Mittwoch, 23. Mai 2012

Mit Tempo 50 zum Vaihinger Eck




Im Lärmaktionsplan wird vorgeschlagen, dass künftig von hier bis zum Vaihinger Eck nur noch 50 Stundenkilometer erlaubt sind. Foto: Elsässer
Im Lärmaktionsplan wird vorgeschlagen, dass künftig von hier bis zum Vaihinger Eck nur noch 50 Stundenkilometer erlaubt sind. Foto: Elsässer

Vaihingen (elf) – Die EU-Umgebungslärmrichtlinie will Mitgliedsstaaten dazu anstoßen, in einem bestimmten Rahmen in Sachen Lärm tätig zu werden (wir berichteten). Am Montagabend startete der Vaihinger Stadtteilausschuss den langen Sitzungsreigen, um erneut über den Lärmaktionsplan, der dieser Richtlinie folgt, zu diskutieren.
Erst der Stadtteilausschuss, dann die Ortschaftsräte in Enzweihingen, Roßwag und Kleinglattbach, anschließend der Technische Ausschuss und zuletzt der Gemeinderat – bis der Entwurf des Lärmaktionsplans beschlossene Sache ist, wird noch viel geredet und debattiert. So will es die EU. Die Vaihinger Bürger sehen die EU-Richtlinie und den von der Stadtverwaltung ausgearbeiteten Entwurf des Lärmaktionsplans recht unspektakulär. Lediglich drei Anregungen aus der Bürgerschaft erreichten die Verwaltung im Rahmen der frühzeitigen Bürgerbeteiligung. „Diese brachten aber keine grundsätzlich neuen Erkenntnisse oder gar Anregungen“, sagte Stadtplaner Thomas Schmitt im Stadtteilausschuss am Montagabend.
Als nennenswerter Problemfall bleibe demnach die Auseinandersetzung mit dem Verkehrslärm auf der Bundesstraße 10 in Enzweihingen übrig. Hier schlägt die Verwaltung mehrere Maßnahmen vor: eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der B10 in Enzweihingen bis zur Einmündung Hindenburgstraße auf 30 Stundenkilometer, sowie eine Temporeduzierung zwischen dem Ortsschild Enzweihingen und der Stuttgarter Straße (Vaihinger Eck bei der Aral-Tankstelle) von 60 auf 50 Stundenkilometer. Beide Maßnahmen sollten bis zur Realisierung der Umgehungsstraße eingeführt werden. Außerdem schlägt die Verwaltung eine Erneuerung des Fahrbahnbelags auf der B10 zwischen Vaihinger Straße und Enzbrücke vor. Auch ein Antrag auf Aufnahme der B10 in das Programm zu passiven Lärmsanierung wird angedacht.
„Eine Temporeduzierung ist die schnellste und günstigste Lösung“, fand Armin Zeeb. Walter Sämann hob den Zeigefinger: „Wir sollten aufpassen, dass wir uns mit dem Lärmaktionsplan kein Ei ins Nest legen. Wir müssen die Umgehung forcieren.“ Gudrun Natterer sprach sich für eine Bemautung der B10 aus. „Sonst kriegen wir den Lärm dort nie weg.“ Eberhard Zucker fragte sich, wie der Verkehr an der Aral-Tankstelle aus Vaihingen heraus auf die B 10 einfahren kann, „wenn der Verkehr auf der B10 kriecht“. Auch Walter Sämann befürchtete, dass bei einem Tempolimit auf der B10 die Vaihinger langsamer aus der Stadt kommen. Stadtplaner Schmitt entgegnete, dass durch Geschwindigkeitsbegrenzungen keine Staus entstehen. Zudem sei die Kreuzung an der Aral-Tankstelle per Ampel geregelt. Wie viele Autos von Vaihingen heraus auf die B10 fahren können, hänge nicht von der dort erlaubten Höchstgeschwindigkeit, sondern von der Grünphase ab. Oberbürgermeister Gerd Maisch verteidigte die von der Verwaltung vorgeschlagenen „plausiblen Maßnahmen“. Bei drei Enthaltungen segnete der Stadtteilausschuss den Lärmaktionsplan ab und gab damit sein positives Signal an den Gemeinderat.




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