Mittwoch, 23. Mai 2012

Wohnraum statt Industrie in Aurich


Geländebrache von Aski-Schaum. Foto: Rücker
Geländebrache von Aski-Schaum. Foto: Rücker

Aurich (sr) – Dass Sitzungsvorlagen mitunter Überraschungen bergen, stellten Mitglieder des Auricher Ortschaftsrats vor wenigen Tagen fest: Die Marke Wolff der Uzin Utz Gruppe in der Dieselstraße trägt sich mit dem Gedanken einer Umsiedlung, steht dort zu lesen. Dadurch würde sich das Areal, ebenso wie das nahe liegende Aski-Schaum-Gelände, für eine Wohnbebauung anbieten.
Zunächst einmal soll die Industriebrache der ehemaligen Firma Aski-Schaum in der Auricher Dieselstraße einen neuen Namen erhalten. Aus der ursprünglichen „Frühmessfurche, 2. Änderung“ soll der Bebauungsplan „Römerbergle“ werden. Auf der rund 12000 Quadratmeter großen Brachfläche sind laut Gestaltungsplan „Römerbergle“ zwölf Doppelhäuser und 15 Einzelhäuser eingezeichnet.
Die Planung bezüglich des großen Grundstückes wird laut Sitzungsvorlage von einem Bauträger übernommen, ebenso die Erschließung. Die Pläne stellen sich folgenderweise dar: Durch das neue Wohngebiet führt eine Ringstraße, die in der Dieselstraße und dem Sonnenblumenweg mündet. Ein Anschluss an die Kreisstraße 1649, die Florian-Geyer-Straße, ist nicht vorgesehen. Die Grundstücke haben eine Größe zwischen 360 und 650 Quadratmeter. Die Bepflanzung in Richtung Florian-Geyer-Straße muss erhalten bleiben, dort wird der bestehende Lärmschutzwall um bis zu 1,6 Meter erhöht. An der Nordoststrecke des Quartiers wird der vorhandene Wall hingegen mit einer 15 Meter langen Lärmschutzwand versehen.
 Ein vorliegendes Gutachten weist darauf hin, dass die Bodenplatte im Werkstatt- und Produktionsbereich oberflächlich mit Mineralölkohlenwasserstoffen verunreinigt ist. Diese Bereiche müssen somit separiert und ordnungsgemäß entsorgt werden. Bei der Demontage und Entsorgung der alten Fabrikgebäude sind Substanzen wie künstliche Mineralfasern und Wellasbestzement gesondert zu behandeln.
Der Umbruch im eingeschränkten Gewerbegebiet Frühmessfurche erstreckt sich möglicherweise auch auf das Gelände der Marke Wolff der Uzin Utz Gruppe. Die trägt sich mit dem Gedanken der Umsiedlung, weil sie über keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr verfügt. 6000 Quadratmeter Fläche würden dadurch frei werden. Des weiteren habe es für ein unbebautes, 3500 Quadratmeter großes Grundstück zwischen dem Wohn- und Gewerbegebiet in der Dieselstraße in jüngerer Zeit nur noch Anfragen für Wohnnutzung gegeben. Daher liege der Gedanke nahe, so das Stadtplanungsamt, dass im Interesse einer geordneten städtebaulichen Entwicklung für das verbleibende Gewerbegebiet ebenfalls eine Umnutzung zu Wohnzwecken angestrebt werden soll.
Zwei vorhandene Firmen, ein Schlosserei- und Kunstschmiede- sowie ein Wartungsbetrieb für Kfz und Landmaschinen, genießen Bestandsschutz. Einzel-, Doppel- und Reihenhäuser sowie Mehrfamilienhäuser wären in dem Plangebiet „Nördlich der Dieselstraße“ denkbar. Zwei Planungsvarianten, die sich im wesentlichen in Bezug auf die möglichen Baudichten und die Lage der Stichstraßen unterscheiden, liegen dem Ortschaftsrat vor. Dieser wird in öffentlicher Sitzung heute ab 19.30 Uhr über die beiden Vorhaben beraten.


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