Vaihingen (ub) – Das macht auch dem Polizeipräsidenten Spaß. Die kleine Besuchergruppe sperrt Konrad Jelden in eine der drei Zellen des Polizeireviers Vaihingen ein. „Der Präsident als Schließer“, so der Kommentar der Beamten. Gestern präsentierte sich das Revier an der Heilbronner Straße bei einem „Tag der offenen Tür“.
Der Gang mit einer sogenannten Rauschbrille, die dem Alkoholkonsum von 1,5 Promille entspricht, die Fahrt auf dem Gurtschlitten, das Foto auf dem Polizeimotorrad, die Präsentation der verschiedenen Polizeifahrzeuge, Waffen hinter Schaukästen, der Fingerabdruck für den Kommissarsausweis – die Beamten des Polizeireviers Vaihingen hatten allerhand auf die Beine gestellt, um das Publikum zu locken. Und die Aktionen kamen an. Ab der Mittagszeit herrschte in den Gängen der Polizei reger Betrieb.
„Die Polizei muss zum Anfassen da sein. Und in Vaihingen wurde es immer ausgezeichnet geschafft, dass es eine bürgernahe Polizei gibt“, lobte Polizeipräsident Konrad Jelden, ein gebürtiger Vaihinger. „Die Polizei muss sich zeigen. Ein Tag der offenen Tür steht nicht in den Vorschriften, deshalb ist diese Aktion auch ein tolles Signal an die Bevölkerung“, sagte der Vaihinger Oberbürgermeister Gerd Maisch. Die Polizei in Vaihingen bedeute auch eine hohe Sicherheit für die Bevölkerung. Nach den Zahlen der Kriminalitätsstatistik sei die Region hier relativ sicher – Maisch: „Das liegt einerseits an der Struktur der Stadt, aber auch an der Arbeit der Polizei.“ Man habe ihm, Maisch, berichtet, wenn man als Polizist durch die Fußgängerzone gehe, werde man noch gegrüßt. „Das ist nicht mehr überall der Fall.“
Eine Anlaufstation bei der Besichtigungstour im Polizeirevier waren gestern auch die drei Ausnüchterungszellen im Keller. Maximal 24 Stunden können hier die „Gäste“ der Polizei festgehalten werden. Allerdings ist dieser „Besuch“ nicht kostenlos: „40 Euro für einmal ausnüchtern“, brachte es Landtagsabgeordneter Wolfgang Stehmer bei seinem Rundgang auf den Punkt. Allerdings sind die Zellen nicht oft belegt. „Im Durchschnitt einmal in der Woche haben wir jemand da“, so Revierleiter Gerd Esenwein. Für 100000 Euro muss der Trakt in absehbarer Zeit renoviert werden. Esenwein: „Die Mittel sind beantragt, aber der Bescheid liegt noch nicht vor.“
Während in der Friedrichstraße bei der Schau der Polizeifahrzeuge (darunter auch ein betagter VW-Käfer) immer wieder das Martinshorn ertönte, konnten die Besucher im ersten Obergeschoss beispielsweise die früheren und aktuellen Waffen der Polizei unter die Lupe nehmen. Neben der Heckler&Koch P 2000, der aktuellen Polizeiwaffe, waren aber auch beschlagnahmte Geräte, wie beispielsweise eine Präzisionsschleuder, ausgestellt.
