Kleinglattbach (ev) – Der Kleinglattbacher Landwirt Hans-Georg Vollmer ist fassungslos. Unbekannte haben in seinem Maisfeld an der Wilhelmstraße gewütet und die Pflanzen niedergetrampelt. Jetzt spielt Vollmer mit dem Gedanken, Anzeige zu erstatten.
Zurückgeblieben sind geknickte Stängel und umgetrampelte Maispflanzen. Was aussieht, als hätte ein Sturm getobt, ist auf die Zerstörungswut Unbekannter zurückzuführen. Eine Fläche fast in der Größe eines Tennisfeldes ist ihnen zum Opfer gefallen. „Ähnlich sieht es aus, wenn Wildschweine in einem Feld gewütet haben. Die trampeln ebenfalls alles wahllos nieder. Das hier waren zweibeinige Wildschweine“, macht Eberhard Zucker, Vorsitzender des Bauernverbands Heilbronn-Ludwigsburg, seinem Ärger Luft. Viel Aufwand war nicht nötig, um den Schaden anzurichten. „Die haben die Pflanzen einfach mit den Füßen niedergetreten. Wenn das eine kleine Gruppe war, ging das ruck, zuck.“
Bereits am Wochenende hat Landwirt Hans-Georg Vollmer das Loch im Maisfeld entdeckt, doch noch immer schüttelt er verständnislos den Kopf und das nicht wegen des Schadens, der ihm entstanden ist. „Ich würde schätzen, dass es rund 100 Euro sind“, meint er. „Plus der Aufwand, der jetzt auf ihn zukommt“, ergänzt Zucker. Maschinen könnten das Chaos nicht beseitigen. Doch das, was Hans-Georg Vollmer wirklich stört, ist die Tatsache, dass seine Arbeit sowie sein Eigentum missachtet worden ist und dass sich solche Vorkommnisse häufen. Bereits in den Weizenfeldern habe er immer wieder Gänge und Lagerstätten entdeckt – aber nicht in diesem Ausmaß.
Wie groß der Schaden wirklich ist, lässt sich nur vermuten. Die zwei Ar große Fläche, die sichtbar ist, liegt am Rande des Feldes, ob es dem Mais mittendrin auch an den Kragen ging, kann noch nicht festgestellt werden. Die Pflanzen sind zu hoch. „Wie viel wirklich zerstört wurde, wissen wir erst nach der Ernte“, erklärt Vollmer.
Die erste Vermutung, die Landwirt und Bauernverbands-Chef aufstellten, war, dass sich Heranwachsende am Maisfeld vergangen haben. „Der Acker ist in der Nähe eines Wohngebiets. Da liegt es nahe.“ Doch als eine leere Flasche eines Wodka-Mix-Getränkes gefunden wurde, war für die beiden klar, dass die Zerstörung wohl auf Jugendliche zurückzuführen ist. „Man kann da nur an die Eltern appellieren, ihren Kindern beizubringen, wie man mit dem Eigentum anderer umgeht“, so Vollmer.
Abgesehen vom Appell spielt der Landwirt mit dem Gedanken, die Polizei einzuschalten. Auf jeden Fall will er sich ans Ordnungsamt wenden und darum bitten, dass städtische Vollzugsbeamte künftig auch ein Auge auf die Felder am Rande der Wohngebiete werfen. „Einen Zaun können wir ja schlecht um unsere Felder machen“, sagt Zucker nicht ohne eine Portion Galgenhumor. Die Ernte des Maises beginnt – je nach Verwendung – frühestens in sechs Wochen. „Natürlich hat man jetzt Angst, dass noch mehr zerstört wird“, sagt Vollmer. Doch Zeit, jeden Tag am abgelegenen Maisfeld vorbeizufahren, hat er nicht. „Wir sind ja mitten in der Getreideernte.“ Bleibt für ihn nur zu hoffen, dass bei der Maisernte noch etwas von seinem ein Hektar großen Feld übrig ist.
