Mittwoch, 23. Mai 2012

Verregnetes Lindenfest


Umzug beim Roßwager Lindenfest. Foto: Bögel
Umzug beim Roßwager Lindenfest. Foto: Bögel

Roßwag (ub) – Schade! Ausgerechnet zum Start des Umzugs beim Roßwager Lindenfest setzte gestern um 13 Uhr der Regen ein. Bei der Linde gab es deshalb das traditionsreiche Heimatfest in abgespeckter Form.
Das Roßwager Lindenfest – oder „Lennenfest“, wie die Einheimischen sagen – garantiert in aller Regel heiße Temperaturen. Gestern dagegen „Sauwetter“: Nur unter Regenschirmen konnten die Besucher den Umzug der 15 Gruppen verfolgen, unter der Linde wurden viele Vorführungen auf der rutschigen Bühne unmöglich. „Das hat es das letzte Mal vor Jahrzehnten gegeben“, erinnern sich altgediente Lindenfestler.
Das Lindenfest gilt als Heimat- und Kinderfest mit dörflichem Charakter. Das ganze Dorf macht mit, die Einwohner identifizieren sich. Das ist das Besondere an dem Fest, das vor 74 Jahren zum ersten Mal gefeiert wurde.
Am Sonntag stand der Umzug unter dem Motto „Bücherwürmer“. Ein Ausschuss des Liederkranzes Roßwag legt Jahr für Jahr einen Titel fest, der das Kindgerechte beim Lindenfest herausstreicht. Angeführt vom Spielmannszug präsentierten sich dann die Bücherwürmer in den verschiedensten Variationen: die Buchstaben-Fresser, das kleine Gespenst, der Räuber Hotzenplotz, Jim Knopf, Max und Moritz, Pippi Langstrumpf, Suppenkasper und natürlich der Rulaman. Traditioneller Abschluss der Wagen der Moschde – dieses Mal als Schlümpfe.
Bis kurz vor 13 Uhr galt noch das Prinzip Hoffnung. Zwar zogen dunkle Wolken über den Ort, doch die Regenschirme konnten noch geschlossen bleiben. Dann die ersten Takte des Spielmannszuges – und der Himmel öffnete seine Schleusen. Und auch der Roßwager Posaunenchor konnte den Regen nicht wegblasen. Da kam das kostenlose Glas Rotwein der Weingärtnergenossenschaft gerade recht. Gewiefte Roßwager Umzugsgucker positionierten sich beim Rathaus, denn dort konnte der bunte Lindwurm gleich zweimal angeschaut werden.
Bei der Linde dann eine kurze Krisensitzung: Gibt es Vorführungen oder droht der Abbruch? Der Kindergarten winkte gleich ab: Auf der rutschigen Bühne sei es zu gefährlich für die Kinder. Die Grundschule präsentierte dann bei strömenden Regen einige Gedichte, doch wer lauscht schon auf nassen Bierbänken den Vorträgen?
Das Grußwort des Ortsvorstehers war bereits im Vorfeld gestrichen worden: Hans-Dieter Eisinger liegt seit Freitag im Krankenhaus.


Seitenanfang