Mittwoch, 23. Mai 2012

Werbung für den ÖPNV


Umsteigen auf Busse und Bahn ist angesagt. Foto: Arning
Umsteigen auf Busse und Bahn ist angesagt. Foto: Arning

 

 

 

Ludwigsburg (aa) – Auch vor dem Hintergrund der geradezu explodierenden Spritpreise kommt dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) eine immer stärkere Bedeutung zu. „Individuelle Mobilität können sich bald viele nicht mehr leisten“, ist sich zum Beispiel Landrat Dr. Rainer Haas sicher. Und Thomas Hachenberger, Geschäftsführer des VVS, wirbt: „Wir haben für Umsteiger noch genügend Kapazitäten frei.“
Besonders stolz ist Hachenberger auf seine Vaihinger Mitbürger. „Von den Pendlern nutzen rund 20 Prozent Busse und Bahn“, weiß er. „Das ist kreisweit ein absoluter Spitzenwert und eigentlich nur mit einer Großstadt zu vergleichen.“ Auch der VVS-Geschäftsführer fährt jeden Tag mit der Bahn nach Stuttgart – vorbei am Stau.
Busse und Bahnen haben im Landkreis einen hohen Stellenwert, das Scool-Ticket gilt als Erfolgsmodell, die der Buskonzepte werden ständig fortgeschrieben… „Wir lassen uns das Angebot an Bus- und Bahnverbindungen alleine in diesem Jahr 26,4 Millionen Euro kosten, also 66 Prozent mehr als 1996“, weiß Landrat Haas. In der gleichen Zeit haben zum Beispiel die Busfahrgastzahlen um 18,7 Prozent (Verbund plus 12,0 Prozent) zugenommen. „Ludwigsburg ist“, so Dr. Haas, „der einzige Landkreis mit flächendeckenden Buskonzepten, einem flächendeckenden Nachtbusangebot und dem Angebot, schwerstbehinderte Menschen kostenlos und ohne Beschränkung mit einem individuellen Fahrdienst zu befördern.“
Für das Engagement in Sachen ÖPNV gab es Lob von Thomas Hachenberger, Geschäftsführer des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart (VVS): „Dass sich die Bevölkerung des Landkreises in unserem ÖPNV-Kundenbarometer durchweg positiv zum Nahverkehrsangebot im Kreis geäußert hat, ist ein deutliches Zeichen dafür, dass das Engagement des Kreises anerkannt wird.“ (siehe auch Artikel auf dieser Seite)
Der Landrat wies im Rahmen eines ÖPNV-Sommergespräches darauf hin, dass das Scool-Ticket für Schüler unter Federführung des Landkreises zum Schuljahr 1999/2000 als Schülermonatskarte im Abonnement eingeführt worden ist. „Trotz stagnierender Schülerzahlen steigen die Verkaufszahlen des Scool-Tickets immer weiter – das zeigt die große Beliebtheit dieses Erfolgsmodells, das ständig weiterentwickelt und vom Landkreis mit 10,80 Euro pro Ticket bezuschusst wird“, sagte Haas. Dabei habe das Land die Fördermittel an den Kreis Ludwigsburg bei der Schülerbeförderung schon vor einigen Jahren von ursprünglich 6,9 Millionen Euro auf 5,3 Millionen Euro verringert.
Zum Thema Finanzen wäre natürlich auch noch einiges zu sagen. Es sei leider so, dass man jährlich etwa erhöhen müsse, meinte Hachenberger, doch im Vergleich mit anderen Verbünden liege man nicht schlecht (2007: + 3,5 Prozent, 2008: +2,8 Prozent). Und da seien halt auch die hohen Energiekosten ein Faktor. Für den Landrat ist indessen die sogenannte Einnahmezuscheidung ein rotes Tuch. Seitdem der Verband der Region Stuttgart mitmischt, fühlt man sich als überproportionaler Zahler und hofft auf die Klärung durch einen Gutachter.
Die Sicherung der Strohgäubahn für die Zukunft, die Wirtschaftlichkeitsberechnung für die projektierte Stadtbahn Schwieberdingen/Markgröningen-Möglingen-Ludwigsburg-Remseck und die Verwirklichung des S-Bahn-Ringschlusses Marbach-Backnang sind aus Sicht des Landrats die herausragenden anstehenden Projekte. Außerdem hat man einen Internet-Radroutenplaner im Visier. Als ganz wichtig wird die Fortschreibung der Buskonzepte unter den Gesichtspunkten Wochenendverkehr, bedarfsgesteuerte Systeme und Tourismus angesehen.

