Mittwoch, 23. Mai 2012

Serenadenkonzert des Musikvereins Vaihingen


Serenadenkonzert am Kaltenstein. Foto: Arning
Serenadenkonzert am Kaltenstein. Foto: Arning

VAIHINGEN (wes) – Besser als am Freitagabend hätte es der Musikverein Vaihingen für sein Serenadenkonzert im Hof von Schloss Kaltenstein nicht treffen können. Ein angenehm warmer Sommerabend lockte mehr als 450 Zuhörer an, die sich von den klangvollen musikalischen Darbietungen des Großen Blasorchesters unter der Leitung von Stadtmusikdirektor Bruno Gießer begeistern ließen.
Die Vorsitzende des Musikvereins Vaihingen, Elfi Münchinger, versprach in ihrer mit einem launigen Sommergedicht gewürzten Begrüßung den Besuchern nicht zuviel, als sie diesen ein farbenreiches, unterhaltsames Programm ansagte. Bruno Gießer und seine höchst ambitionierten Musikerinnen und Musiker hatten ein buntes Programm zusammengestellt. Vertreten waren einige Kompositionen, die das erst wieder bei einem kürzlich stattgefundenen Wertungsspiel erneut erfolgreichen Orchester während der zurückliegenden Konzertsaison ausführte, und auch etliche, extra für dieses Serenadenkonzert einstudierte Werke. Der „Königsmarsch“ von Richard Strauss, mit dem das Programm eingeleitet wurde, zählt zu den seit längerer Zeit gern dargebotenen Stücken. Spannungsvolle Trommelwirbel und hell klingende Fanfaren eröffneten das Konzert festlich. Ein echtes Paradestück für dieses herausragende Blasorchester ist die Ouvertüre zu „Orpheus in der Unterwelt“ von Jacques Offenbach, bei deren temporeicher und glitzernden Aufführung sich die Soloklarinettistin Daniela Seemann sehr virtuos einbrachte. Beschwingt und melodiös erklang der portugiesische Marsch „O Vitinho“ von Francisco Marques Neto und auch der Tango „Argentina“ von Hans Ehrlinger, den einst das bei allen bedeutenden Tanzwettbewerben das Orchester Hugo Strasser spielte, war in der Ausführung durch das MVV-Blasorchester r ein flott dargebotenes Stück guter Unterhaltungsmusik.
Die Angehörigen des Trompetenregisters zogen sich zur Aufführung einer „Blues- Brother-Revue“ in einem Arrangement von Jay Bocook schwarze Jacken an, setzten sich ebenso farbige Hüte auf und schoben sich Sonnenbrillen vor die Augen, um auf diese Weise authentische Stimmung für Hits, mit denen einstens diese coole Band aus den USA Welterfolge erzielte, hervorzurufen. Massiver Big Band-Sound breitete sich dabei im Hof von Schloss Kaltenstein aus. Alle tiefen Blasinstrumente, wie Hörner, Bariton oder auch die Tuba gaben in dem marschähnlichen Stück „Them Basses“ von Getty Herschel Huffine kraftvoll und wohlklingend den Ton an. Als ein anspruchsvolles konzertantes Werk erwies sich die Ouvertüre zur Oper „Zampa“ von Ferdinand Hérold, den das MVV-Blasorchester opulent interpretierte. Darin bestach mit Rebecca Knecht eine weitere Soloklarinettistin mit ihrer Virtuosität.
Zum Abschluss des Serenadenkonzerts entführten Bruno Gießer und sein Takt für Takt klangprächtig musizierendes Orchester die Zuhörer zunächst in einem Arrangement von Erwin Jahreis mit fetzig gespielten „Pop Classics“ nach Italien, danach mit der flotten, melodiösen Polka „In der Klostermühle“ von Antonin Zvácek nach Böhmen und mit dem Welthit „The Lion sleeps tonight“, arrangiert von Simon Felder, nach Südafrika. Und erst nach den drei Zugaben („O Happy Day“, dem „Radetzky-Marsch“ und schließlich dem „Hoch- und Deutschmeister-Marsch“) entließen die zum Teil stehend Beifall spendenden Besucher des Serenadenkonzerts die fabelhaften Musikerinnen und Musiker. Sonderapplaus erhielt Frank Hönekop für seine kompetente und humorige Moderation.


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