Perfekter Standort: 2009 kein Grundstücksverkauf
Vaihingen (aa). Die Prognosen sind vorsichtig optimistisch. Im Wirtschaftsplan der interkommunalen Grundstücks- und Projektgesellschaft „Perfekter Standort“ wird in diesem Jahr mit einem Überschuss von 139100 Euro kalkuliert. Im Erfolgsplan stehen den Erträgen von 345900 Euro Aufwendungen von 139100 Euro gegenüber.
Wird jedoch das Krisenjahr 2009 als Maßstab genommen, so sieht es eher düster aus. Auch im zurückliegenden Jahr sollten 10000 Quadratmeter verkauft werden – es hat sich jedoch nichts geschoben.
Es lief bekanntlich von Anfang an alles recht zäh mit der Vermarktung der Grundstücke im Bereich Ensingen-Süd. 2003 waren die Erschließungsarbeiten abgeschlossen, doch Ende 2004 war gerade mal ein 0,32 Hektar großes Grundstück verkauft. Ende 2005 hatte die Gesellschaft unbebaute Grundstücke im Wert von 14,1 Millionen Euro auf Halde liegen – auf Kredit finanziert. 2007 konnten immerhin Verträge für den Verkauf von drei Grundstücken geschlossen werden (85287 Quadratmeter). Der Kaufpreis von 6,17 Millionen Euro floss allerdings erst 2008 und hat sich daher nicht in der Bilanz 2007 ausgewirkt.
Entspannung war 2008 angesagt. Eine Fläche von 133410 Quadratmeter ging an neue Eigentümer (GLS und DSV), was den Wertbestand an unbebauten Grundstücken um 7,9 Millionen Euro kürzte. Allerdings mussten gleichzeitig 2,6 Millionen Euro investiert werden (Erschließungskosten). 2008 konnten insgesamt Kredite in Höhe von 8,3 Millionen Euro getilgt werden. Zum Ende des Geschäftsjahres stand nur noch ein Darlehen von der Stadt Vaihingen in Höhe von 6,4 Millionen Euro in der Bilanz. Für Kredite mussten 2008 immerhin 390173 Euro an Zinsen aufgebracht werden (2007: 624000 Euro); vom Verband der Region Stuttgart gab es einen Zinszuschuss von 79000 Euro.
2009 ist zahlenmäßig noch nicht abgerechnet, da jedoch keine Grundstücke verkauft werden konnten, ist mit einem Minus in einer Größenordnung von 150000 Euro zu rechnen, der von den Gesellschaftern – Stadt Vaihingen und Gemeinde Illingen – anteilig ausgeglichen werden muss. Der einzige größere Einnahmeposten wird der Zinszuschuss des Regionalverbandes sein.
So wird für 2010 kalkuliert: 300000 Euro sollen letztlich aus dem Verkauf von rund 10000 Quadratmeter Fläche hängen bleiben (bei einem prognostizierten Verkaufspreis von 90 Euro/qm liegt der Erlös bei 30 Euro/qm). Dazu kommt ein letztes Mal ein Zinszuschuss der Region in Höhe von 43000 Euro. Die Aufwendungen werden mit 206800 Euro angenommen. Dabei sind Zinsen in einer Größenordnung von 129000 Euro fällig. Für Werbung werden rund 30000 Euro veranschlagt.
Der Finanzplan bis 2013 geht von einem jährlichen Grundstücksverkauf von 10000 Quadratmetern aus, womit jeweils insgesamt Einnahmen von rund einer Million Euro erzielt werden sollen. Für die Erschließung des Bauabschnittes 1.2 werden 2010 keine Mittel eingeplant, 2011 sollen es rund 1,3 Millionen sein. 2012 werden die restlichen Wasserversorgungs- und Abwasserbeiträge in Höhe von 750000 Euro eingestellt. Am Ende des Jahres 2013 wird nach dieser Prognose die Gesellschaft mit Krediten in Höhe von rund 7,5 Millionen Euro belastet sein. Die nüchterne Aussage von Geschäftsführer Jürgen Liegmann und Prokurist Alexander Noak in der Beurteilung des Wirtschaftsplanes: „Der weitere Ergebnisverlauf wird ganz entscheidend vom Verkauf der Gewerbegrundstücke abhängen.“ Es gibt Arbeit für den neuen Wirtschaftsförderer Heiko Deichmann.
