeister wird nach der jetzigen Planung am 5. Oktober im Rahmen einer Gemeinderatssitzung von Landrat Dr. Rainer Haas eingesetzt.
Fragen an die beiden Kandidaten lesen Sie am Samstag in der Vaihinger Kreiszeitung. Verpassen Sie nicht „Das Duell"!
