Mittwoch, 23. Mai 2012

Vaihinger Eisblockwette


Spannung bei der Auflösung der Eisblockwette. Foto: Arning
Spannung bei der Auflösung der Eisblockwette. Foto: Arning

Vaihingen (aa) – Das Geheimnis ist gelüftet! 41,5 Prozent des in einem isolierten Häuschen auf dem Vaihinger Adlerplatz gelagerten Eisblocks sind nach 36 Tagen übrig geblieben. Gestern Nachmittag wurde der Block wieder ans Tageslicht und in die Wärme gehievt.
Die Männer der Stuckateur- und Zimmererinnung Ludwigsburg wussten nicht so recht, wie sie das Ergebnis des Langzeittestes bewerten sollten. „Ein wenig mehr Resteis hätten wir schon erwartet", gab Gerhard Wasserbäch, Stuckateurmeister aus Enzweihingen, zu. 20 Prozent der nahezu 250 Tipper hatten sich auch auf hohe Prozentwerte zwischen 80 und 85 Prozent eingeschossen. So auch Oberbürgermeister Gerd Maisch, der seinen Zettel sogar mit einer 87-Prozent-Schätzung abgegeben hatte. „Es lag wohl auch an der Dichtigkeit des gelieferten Eises. Es handelte sich offensichtlich um Crasheis.“ Dennoch. Der Test war insgesamt beeindruckend und hat dokumentiert, was eine Dämmung bewirken kann. Der Eisblock (ein Kubikmeter) steckte in einer Kiste aus OSB-Platten und war mit einer 30 Zentimeter dicken Dämmung umgeben. „So werden heute Passivgebäude gedämmt“, meinte Stuckateur-Innungsobermeister Klaus Steidle.
Vor einem Jahr war die Wette schon einmal in Ludwigsburg durchgeführt worden. Damals waren nach acht Wochen rund 25 Prozent des Eises übrig geblieben. Steidle: „Das Häuschen stand aber praktisch den ganzen Tag in der Sonne.“ Am 12. September wird die gleiche Aktion nochmals in Marbach wiederholt. Der Obermeister: „Die Hausbesitzer müssen begreifen, dass sich eine gute Dämmung lohnt.“
Wie wurde gestern das Resteis taxiert? Die Handwerker schafften in Eimern und Kannen Wasser aus dem Marktplatzbrunnen heran und füllten die Eisbox wieder auf. Das Wasser wurde dann in eine Box der gleichen Größe abgepumpt. Stefan Leibfried, Obermeister der Zimmerer-Innung, stellte schließlich mit dem Meterstab das Ergebnis fest: Wasserstand 58,5 Zentimeter, das ergibt ein Restvolumen Eis von 41,5 Prozent. Dem lag der Enzweihinger Manfred Hofer am nächsten. Manche Zuschauer bruddelten zwar etwas, fanden, dass das eingeschüttete Wasser und die Sonne noch schnell für eine Schmelze gesorgt hätten, doch auf diese Feinheiten konnte man nicht reagieren.
Das waren die besten Schätzer der Wette: Manfred Hofer, Enzweihingen, 42,5 Prozent, Sabine Rücker, Aurich (37,6), Marlene Koch, Kleinglattbach (36,75), Thomas Wilhelma, Mühlacker (46,7), Renate Steiner, Vaihingen (49), Jessica Thomas, Brokstedt (49), Anna Tognotti, Vaihingen (50), Ursula Scherer, Enzweihingen (50), Jennifer Hampel, Vaihingen (50), Philipp Hampel, Vaihingen (50). Die Essens- und Eisgutscheine werden den Gewinnern zugesandt.


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