Mittwoch, 23. Mai 2012

Gewappnet für Eis und Schnee




Ein Mitarbeiter der Firma Ezel befreit den Schneepflug von Eis und Schnee. Foto: Elsässer
Ein Mitarbeiter der Firma Ezel befreit den Schneepflug von Eis und Schnee. Foto: Elsässer

Vaihingen (elf) – Fünf Zentimeter Neuschnee gestern Vormittag, weitere Schneefälle am Wochenende: Während Ski- und Schlittenfahrer ob der weißen Pracht voll auf ihre Kosten kommen, haben die Räumdienste von Landkreis und Kommunen alle Hände voll zu tun. Beruhigend: Während es mancherorts zu Engpässen beim Streusalz kommt, sind die Lager der Straßenmeisterei Vaihingen und des städtischen Bauhofs noch voll.
„Wir haben zwar bereits einen Hinweis darauf bekommen, dass es zu Engpässen beim Salz kommen kann, doch im Moment brauchen wir uns keine Sorgen zu machen“, sagt Axel Spanagel, stellvertretender Leiter der Straßenmeisterei Vaihingen. Sie bezieht ihr Streumaterial von der Südsalz GmbH in Heilbronn. Lediglich wenn es jetzt eine ganze Woche lang durchschneien sollte, könnte es eng werden. Auch bei der Stadt Vaihingen wurde vorgesorgt. Erst am Donnerstag wurden hier die Lager wieder aufgefüllt – rechtzeitig zu den vorhergesagten starken Schneefällen am Wochenende.
Gut so, denn wenn die Räumdienste ausrücken, wird einiges an Streumaterial auf die Straßen und Gehwege ausgebracht. 60 Tonnen Salzgemisch mit einem Soleanteil von 30 Prozent benötigen die Fahrer der Straßenmeisterei Vaihingen für eine komplette 240 Kilometer lange Runde durch den Zuständigkeitsbereich. Dieser umfasst alle Bundes- und Kreisstraßen zwischen Güglingen im Norden und Stuttgart-Feuerbach im Süden sowie zwischen der Kreisgrenze im Osten und Sachsenheim/B10-Linie im Westen. Markgröningen gehört übrigens zum Verantwortungsbereich der Straßenmeisterei Ludwigsburg. Deswegen kann es vorkommen, dass die Bundesstraße 10 schon lange freigeräumt ist, wenn auf der Straße zwischen B10 und der Schäferlaufstadt immer noch die weiße Pracht liegt.
Einen rechtlichen Anspruch auf geräumte Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften hat der Autofahrer nicht. „Außerorts gibt es keine Räum- und Streupflicht“, sagt Axel Spanagel. „Wir sind allerdings angehalten, die Straßen in unseren Räumbezirken freizuhalten. Dafür sind sieben Fahrzeuge und 14 Mann (inklusive drei Fremdfahrzeuge mit jeweils einem Fahrer) in zwei Schichten ab 3.30 Uhr im Einsatz. Die Fremdfahrzeuge stammen von der Firma Ezel (Vaihingen), der Firma Streicher (Hohenhaslach) und der Firma Eckstein (Schwieberdingen).
Die Wintersaison 2009/10 begann für die Straßenmeisterei Vaihingen mit ihrem ersten Einsatz am 15. Oktober; das zweite Mal mussten die Räumfahrzeuge am 12. November ausrücken. Seit 12. Dezember sind sie täglich im Dauereinsatz. Insgesamt sind im Kalender bereits 33 Einsatztage vermerkt.
Wenn die Schicht frühmorgens um 3.30 Uhr beginnt, nehmen sich die Fahrer zuerst die Bundesstraßen und sämtliche Busstrecken vor. Da gestern der letzte Ferientag war, hielt sich die Hektik in Grenzen, schließlich waren keine Schulbusse unterwegs. Auch der Berufsverkehr war noch sehr überschaubar. Für die Straßenmeisterei eine zweischneidige Sache. Weniger Verkehr bedeutet freie Fahrt. Nur: Damit es richtig wirken kann, benötigt das Salz Autos. Nur dann kann es sich mit dem Schnee mischen und ihn zum Tauen bringen.
Rufbereitschaft gestern und am Wochenende auch für die Bauhofbediensteten der Stadt Vaihingen. Um 3.30 Uhr hat der gestrige Arbeitstag auch bei den Mitarbeitern des Bauhofs begonnen. Zur Mittagszeit drehten sie im Stadtgebiet bereits ihre zweite Runde. Vorrangig Busstrecken und Steigungen waren zu bedienen, bevor es auf die restlichen der insgesamt 118 Kilometer zu räumenden Straßen ging. „Die Nebenstraßen werden nicht alle geräumt, da wir auf die Lenkzeiten unserer Mitarbeiter aufpassen müssen“, sagt Jochen Boger, Amtsleiter Technische Dienste und Feuerwehrwesen bei der Stadt Vaihingen. 34 Mitarbeiter sorgen mit 17 Fahrzeugen dafür, dass der Großteil der Straßen im Stadtgebiet befahrbar ist. Ein Handräumtrupp sorgt für freie Gehwege entlang von Spielplätzen und Grünanlagen. Auch der Hauptweg auf dem Friedhof sowie die Bushaltestelle werden geräumt. Wie viel der städtische Bauhof in diesem Winter bereits zu tun hatte, zeigt der Salzverbrauch. 150 Tonnen Salz wurden bereits gestreut. In einem durchschnittlichen Winter sind es insgesamt 300 Tonnen.
Gut also, dass Straßenmeisterei und Bauhof für die kommenden Schneemassen gerüstet sind. Ein Blick in den Computer von Axel Spanagel verrät nämlich, dass für die beiden Tage des Wochenendes erneut mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit mit Schnee sowie mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt zu rechnen ist.




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