Mittwoch, 23. Mai 2012

Wasserverluste rückläufig






Vaihingen (aa). Der Wasserverbrauch in Vaihingen ist im Vergleich der Jahre 2008 zu 2007 rückläufig. Pro Einwohner flossen täglich 103 Liter aus den Leitungen (2007: 115 Liter), jedoch hat sich der Leitungsverlust deutlich erhöht. Der Preis pro Kubikmeter liegt derzeit bei 1,47 Euro.
1824430 Kubikmeter Wasser hat die Stadt Vaihingen 2008 bezogen (2007: 1973093 Kubikmeter), davon 863780 Kubikmeter Eigenwasser (2007: 935721), der Anteil des Bodenseewassers lag bei 959647 Kubikmeter (1035678), aus den Oberriexinger Quellen kamen 1003 Kubikmeter (1630). Die Stadt bezahlt übrigens pro Kubikmeter Bodenseewasser rund 35 Cent.
Zu versorgen waren in einem 250 Kilometer langen Leitungsnetz rund 28500 Personen, woraus sich ein durchschnittlicher Verbrauch von 103 Liter/Tag errechnet (2007: 115 Liter). Rund 1,4 Millionen Kubikmeter wurden an Haushalte, Gewerbe und für die Gartenbewässerung abgegeben. „Insgesamt ist der gesunkene Verbrauch vor allem auf die verbesserte Technik zurückzuführen“, sagt Thomas Pfeil vom Wasserwerk. Und das Wassersparen sei durchaus inzwischen keine Floskel mehr.
Der Wasserverlust wird mit 253742 Kubikmeter ausgewiesen (226052), das sind immerhin rund 14 Prozent und liegt deutlich über der Quote von 2007 (11 Prozent). „Hier läuft etwas schief“, wurde im Gemeinderat bei der Verabschiedung des Wirtschaftsplanes durch CDU-Stadtrat Thomas Fritz (Ensingen) kritisiert. Der Sachverhalt müsse genauer unter die Lupe genommen werden.
Wodurch entstehen Verluste? Das sind vor allem Rohrbrüche in einem starken Winter. Auch Messungenauigkeiten werden angeführt. „Wir gehen das Sache aber auf jeden Fall nach“, sagt Matthias Röser vom Tiefbauamt. Man liege jedoch durchaus in einem tolerierbaren Bereich. Der Bau- und Beschaffungsplan werde von der Erneuerung der alten Versorgungsleitungen geprägt. Röser: „Unser Ziel muss es natürlich sein, den Wasserverlust zu reduzieren.“
Die Eigenwasservorkommen werden unverändert genutzt: Aurich 8 Liter/sec, Enzweihingen 11 l/sec, Gündelbach 3 l/sec, Quelle Riet in Eberdingen 4 l/sec, Pumpstation Riet 8 l/sec, Roßwag 25 l/sec, Vaihingen 65 l/sec. Ergibt zusammen 124 l/sec. Die Bezugsrechte über die Bodenseewasserversorgung liegen bei 42 l/sec.
Der Gemeinderat hat zusammen mit dem Haushaltsplan für 2010 auch den Wirtschaftsplan für den Städtischen Versorgungsbetrieb beschlossen. Im Versorgungsbetrieb sind seit 2000 die Betriebszweige Wasserversorgung und Parkierungsbauwerke zusammengeschlossen. Erstes Ziel der Wasserversorgung ist die störungsfreie Bereitstellung von Trinkwasser in einwandfreier Qualität und in der erforderlichen Menge. Gleichzeitig soll auf einen ressourcenschonenden Wasserverbrauch hingewirkt werden. Der Betrieb hat keine Gewinnerzielungsabsichten.
Der Versorgungsbetrieb erwartet im Jahr 2010 einen Gesamtertrag von rund 2,76 Millionen Euro (Vorjahr 2,77 Millionen). Darin sind 2697600 Euro für Gebühren und ähnliche Abgaben enthalten. Die Aufwendungen werden mit 2,81 Millionen Euro taxiert. Davon entfallen für das Personal 352000 Euro, die Abschreibungen werden mit 754000 Euro verrechnet, die Zinsen mit 445000 Euro. Die Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen werden mit 1,016 Millionen Euro angesetzt. Eingeschlossen sind darin Kosten für die Reparatur von Rohrbrüchen, Wasser- und Strombezugskosten sowie Prüf- und Buchhaltungskosten. An sonstigen ordentlichen Aufwendungen sind 237100 Euro eingeplant, die unter anderem den Verwaltungskostenbeitrag enthalten.
Insgesamt wird im Ergebnishaushalt mit einem Verlust von 50200 Euro kalkuliert, der auf die Produktgruppe Parkierungseinrichtungen zurückzuführen ist. Hier stehen den Aufwendungen von 105200 Euro nur Erträge von 55000 Euro gegenüber. Bei der Wasserversorgung können mit den prognostizierten Erträgen die Aufwendungen gedeckt werden.
Im Finanzhaushalt muss eine Kreditaufnahme von 2,2 Millionen Euro eingeplant werden. Damit steigt der Schuldenstand des Eigenbetriebs zum Jahresende auf 11,9 Millionen Euro (413,17 Euro/Einwohner). Der Grund für die Kreditaufnahme ist in der langen Laufzeit der Abschreibung zu suchen. Hier kalkuliert die Stadt mit 50 Jahren. Wenn der Aufwand sofort voll angesetzt würde, müsste der Wasserpreis stark erhöht werden. So landet jetzt nur ein kleiner Teil in der Gewinn- und Verlustrechnung.
Die Summe der Investitionsmaßnahmen wird mit knapp 1,8 Millionen Euro angegeben. Größte Posten sind die Erneuerung der Versorgungsleitungen in der Schillerstraße von Kleinglattbach (384000 Euro) und in der Stadtmauerstraße von Horrheim (218000 Euro). Für die Hydrantenbeschilderung müssen rund 40000 Euro aufgewendet werden.


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