Zufriedene Kunden

Ludwigsburg (aa/p) – Die Fahrgäste des ÖPNV im Landkreis Ludwigsburg sind mit dem Nahverkehrsangebot in ihrem Landkreis durchaus zufrieden. Das hat das VVS-Kundenbarometer, erstellt von TNS Infratest aus Bielefeld, ergeben.

 Der repräsentativen telefonischen Fahrgastbefragung zufolge, verbesserten sich die Zufriedenheitswerte für den Landkreis Ludwigsburg von 2004 bis 2006 in vielen Bereichen. Schnelligkeit der Beförderung (von 2,46 auf 2,42) sowie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit (von 2,69 auf 2,64) liegen im Landkreis an der Spitze der Bewertungsskala (Schlüssel siehe Artikelende). „Diese positive Bewertung des ÖPNV im Landkreis zeigt, dass wir gute Arbeit geleistet haben und dass das Nahverkehrsangebot von den Bürgern auch geschätzt wird“, meint Landrat Dr. Rainer Haas. VVS-Geschäftsführer Hachenberger pflichtete dem bei: „Wenn der ÖPNV im Landkreis in der Bewertung durch seine Bürger solche Beurteilungen bekommt, dann ist das ein Kompliment für die Kreisverwaltung und auch für die Verbundverkehrsunternehmen.“Die Umfrageergebnisse und die daraus resultierenden Bewertungen weiterer Leistungsaspekte im Landkreis Ludwigsburg haben sich wie folgt entwickelt: Das Merkmal Schnelligkeit der Beförderung wird mit 2,45 bewertet (2004: 2,52) und die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit ist mit 2,63 (2004: 2,71) benotet worden. Die Sicherheit tagsüber in den Fahrzeugen wird mit 2,56 (2004: 2,62) und die Sicherheit abends im Fahrzeug wird mit 3,07 (2004: 3,25) beurteilt. Die Informationen in den Fahrzeugen wird gleichbleibend mit 2,97 bewertet, die Freundlichkeit des Personals ist mit 2,82 (2004: 2,87) beurteilt worden. Die Zufriedenheit mit den Anschlüssen der Verkehrsmittel stieg leicht auf 2,91 (2004: 2,96). Verbessert hat sich auch das Urteil über die Fahrausweisautomaten. Hier wurde der Wert 3,27 erzielt (2004: 3,35). Diese verbesserte Bewertung ist darauf zurückzuführen, dass die DB auch im Bereich des Landkreises Ludwigsburg ältere Automaten gegen modernere, mit Touch-Screen-Technik ausgerüstete, Ticketautomaten ausgetauscht hat. Die Sauberkeit und Gepflegtheit der Haltestellen wurde kreisweit mit 3,2 bewertet (2004: 3,3). Komfort und Ausstattung der Stationen/Haltestellen wurden kreisweit mit 3,12 (2004: 3,20) beurteilt. Und wenn der VVS sich etwa wünschen dürfte? Thomas Hachenberger: „Wir würden dringend die Zahl der Schwarzfahrer reduzieren. Sie kosten uns jährlich 15 Millionen Euro. Da könnten wir ein Jahr auf Tariferhöhungen verzichten.“Der VVS lässt seit 2004 alle zwei Jahre mit einer Fahrgastumfrage die Zufriedenheitswerte von verschiedenen Leistungsaspekten ermitteln. Dadurch können Entwicklungen über längere Zeiträume hinweg betrachtet werden. Ziel ist es, mit Hilfe einer Schwachstellenanalyse gezielt Verbesserungen einzelner Leistungsaspekte und damit eine Verbesserung der Globalzufriedenheit mit dem ÖPNV zu erreichen.Grundlage der Befragung war folgende Bewertungsskala: 1 = vollkommen zufrieden, 2 = sehr zufrieden, 3 = zufrieden, 4 = weniger zufrieden, 5 = unzufrieden.


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