Vaihingen/Ludwigsburg (sr) – Die weiße Pracht in Stadt und Land birgt neben Spaß und optischen Reizen auch Gefahren. Klar, dass Gehwege und Straßen mit gegebener Vorsicht zu benutzen sind. Wie aber sieht’s mit Wald und Seen aus? Fazit: Holzauge sei wachsam.
Auf die Frage „wie sieht’s aus, Herr Schwarz?“ gibt es für den Leiter des Fachbereichs Forsten beim Landratsamt Ludwigsburg zurzeit nur eine Antwort: „Ich finde es toll, dass endlich mal wieder Winter ist!“
Nicht nur beruflich sei das gemeint, so Frieder Schwarz in seinem Büro in der Vaihinger Mühlstraße, sondern auch aus ästhetischer Sicht. Endlich einmal weiße Schneemassen und nicht nur Schmuddelwetter, freut sich der Forstmann.
Aber auch aus forstlicher Sicht bringe Dauerfrost und eine dicke Schneedecke fast nur Vorteile. Die Waldarbeiter können momentan im Großen und Ganzen weiterschaffen. Ein Plus, denn die Hauptsaison beim Holzeinschlag ist bei uns im Winter. Hauptsächlich Laubholz, das sich jetzt in der Vegetationsruhe befindet, haben die Arbeiter momentan im Visier.
Nadelholz, das ganzjährig eingeschlagen werden kann, spiele im Landkreis Ludwigsburg keine große Rolle. Schwarz: „Waldarbeitern ist das kalte Wetter lieber.“ Wenn tatsächlich kein Durchkommen mehr möglich ist, reparieren die Mitarbeiter beispielsweise Ruhebänke, Grillhütten und Trimmpfadschilder.
In puncto Gefahr beim Gang in den Wald gibt Schwarz Entwarnung – Stand gestern. „Von der Schneelast her ist es ungefährlich, in den Wald zu gehen“, sagt Schwarz. Nebenbei bemerkt geschehe das Betreten des Waldes „immer auf eigene Gefahr“.
Das Schädlingsproblem werde durch das frostige Wetter sicherlich etwas entschärft. Zwar schade die Kälte den Eiern unliebsamer Insekten nicht zwingend, aber deren Entwicklung verzögere sich bis ins Frühjahr hinein.
Einen weiteren Vorteil durch die Schneeschicht sieht Forstdirektor Schwarz in der Erleichterung der Schwarzwildjagd. Spuren können verfolgt werden. Falls eine Rotte in einem Unterschlupf vermutet wird, werden Kollegen informiert. Die schutzgebende Vegetation wird sodann großzügig umstellt und anschließend werden die Hunde ins Dickicht gelassen. Die flüchtenden Wildschweine werden erlegt. „Die Schwarzwildjagd ist nötig, da sind wir uns mit anderen Jägern einig“, so Schwarz.
Fachbereichsleiter Schwarz ist verantwortlich und zuständig für die staatliche Regiejagd, also für die Jagd auf den Flächen, die dem Land gehören und die die nötige Größe für einen Eigenjagdbezirk (75 Hektar) haben. Hierzu zählen unter anderem der Bartenberg und der Bietigheimer Forst.
Zum Thema Winterfütterung von Wild zitiert der Vaihinger das Landesjagdgesetz. Die Fütterung sei nur in einer Notzeit erlaubt. Diese kann laut Gesetz nur von Anfang November bis Ende März auftreten, wobei der Begriff Notzeit allerdings nicht eindeutig definiert ist. Frieder Schwarz: „Jetzt ist keine Notzeit bei uns – das ist erst, wenn der Schnee bis zum Bauch steht.“ Seine Schlussfolgerung: „Wir füttern nicht.“
Einziger Wermutstropfen momentan sei, dass potenzielle Holzkäufer die unter den Schneemassen begrabene Ware nicht in Augenschein nehmen können.
Im Landkreis Ludwigsburg werden vom Fachbereich Forsten ein Staatsforstbetrieb und rund 41 kommunale Forstbetriebe bewirtschaftet, der Jahresumsatz liegt bei circa drei Millionen Euro, rund 60000 Festmeter Holzeinschlag und –verkauf werden verbucht.
Die Vaihinger Seen weisen noch keine ausreichende Dicke der Eisschicht auf. Die Schneeschicht wirke isolierend, sodass auch die Kälte in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch nicht fürs Gefrieren ausgereicht hat, meldete der Bauhof.
Das Betreten der Eisfläche auf öffentlichen Oberflächengewässern sei in Vaihingen weder grundsätzlich verboten noch grundsätzlich erlaubt, klärt Gerhard Bahmer auf. Jeder müsse selbst entscheiden, ob das Eis tragfähig ist, so der Amtsleiter des Ordnungs- und Sozialamts weiter. Verbotsschilder, beispielsweise an der Enz, seien tückisch. Denn dort, wo sie fehlen, könnte das als Erlaubnis ausgelegt werden. Die Württembergische Gemeindeversicherung empfehle den Kommunen, nichts zu tun, das sei am Neutralsten. Bahmer: „Jeder muss selbst entscheiden.“
Die Gefahr sollte nicht unterschätzt werden. Das Eis auf Gewässern birgt viele Tücken. So kann beispielsweise unter Brücken, durch Zu- und Abflüsse, durch Lufteinschlüsse oder Quellen die Eisdicke variieren.
