Mittwoch, 23. Mai 2012

Gemeinschaftssinn eingefordert






Mühlacker (os). Über 700 Bürger aus Mühlacker und Umgebung strömten am Nachmittag des Dreikönigstags in den Mühlehof. Alle wollten beim Neujahrskonzert die „Antrittsrede“ des neuen Oberbürgermeisters Frank Schneider hören. Und der beschwor den Gemeinschaftssinn in seiner Heimatstadt.
 Seit Bestehen des Mühlehofs ist das Neujahrskonzert der gesellschaftliche Auftakt ins neue Jahr. Die Musikvereine Mühlacker und Enzberg wechseln sich in der Ausrichtung ab. Und das Stadtoberhaupt gibt seine jährliche „Regierungserklärung“. Die Bevölkerung kommt gerne zu dieser Veranstaltung, der Mühlehof ist stets sehr gut besucht.
Diesmal freilich waren die Besucher erwartungsvoller, und im Gottlob-Frick-Saal gab es keinen freien Platz mehr: Was wird der vierte Oberbürgermeister in der Zeitrechnung der Neujahrskonzerte in seiner ersten offiziellen Rede in diesem Amt seinen Mitbürgern mit auf den Weg geben? Frank Schneider, der am Montag im Gemeinderat vereidigt wird, griff sein Wahlkampfmotto auf „Mühlacker einen“, und stimmte die festliche Gemeinschaft darauf ein, engagiert und gemeinsam „Gutes für unser Mühlacker“ zu tun.
Das städtische Gemeinwesen lebe vom Engagement jedes einzelnen und davon, wie er sich für die Allgemeinheit einbringe. Mühlacker besitze mit seinen Stadtteilen eine sehr aktive Bürgerschaft, die zusammen mit den Vereinen großen Anteil habe an der Attraktivität und Ausstrahlungskraft der Stadt.
„Meine Vision ist ein starkes und selbstbewusstes Mittelzentrum mit einem ausgeprägten Wir-Gefühl und mit Stolz auf das, was Mühlacker zu bieten hat“, sagte Schneider. Dafür bedürfe es freilich breiten politischen Konsens. Dass die Stadt auf einem erfolgversprechenden Weg sei , leitet Schneider daran ab, dass Mühlacker den Zuschlag für eine kleine Landesgartenschau in fünf Jahren erhalten habe. An die Abgeordneten der Parlamente richtete der neue OB den Appell, auch künftig „Ihr Mandat und all ihre Verbindungen und Einflussmöglichkeiten zum Wohle Ihres Wahlbezirks einzusetzen“. Gleichzeitig bat er die Parlamentarier, den Kommunen ausreichende Mittel zur Verfügung zu stellen, „um die uns gesetzlich übertragenen Aufgaben und Leistungen erfüllen zu können“.
Als weiteres „Markenzeichen“ dieser Stadt benannte er deren Kulturangebot, das schon vor dem Zweiten Weltkrieg Mühlacker mit seinem Uhlandbau zu „dem kulturelle Zentrum der Region“ gemacht habe. Schneider bezeichnete die Kultur als ein wichtigen Standortfaktor für eine Stadt, weshalb sie dafür auch repräsentative Räumlichkeiten benötige.
 „Deshalb wird es einer meiner ersten Aufgaben sein, mit dem Eigentümer und dem Gemeinderat alle Möglichkeiten auszuloten, ob und wie es mit dem Mühlehof weitergeht“, skizzierte Schneider ein weiteres Handlungsfeld.


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