60-Jähriger ertrinkt im Illinger Klostersee
Illingen (elf) – Zu einem tragischen Ereignis mit tödlichem Ausgang kam es gestern Vormittag beim Ernst-Maurer-See in Illingen. Als er das abgetriebene Spielzeugboot seiner neunjährigen Enkelkinder zurückholen wollte, ist ein 60-jähriger Mann aus Illingen in dem 4,50 Meter tiefen See ertrunken.
Taucher der Berufsfeuerwehr Stuttgart bargen den Toten in etwa 40 Meter Entfernung vom Ufer des südlichen Klostersees nahe des Waldspielplatzes. Der Leichnam befand sich nach Aussage von Bernd Straile, Kreisbrandmeister aus Mühlacker, in einer Tiefe von 3,80 Meter. Hier sei das Wasser zehn Grad kalt gewesen.
Zuvor spielten sich an dem Anglersee nach Informationen von Polizei und Feuerwehr dramatische Szenen ab. Es war demnach kurz nach 11 Uhr, als der 60-Jährige und seine beiden Enkelkinder am See mit einem ferngesteuerten Modellboot spielten. Als die Steuerung versagte und das Boot abtrieb, legte der Mann seine Kleider ab und schwamm rund 40 Meter hinaus, um es herauszuholen. Nachdem er das Schiffchen erreichte, ging er plötzlich unter. Ein 66-jähriger Passant, der die Szenerie beobachtete, bemerkte, dass der 60-Jährige in Not geriet. Er zog sich sofort die Kleider aus und sprang ins Wasser, um den Mann zu retten – ohne Erfolg. Er schwamm zurück ans Ufer und meldete den tragischen Vorfall über Notruf. Die Freiwillige Feuerwehr Illingen, die mit einem Nussschalen-Boot und einer Wärmebildkamera nach dem Verunglückten suchte, hatte ebensowenig Glück wie die Feuerwehr aus Mühlacker, die mit einem Rettungsboot anrückte. Ergebnislos blieb auch die Suche mit der Wärmebildkamera per Hubschrauber. Taucher der Berufsfeuerwehr Stuttgart, die gegen 12 Uhr eintrafen, fanden den Ertrunkenen etwa 40 Minuten später. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen. Das Notfall-Nachsorgeteam des Deutschen Roten Kreuzes kümmerte sich um die Enkelkinder sowie um Frau und Tochter des Ertrunkenen.
Die Illinger Feuerwehr war mit 14 Personen im Einsatz, die Feuerwehr Mühlacker mit vier und die Berufsfeuerwehr Stuttgart mit sechs Personen. Außerdem waren der Rettungsdienst samt Notarzt sowie ein großes Aufgebot der Polizei vor Ort. Die Kriminalpolizei Mühlacker nahm die Ermittlungen auf, geht allerdings nicht von einem Fremdverschulden aus.
