Vaihingen (aa). Der Jahreswechsel ist die Zeit der Bilanzen. Beim Statistischen Landesamt sind die Zahlenvergleiche zwar das Alltagsgeschäft, doch die Bevölkerungsentwicklung stößt dann doch auf breiteres Interesse als andere Darstellungen. In Baden-Württemberg leben 178000 mehr Frauen als Männer. Das ist die Botschaft der 433. Pressemitteilung zum Jahresende 2009. Wie sieht es im Raum Vaihingen und im Kreis Ludwigsburg aus?
Bleiben wir zunächst in Vaihingen. Da werden zum 31. Dezember 2008 (das sind die aktuellsten Zahlen der Statistiker) 28901 Einwohner festgehalten, davon sind 14387 männlich, macht also ebenfalls einen deutlichen Frauenüberschuss (127 Köpfe) aus. Die Gesamtzahl der Bevölkerung ist übrigens geschrumpft; 2007 waren 28927 Personen in Vaihingen gemeldet. Auch 2005 war es mehr Personen als 2008 (28921). Im Zehn-Jahres-Vergleich hat Vaihingen um rund 1700 Einwohner zugenommen (1998: 27196), 1990 waren es gerade mal 24661 Einwohner.
Der Frauenüberschuss ist in der ehemaligen Kreisstadt kein Dauerzustand. Zu Beginn der 90er-Jahre waren die Männer in der Überzahl. 1997 lagen die Damen plötzlich in Front (13521:13442). 2002 gab es fast ein Remis: 14261 Männer standen 14263 Frauen gegenüber. Seit 2005 bauen die Frauen ihren Vorsprung wieder aus.
Landesweit lag der Anteil der Frauen im Jahre 2008 bei 50,8 Prozent (1950 waren es 53,7 Prozent, für 2060 geht das Statistische Landesamt in seiner Vorausrechnung von 50,5 Prozent aus). In Vaihingen sind es aktuell 50,2 Prozent. Für den größeren Anteil der Frauen an der Gesamtbevölkerung ist vor allem deren höhere Lebenserwartung entscheidend. Ein neugeborenes Mädchen kann heute in Baden-Württemberg auf eine durchschnittliche Lebenserwartung von 83,3 Jahren hoffen, bei den Jungen sind es fünf Jahre weniger. Die Frauen sind jedoch nicht in allen Altersgruppen überrepräsentiert. Insbesondere im Kinder- und Jugendlichenalter sowie in der mittleren Altersgruppe dominieren die Männer, denn es kommen regelmäßig mehr Jungen als Mädchen auf die Welt.
Wie sehen die Zahlen in den Gemeinden des Umlandes aus? Hier überrascht Oberriexingen mit einem deutlich höheren Männeranteil. In der Enzstadt lebten Ende 2008 insgesamt 3103 Menschen, darunter 1530 Frauen, was nur 49,3 Prozent ausmacht. Alle anderen Gemeinden liegen im Landestrend, wobei Eberdingen mit seinen 6435 Einwohnern fast ein Patt geschafft hat (3219 Frauen = 50,002 Prozent).Sersheim: 5244 Einwohner, 2650 Frauen (50,5 Prozent), Sachsenheim: 17427 Einwohner, 8725 Frauen (50,1 Prozent), Illingen: 7221 Einwohner, 3634 Frauen (50,3 Prozent), Mühlacker: 25780 Einwohner, 12996 Frauen (50,4 Prozent)
Die Zahlen für den Landkreis Ludwigsburg werden von den Experten des Statistischen Landesamt so ausgewiesen: Zum Jahresende 2008 betrug die Bevölkerungszahl 515898 Personen (1998: 491690), was 4,8 Prozent der Bevölkerung des Landes entspricht. Der Frauenanteil lag bei 261464 Köpfen (50,7 Prozent). Im Enzkreis wohnten 195315 Personen, davon waren 99031 Frauen, was ebenfalls 50,7 Prozent ausmacht.
Wen es interessiert: Im Landkreis Ludwigsburg ist für 2008 ein Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung von 75293 Personen (1998: 80562/16,4 Prozent) festgehalten (14,6 Prozent). Das entspricht in etwa der Einwohnerzahl Ludwigsburgs und Aspergs. Im Enzkreis beträgt der Anteil der Ausländer gerade mal 9,3 Prozent (18174 Personen). Dazwischen hat sich Vaihingen eingependelt (12,5 Prozent oder 3628 Köpfe). In Mühlacker ist der Anteil extrem hoch (17,5 Prozent), in Illingen sind es 11,1 Prozent. Für Eberdingen ist eine Quote von 2,2 Prozent ermittelt worden, in Oberriexingen sind es 7,3 Prozent, in Sersheim 11,4, in Sachsenheim 13,3 Prozent. Die Stadt Ludwigsburg wartet mit 19,3 Prozent auf.
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