Vaihingen (elf) – Mit einem Festakt in der Aula von Schloss Kaltenstein läutete die Freiwillige Feuerwehr Vaihingen den Veranstaltungsreigen zu ihrem 150-jährigen Bestehen ein. Zur Feier am Samstagabend kam sogar eine Feuerwehrdelegation aus der ungarischen Partnerstadt Köszeg an die Enz, um dem Jubilar ihre Glückwünsche zu überbringen.
Der Zeitplan war straff, die Redezeit begrenzt. Schließlich stand die Küche des CJD Jugenddorfs mit einem Festessen bereit. Außerdem sollten die rund 200 Gäste – Funktionäre, Vertreter benachbarter Wehren, Kommunalpolitiker, Kirchenvertreter – nicht gelangweilt werden. So gestaltete es Abteilungskommandant Thomas Korz sehr komprimiert, indem er sich bei seinem Arbeitgeber, das CJD Jugenddorf, für die Unterstützung bedankte und das Motto für die Feierlichkeiten zum Jubiläum ausgab: „Auch nach 150 Jahr’ – die Feuerwehr zum Greifen nah“.
Oberbürgermeister Gerd Maisch durfte den Grußwortreigen eröffnen. „150 Jahre Freiwillige Feuerwehr stehen für 150 Jahre Dienst am Nächsten, für Schutz von Hab und Gut des anderen sowie für Bürgersinn und Bürgernähe“, sagte der OB. Dabei seien die verschiedenen Einsätze kein Freizeitspaß sondern Schwerstarbeit. Die Frauen und Männer der Feuerwehr würden einen gefahrvollen Dienst mit hoher Belastung leisten, was eine gute Ausbildung, Training, einen klaren Kopf sowie gute Nerven erfordere.
Die Gründungsmitglieder der Vaihinger Wehr im Jahr 1859 bezeichnete das Stadtoberhaupt als Pioniere. Vom Löscheimer und der Druckspritze habe sich die technische Ausstattung bis heute grundlegend verändert. Die Vaihinger Feuerwehr verfüge heute über einen modernen Fahrzeugpark und eine zeitgemäß technische Ausrüstung. Was sich indes nicht verändert habe, sei die Tradition des ehrenamtlichen Helfens, die es gerade bei der Feuerwehr besonders hervorzuheben gelte, schließlich seien die Floriansjünger täglich 24 Stunden bereit, für die Sicherheit und den Schutz der Bürger Sorge zu tragen. In diesem Zusammenhang lobte OB Maisch auch die „anerkennungswürdige“ Jugendarbeit innerhalb der Vaihinger Feuerwehr.
Natürlich vergaß der Rathauschef auch nicht, einmal mehr auf den Neubau der Feuerwache hinzuweisen. Der Start der Bauarbeiten für den rund fünf Millionen Euro teuren Bau sei für Mitte 2010 anvisiert, 2012 solle der Neubau in Betrieb genommen werden. Ein Antrag auf Landesförderung von über 500000 Euro sei eingereicht worden.
Dr. Frank Knödler, Präsident des Landesfeuerwehrverbands, erinnerte daran, dass es auch vor ihrer Gründung eine Vaihinger Feuerwehr gab. Damals sei es sehr schwierig gewesen, Feuer zu bekämpfen. Statt Löschwasserversorgung habe es Kübel und Ledereimer gegeben. „Erst die Entwicklung des späten 19. Jahrhunderts hat uns auch die Technik gebracht, um eine angemessene Löschung zu bewerkstelligen“, erinnerte Knödler. Im Laufe der Zeit hätten sich die Aufgaben der Feuerwehren völlig gewandelt. Heutzutage gelte es immer mehr, technische Hilfeleistungen zu vollbringen. Zu mehr als 95 Prozent werde dies ehrenamtlich getan. Umso wichtiger sei es, dass die Arbeitgeber – auch die öffentlichen – ihre Mitarbeiter für die Einsätze freistellen. Die Hauptsorge der Feuerwehren sei die Nachwuchsgewinnung sowie die Tagesverfügbarkeit der Einsatzkräfte.
Fröhliche Begegnungen und ernste Einsätze kennzeichnen die Feuerwehren, befand Istvan Stipkovitz von der Feuerwehr Köszeg. Umso schöner sei es, die freundschaftliche Beziehung zu der Vaihinger Wehr zu pflegen, auf die sich die Köszeger Kollegen immer verlassen könnten. Dort existiere die Feuerwehr seit 142 Jahren. Alfred Berenz, Verwaltungsleiter und stellvertretender Leiter des CJD Jugenddorfs Schloss Kaltenstein, betonte, dass die Feuerwehr in ihrer Arbeit „das humanistische Kapital unserer Gesellschaft“ einsetze, indem sie den Menschen helfe. Er versprach seinem Mitarbeiter und Abteilungskommandant Thomas Korz, dass man ihn auch künftig der Feuerwehr zur Verfügung stellen werde „und dass wir das auch nicht vom Gehalt abziehen“. Kreisverbandsvorsitzender Helmut Wibel lobte, dass die Stadt Vaihingen ihre Feuerwehr gut ausgerüstet habe und sie damit zeige, „dass sie sich ihrer Verantwortung bewusst ist“.
Gesamtkommandant Thomas Fais zeigte sich davon überzeugt, dass es die Vaihinger Feuerwehr auch noch in den nächsten 150 Jahren gibt. In der Bevölkerung genieße die Feuerwehr das größte Vertrauen, das man sich allerdings auch erarbeiten müsse. Fais kündigte übrigens an, dass jedes aktive Feuerwehrmitglied zum 150. einen Jubiläums-Uniformknopf bekommt.
