Vaihingen (aa). „Die Feuerwehr Vaihingen hat sich 2009 in einem ganz tollen Licht gezeigt!“ Dieses Lob von Oberbürgermeister Gerd Maisch nahmen die Wehrleute um Stadtbrandmeister Thomas Fais bei der Hauptversammlung natürlich gerne entgegen. Maisch sprach am Dienstagabend vor allem das von der gesamten Wehr getragene und gelebte Jubiläum der Vaihinger Abteilung an.
Doch auch über das Jubiläumsjahr hinaus wird die Feuerwehr im Fokus der Öffentlichkeit stehen. Der Bau des neuen Gerätehauses („Ein langer und berechtigter Wunsch“) ist seit dem Neubau des Stromberg-Gymnasiums das größte städtische Vorhaben. Rund sechs Millionen Euro sind nach dem derzeitigen Stand der Dinge aufzuwenden, wobei es einen Zuschuss des Landes von 504000 Euro gibt. Der Baubeschluss ist für die Gemeinderatssitzung am 10. März geplant; noch vor den Sommerferien sollen die ersten Arbeiten vergeben werden. „Im Sommer wird man auf dem Baugelände etwas sehen“, war sich Gerd Maisch vor den Feuerwehrleuten sicher. Und er wagte vorsichtig die Prognose: „Zur Hauptversammlung 2012 können Sie einziehen.“ Vor diesem Hintergrund müsse die Anschaffung der einen oder anderen Gerätschaft warten.
Die Feuerwehr habe jedoch nie unrealistische und unangemessene Forderungen gestellt, unterstrich Maisch; sie habe im Gemeinderat stets ein offenes Ohr. Dabei verwies der OB unter anderem auf die Anschaffung der neuen Einsatzkleidung für die Gesamtwehr im vergangenen Jahr (Kosten von über 200000 Euro). Und auch ein Tragkraftspritzenfahrzeug, ein Kleineinsatzfahrzeug (Kef) sowie die Wärmebildkamera seien kurzfristig beschafft worden. Die Abteilung Horrheim habe ein HLF 20/16 erhalten. Für 2010 stehe die Beschaffung eines Gerätewagens Transport für rund 200000 Euro an.
Die herausragenden Ereignisse des vergangenen Jahres hat die VKZ am Dienstag im Gespräch mit Stadtbrandmeister Thomas Fais bereits vorgestellt. Fais ging natürlich vor den Wehrleuten auf diverse Besonderheiten ein, vom Hochwassereinsatz in Riet („Es war am Ende wohl eher ein politisches Hochwasser“) bis zur Hilfe für die Polizei bei der Öffnung eines Tresors zu einer unangenehmen Uhrzeit morgens um halb sechs. Gelobt wurde der Ausbildungswillen der Wehrleute. Im vergangenen Jahr seien 135 Ausbildungsplätze belegt worden. Im Rückblick auf das Vaihinger Jubiläum fand Fais, „dass sich die Feuerwehr äußerst positiv präsentiert hat“. Bei den Planungen für das Feuerwehrhaus in Vaihingen sieht der Stadtbrandmeister alles auf einem sehr guten Weg: „Die Zusammenarbeit mit allen Stellen ist unkompliziert.“ Die Feuerwehr habe im Rahmen eines Workshops ihre Vorstellungen zusammengetragen und wolle viel Wissen in den Bau einfließen lassen. Fais: „Wir haben einen engen Zeitplan; die Sache bleibt sehr spannend.“
Dass man sich Sorgen um den bestellten Caddy gemacht hat, wurde vom Stadtbrandmeister nicht verschwiegen. Er sei in Polen gebaut und dort wohl auch ausgeliefert worden. „Doch dann war er lange Zeit verschollen.“ Inzwischen soll das Fahrzeug in Hannover aufgetaucht sein. Auch diese Angelegenheit bleibt wohl spannend.
Jugendwart Harald Hirt, dem drei Ausbilder wegfallen („Ich fühle mich etwas alleine gelassen“), hat derzeit 63 Nachwuchswehrleute um sich geschart (davon gehören 21 in die Abteilung Musik). Ein Höhepunkt war eine 24-Stunden-Übung zusammen mit Sersheim. Erstellt wurde eine Lernzielkatalog. Festgelegt hat man, dass der Nachwuchs ab 17 Jahre als Anwärter bei der aktiven Wehr mitlaufen kann; die Grundausbildung kann mit Volljährigkeit absolviert werden. Das hat offenbar gewissen Unmut ausgelöst. Hirt: „Mein Telefon stand nicht still.“
Wahlergebnisse sind von der Hauptversammlung diesmal nicht zu melden.
Ehrungen
Vaihingen (p). Sie gehören der Feuerwehr seit 25 Jahren an – Aurich: Ralf Oberwelland-Paulsen, Ensingen: Werner Winkler, Enzweihingen: Gerd Kinzinger, Gündelbach: Tino Bahnmaier, Gerhard Schillinger, Horrheim: Dieter Schmalzried, Roßwag: Bernd Arnold, Benno Gayer, Klaus Gayer, Vaihingen: René Bellini. Beförderungen – Oberfeuerwehrmann: Andreas Kreb, Martin Rudolf (beide Ensingen), Daniel Schieler (Enzweihingen), Patrik Aisenbrey, Klauspeter Heckh, Daniel Leucht, Daniel Raisch (alle Gündelbach), Angelika Holzapfel (Kleinglattbach), Dominik Kellner, Michael Weigel, Jonas Wolf (alle Vaihingen). Löschmeister: Heiko Gremmelspacher, Alexander Fuchs (beide Vaihingen), Alexander Brückl (Gündelbach). Hauptfeuerwehrmann: Alexander Ernau, Jörg Rehfuß (beide Vaihingen), Thilo Fuhrmann (Enzweihingen).
Grußworte
Vaihingen (aa). Hohes Lob für die Vaihinger Feuerwehr. „Sie hat eine tragende Rolle im Kreis Ludwigsburg“, betonte Kreisbrandmeister Arnd Marquardt bei der Hauptversammlung der Vaihinger Gesamtwehr. Hier könne man an 365 Tagen im Jahr sicher sein: „Auf diese Feuerwehr ist Verlass!“ Es sei eine souveräne Leistung, wie der bevorstehende Bau des Feuerwehrgerätehauses geschultert werde, fand der Kreisbrandmeister. Vaihingen erhalte dafür einen der höchsten Zuschüsse (rund 500000 Euro), den es in nächster Zeit geben werde.
„Mein Auto hat alleine nach Vaihingen gefunden“, scherzte Helmut Wibel, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes aus Remseck. Wibel war 2009 zum Jubiläum wiederholt in Vaihingen. Der Kreisfeuerwehrtag und das Jubiläum seien professionell vorbereitet und durchgeführt worden, lobte Wibel, der wieder eine seiner berühmten Rechnungen zum Thema Feuerwehr aufstellte: 448 Millionen Euro bekämen die Wehren im Land in diesem Jahr, das seien pro Einwohner (derzeit rund 10,7 Millionen) etwa 40 Euro im Jahr oder elf Cent am Tag. „Dafür bekommt der Bürger Sicherheit. Und das sollte es ihm auch wert sein.“
