Ludwigsburg/Vaihingen (ub) – Das Zauberwort heißt „Strukturoptimierung 2007 plus“. Mit diesem Maßnahmenpaket konnte die Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim gGmbH ihr Jahresergebnis 2007 auf minus 1,6 Millionen Euro drücken. Ohne die Strukturoptimierungen wäre eine weiteres Minus von rund 5,8 Millionen Euro dazu gekommen. Gestern Nachmittag nahm der Ludwigsburger Kreistag die Bilanz 2007 zur Kenntnis.
Die 1,6 Millionen Euro auf der Soll-Seite kann der Kliniken-Verbund mit dem Klinikum Ludwigsburg (Zentralversorgung), den Krankenhäusern Bietigheim (Regelversorgung), Marbach (Grundversorgung), Vaihingen (Grundversorgung) und der Orthopädischen Klinik in Markgröningen aus den Gewinnen der Jahre 1997 bis 2005 abdecken. Aktuell liegen 8,8 Millionen Euro auf der hohen Kante. „Ab 2009 wollen wir aber wieder eine schwarze Null schreiben und danach wieder etwas in die Gewinnrücklage tun“, verkündeten gestern die beiden Geschäftsführer Dr. Andrea Grebe und Edwin Beckert bei einer Pressekonferenz.
Die vier Krankenhäuser haben aktuell 1490 Betten (Vaihingen 60 Betten) plus 213 Betten in der Fachklinik in Markgröningen. Bei der Kliniken gGmbH sind 3883 Menschen beschäftigt. 59195 Patienten wurden im letzten Jahr an den vier Krankenhaus-Standorten behandelt (Vaihingen 2547). Die Verweildauer in Tagen: Klinikum Ludwigsburg 7,32, Krankenhaus Bietigheim 6,88, Krankenhaus Marbach 8,37 und Krankenhaus Vaihingen 5,94. Eine deutliche Zunahme bei den ambulant behandelten Patienten von 121739 im Jahr 2006 auf 135440 im Jahr 2007 ist zu verzeichnen. Im Krankenhaus Vaihingen kletterte die Zahl der ambulant behandelten Patienten von 8308 auf 9802.
Trotz den Mehrausgaben im letzten Jahr (neue Tarife, Mehrhwertsteuer, Sanierungsabschlag) investierte die Kliniken gGmbH – sie bildet zusammen mit den Enzkreis-Kliniken die Kliniken Holding – 16,2 Millionen Euro. In dieser Summe sind auch 1,7 Millionen Euro für die Haustechnik im Krankenhaus Vaihingen und 1,8 Millionen Euro für das Ärztehaus in Vaihingen beinhaltet. Beckert: „Vaihingen haben wir jetzt bald durchsaniert und den Standort gesichert.“ 2008 soll die Neuorganisation des Patientenaufnahme- und Informationspunktes auch baulich nachgezogen werden.
Entscheidend für den Jahresabschluss 2007 waren aber die gegensteuernden Maßnahmen, die unter dem Stichwort Strukturoptimierung laufen. Damit konnte das Defizit entscheidend gemindert werden. Als Beispiele für die Strukturoptimierung gelten beispielsweise die Bildung von dezentral arbeitenden Zentren. In diese Kategorie fällt das Verbundlabor – durch das Ärztehaus Vaisana konnte das Krankenhaus Vaihingen sein eigenes Labor sogar erweitern. Oder das Projekt Tätigkeitsprofile, welches die Neuordnung und Restrukturierung der Aufgabenbereiche auf Station zwischen den Berufsgruppen beinhaltet. Ziele sind die Entlastung des ärztlichen und pflegerischen Dienstes von administrativen Tätigkeiten durch den Einsatz von Stationsassistenten und medizinischen Dokumentationsassistenten, sowie der Neuordnung klinischer Tätigkeiten zwischen Arzt und Pflege. Konkret heißt das für den Betriebsablauf: Es wird mehr geleistet ohne mehr Personal. Medizinische Geschäftsführerin Grebe: „Wir gehen auf die Stationen und gucken, wo geht noch was.“ Die Optimierung bei den Operationen bedeutet für das Personal allerdings eine „Arbeitsverdichtung“ (Grebe).
Auch punktet die Kliniken gGmbH mit der schieren Größe. Geschäftsführer Beckert: „Mit der Hereinnahme der Orthopädischen Klinik in Markgröningen konnten wir die Preise für Implantate weiter drücken.“
Und die Entwicklung der Kliniken Holding (56 Prozent Landkreis Ludwigsburg, 25 Prozent Enzkreis und 19 Prozent Große Kreisstadt Bietigheim-Bissingen) geht weiter. Aktuell laufen Gespräche mit dem Landkreis Karlsruhe, die Krankenhäuser in Bruchsal und Bretten in die Holding zu integrieren. Beckert gibt sich zuversichtlich: „Das würde schon Sinn machen.“
