Mittwoch, 23. Mai 2012

Seifenkisten-Rennen in Vaihingen


Start frei für die Seifenkisten. Foto: Bögel
Start frei für die Seifenkisten. Foto: Bögel

Vaihingen (ub) – Auf dem Hockenheim-Ring röhrte gestern die Formel 1. Auf der Köszeger Straße in Vaihingen ging es am Samstag und Sonntag zwar eine Nummer gemächlicher zu, aber ordentliche Geschwindigkeiten gab es bei den deutschen Meisterschaften im Seifenkistenrennen auch. „Die Strecke hat ihren Speed“, sagten viele Teilnehmer.
Und zu schnelle Seifenkisten sorgten am Samstag bei den Vorläufen für ein Chaos. „Bis die Rennen laufen, ist es die Hölle“, stöhnte deshalb auch Michael Toy von der städtischen Jugendarbeit, der mit seinen 80 ehrenamtlichen Helfern die Gesamtverantwortung für die Großveranstaltung, bei der über 1000 Zuschauer gezählt wurden, hatte. Der baden-württembergische Seifenkisten-Verband kappte die Strecke mit Start auf dem Baresel-Gelände um rund die Hälfte. Toy: „Zuerst wollten wir auf der Köszeger Straße bis runter fahren. Doch die Entscheidung, das Ziel weiter hoch zu verlegen, war schon richtig.“
54 Teilnehmer, davon zehn Mannschaften mit 23 Fahrern, waren ab gestern Mittag bei den deutschen und baden-württembergischen Meisterschaften, den Orts- und Juxrennen am Start. Knapp über 20 Sekunden brauchten die meisten Fahrer, bis sie über die Ziellinie brausten. „Man kriegt auf der Strecke ordentlich Geschwindigkeit drauf“, sagten beispielsweise der elfjährige Marcel und sein Vater Stefan Rohloff aus Heilbronn. Mit 48,9 Stundenkilometer wurde ihre Kiste gestoppt.
Vor allem bei der Schikane im Mittelstück mussten die Piloten mit Fingerspitzengefühl agieren. Geschick brauchten aber auch die vielen Zuschauer am Straßenrand – ein Wespennest sorgte hier für Aufregung. Ein DRK-Helfer: „Die Tiere sind aggressiv und haben schon ein paarmal zugestochen.“
Mit 700 Strohballen und 800 Autoreifen war die Strecke von den ehrenamtlichen Helfern präpariert worden. „Da ist schon Teamwork nötig“, lobte der Vaihinger Oberbürgermeister Gerd Maisch bei der Begrüßung gestern Nachmittag.
Der letzte Seifenkisten-Event war im Jahr 2005 in Aurich. „Doch die Strecke hier auf der Köszeger Straße ist steiler und anspruchsvoller“, so Toy. Dies bekam auch ein Pilot bei den Vorläufen am Samstag zu spüren: Er krachte gegen die Strohballen und ein Rad knickte ab. Auch gestern bei den Ortsrennen kam es zu einer Karambolage – allerdings aber erst nach dem Ziel. Ein Fahrer kam beim Ausrollen von der Strecke ab und überschlug sich mit seiner Seifenkiste. Das konnte Marcel Rohloff aus Heilbronn nicht passieren. Sein Gefährt war durch Sicherheit bestimmt: vierfache Scheibenbremsen, Überrollbügel und Sicherheitsgurt.
Stark engagiert bei den Seifenkisten-Meisterschaften war die Deutsche Bank. Das Geldinstitut baute für die Veranstalter einen Übergang und stellte kostenlos Streckenposten zur Verfügung. Toy: „Das ist schon eine tolle Sache.“
Gibt es künftig regelmäßig Seifenkisten-Rennen in Vaihingen? Toy: „Das wäre schon zu überlegen. Aber es ist auch viel Arbeit und müsste auf mehreren Schultern verteilt werden.“ OB Maisch: „Für die Veranstaltung in Vaihingen waren monatelange Vorbereitungen nötig.“ Stimmungsvoll eröffnet wurden die Rennen am Sonntag kurz vor 13 Uhr mit einem Trommlerzug von Georgie Hocker.
Über die Ergebnisse der Meisterschaften und Besonderheiten der Mitmacher berichtet die VKZ in ihrer Dienstagsausgabe.


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