Mittwoch, 23. Mai 2012

Didaktische Auffrischung für Keltenmuseum


Museumschefin Stork zeigt die Schwachstellen. Foto: Bögel
Museumschefin Stork zeigt die Schwachstellen. Foto: Bögel

Hochdorf (ub) – „Wir wollen weiter in der ersten Liga mitspielen.“ Mit dieser Aussage wirbt heute Abend Dr. Simone Stork, Leiterin des Keltenmuseums in Hochdorf, bei der Sitzung des Eberdinger Gemeinderats für die Erneuerung der Didaktik des Museums, das im Mai 1991 eingeweiht wurde.
Um die Einrichtung des damals 4,3 Millionen Mark teuren Museums auf Vordermann zu bringen, müssen über 100000 Euro investiert werden. Die Gesamtkosten für die Raumplanung, die Neugestaltung und die Datenerstellung betragen 54600 Euro, die Gesamtkosten für den musealen Innenausbau belaufen sich auf 50000 Euro.
Nach 17 Jahren Museumsbetrieb ist der didaktische Renovierungsbedarf augenscheinlich: Schautafeln sind verblasst und verschmiert, neue wissenschaftliche Erkenntnisse sind nicht eingearbeitet. Eine Stufe zu der Abteilung Siedlungsbereich entpuppt sich immer wieder als Stolperfalle für die Besucher. Die Schrift in den Vitrinen kann nicht von jedermann problemlos gelesen werden. Im Außenbereich ist das Wahrzeichen des Museums, das einst silberfarbene Rohr, verschmutzt und teilweise verrostet. Stork: „Auch das Lackprofil am Gebäude ist vermoost.“
1991 hat die Gemeinde eines der modernsten vorgeschichtlichen Museen geschaffen. Landesweit hat Hochdorf Beachtung gefunden, Fachleute und das Publikum sprachen für die Museumskonzeption einhelliges Lob aus. Museumsleiterin Stork: „Allerdings haben sich im Laufe der Jahre die technischen Möglichkeiten der Präsentation geändert.“ Und die jetzt angestrebte Lösung soll nicht nur von kurzer Dauer sein. „Unsere gute Konzeption soll zukunftsfähig hergestellt werden“, erläutert Stork.
Damit soll auch den Sehgewohnheiten und den Bedürfnissen des heutigen Museumspublikums Rechnung getragen werden. Immerhin besuchen durchschnittlich 30000 Menschen jährlich das Keltenmuseum in Hochdorf. Die Konkurrenz schläft aber nicht. In den letzten Jahren hat sich die Museumslandschaft geändert – vielerorts buhlen Keltenmuseen um die Gunst der Interessierten.
Seit 2006 gibt es das Römer-Keltenmuseum in Manching, das Keltenmuseum in Hallein wurde grundlegend renoviert, in Glauberg ist ein großes Keltenmuseum mit Forschungszentrum und Aussichtskanzel geplant, im fantastischen Design erstrahlt seit 2007 die Arche Nebra in Sachsen-Anhalt. Seit zehn Jahren baut die Henneburg an dem Freilichtmuseum, dazu lockt noch die Keltenwelt Rhön. Stork: „Es ist ganz klar, wir sind nicht mehr das Keltenmuseum, sondern eben ein Keltenmuseum. Und da die Besucher zunehmend kritischer werden, müssen wir etwas tun.“
Von dem Konzept des Keltenmuseums in Hochdorf ist Dr. Simone Stork nach wie vor überzeugt, „es fehlt eben nur die Aktualisierung“. Auch müssen die Erklärungen zweisprachig sein – nach der didaktischen Renovierung werden die Texttafeln auch in Englisch zu lesen sein. „Wir sind immer noch sehenswert, wir müssen jetzt aber vorbeugen und die Sache auf eine gute Schiene bringen“, so der Appell der Hochdorfer Museumschefin.
Wenn der Gemeinderat der didaktischen Auffrischung heute Abend zustimmt, soll das Museum im März nächsten Jahres zehn Tage für die Arbeiten geschlossen werden. Jetzt steht im September aber erst einmal eine Sonderausstellung an: Meisterwerke der Metallzeiten aus Kroatien.


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