Mittwoch, 23. Mai 2012

Im Stiftungstopf ist noch viel Geld


Nussdorf (aa) – Die Anfragen kommen sogar aus Rostock oder Hamburg. Doch da läuft nichts. Mit der Stiftung von Alison und Peter Klein sollen Projekte im Heimatraum gefördert werden. 34 Anträge sind bisher eingegangen, rund 50000 Euro wurden bewilligt. „Damit ist unser Jahresbudget noch lange nicht ausgeschöpft“, sagen die Eheleute. Rund 200000 Euro können jedes Jahr ausgeschüttet werden.
Fünf Millionen Euro haben Alison und Peter Klein aus Nussdorf als Stammkapital in ihre Stiftung eingebracht (die Vaihinger Kreiszeitung hat berichtet). „Wir wollen nicht die Welt verbessern“, sagt Peter Klein, der sein Unternehmen (Rectus) verkauft hat, „aber mit dem Geld, das wir verdient haben, wollen wir in der Region etwas anstoßen, etwas zurückgeben.“ Als Stiftungszweck ist die Unterstützung bedürftiger Menschen sowie die Förderung von Bildung, Kultur, Sport und Völkerverständigung definiert.
Wer ist bisher in den Genuss von Geldern aus der Stiftung gekommen? Der erste Antrag ging vom Jugendhaus Nussdorf ein. In Eigenleistung wurde das Haus geschaffen – 15000 Euro kamen dazu als Zuschuss für die Heizung. Das ist der höchste Betrag, der bisher bewilligt wurde. Noch in guter Erinnerung ist das Oberriexinger Theaterprojekt „Jeder kann was“. „Klar, dass wir für diese tolle Sache Gelder bewilligt haben“, sagt Peter Klein. Auch eine Oberriexinger Privatinitiative zur Integration und Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund darf auf Hilfe aus Stiftungsgeldern zählen. Unterstützt wird die Vaihinger Tafel, der Liederkranz Enzweihingen bekommt für sein Projekt „Friedensmesse“ einen Zuschuss, die KZ-Gedenkstätte darf sich aus Gelder aus Nussdorf freuen, die Lebenhilfe wird mit ihrem Projekt im Vaihinger Spitalhof unterstützt. Oder auch das Vaihinger Theater „Dimbeldu“. Ganz begeistert sind die Kleins über eine Aktion der Möglinger Hanfbachschule, die Schülern Paten vermittelt, mit deren Hilfe die Hauptschüler Lehrstellen finden sollen. Aus Stiftungsgeldern wird ein Sozialpädagoge finanziert. „Hilfe zur Selbsthilfe ist uns wichtig“, sagen die Eheleute.
Für Einrichtungen der Jugend-, Behinderten und Altenpflege soll es Zuwendungen geben, für kulturelle Einrichtungen, für Bildung und Wissenschaft (Stipendien, Preise), für die Förderung des Umweltschutzes, für die Förderung der Pflege und der Vertiefung von Beziehungen zu den Menschen in den Vereinigten Staaten von Amerika und Europa, die Pflege des Dialogs zwischen den Religionen und Weltanschauungen und für die Förderung des Sports.
Das Geld wird nicht mit der Gießkanne über die Republik verteilt. Initiativen in Eberdingen und im regionalen Umfeld (sprich angrenzende Landkreise) sollen vorwiegend in den Genuss von Zuwendungen kommen. Anträge gibt es auf der Internetseite Internetseite www.stiftung-klein.de. Über die Zuteilung von Fördermitteln wird im Stiftungsvorstand (Peter Klein, Georg Gayer, Klaus-Peter Müller) und im Stiftungskuratorium (Alison Klein, Volker Kälberer, Hartmut Nitsche, Karl Röckinger und Peter Schäfer) quartalsweise entschieden. Rund 150000 Euro sind in diesem Jahr noch zu haben.
Keine Hoffnungen auf Gelder wird sich jedoch ein Autohändler aus dem Pforzheimer Raum machen dürfen, der mit seinem Betrieb Konkurs anmelden musste und einen Antrag bei der Alison und Peter Klein Stiftung gestellt hat. Da fühlt man sich dann doch nicht zuständig. Bei anderen Anträgen ist der Erfolg aber oftmals auch nur eine Formulierungsfrage. „Wir wollen nicht bürokratisch sein“, sagt Peter Klein, der dann auch schon mal den Tipp gibt, noch einen Versuch zu unternehmen. Da räumt er zum Beispiel auch dem Jugendhaus Gündelbach durchaus Chancen ein…
Alison und Peter Klein Stiftung, Siemensstraße 50, 71735 Eberdingen-Nussdorf, Fax (07042) 880568. Anträge unter www.stiftung-klein.de/download/Antrag_Klein_Stiftung.pdf.


Seitenanfang