Dienstag, 22. Mai 2012

Dreharbeiten in Oberriexingen




Dreharbeiten in der Sachsenheimer Straße 12 in Oberriexingen. Foto: Elsässer
Dreharbeiten in der Sachsenheimer Straße 12 in Oberriexingen. Foto: Elsässer

Oberriexingen (elf) – Ein privates Wohnhaus in Oberriexingen wird bald deutschlandweit in den Wohnzimmern zu sehen sein. Grund dafür ist eine neue Vorabendserie der ARD, für die in den nächsten Wochen immer wieder in der Sachsenheimer Straße gedreht wird. Gestern rückte das Filmteam für Dreharbeiten an – allerdings noch ohne Schauspieler.
Gestatten, Lilli Lemcke, die Protagonistin der neuen täglichen ARD-Vorabendserie mit dem Arbeitstitel „Made in Germany“. Ab April wohne ich mit meiner Familie in einem wunderschönen Haus, das um die Jahrhundertwende gebaut wurde und in der Sachsenheimer Straße in Oberriexingen steht. Ich bin eine Frau mittleren Alters und verdiene mein Geld schwer als einfache Schweißerin eines Familienunternehmens, das kurz vor der Pleite steht. Als die Firma von „Heuschrecken“ aufgekauft werden soll und Kündigungen drohen, nehme ich den Kampf dagegen auf. Für den symbolischen Betrag von einem Euro kralle ich mir das Unternehmen und lande plötzlich in der Chefetage. Fortan wirbelt dies nicht nur mein Berufs-, sondern auch mein Privatleben durcheinander.
Die neue Vorabendserie der ARD startet am 20. April um 18.50 Uhr. Hauptperson Lilli Lemcke, dargestellt von der bekannten Schauspielerin Katharina Schubert, wohnt allerdings nicht wirklich in Oberriexingen. Das Haus Sachsenheimer Straße 12 dient nur äußerlich als Wohnsitz der Powerfrau. Die Bavaria Fernsehproduktion und die Rubicon Filmproduktion drehen die Serie – und somit auch die Innenaufnahmen – vorwiegend in den Filmstudios in Ludwigsburg. Damit sich der Zuschauer ein Bild vom Wohnsitz der Hauptfigur machen kann, musste ein geeignetes Haus gesucht werden. Dieses bekommt er dann zu sehen, wenn Lilli Lemcke zum Beispiel das Haus verlässt, um zur Arbeit zu gehen.
Das geeignete Gebäude fanden die Filmleute in Oberriexingen. Da Lilli ihr Haus geerbt hatte, durfte es kein neues sein. Es sollte äußerlich ansprechend sein und nicht zu weit entfernt vom Studio in Ludwigsburg liegen. Was also lag näher, als das schmucke Haus der Familie Schwenninger in Oberriexingen? Die hat erst Anfang Dezember eine Anfrage bekommen, ob sie ihr Haus für die Außenaufnahmen zur Verfügung stellen würde. „Ich dachte zuerst an einen Scherz“, sagt Gabriele Hohn-Schwenninger, die das Haus gemeinsam mit ihrem Mann Franz Schwenninger und den vier Kindern bewohnt. Doch dann haben sie sich informiert, Familienrat abgehalten und zugesagt. „Das ist für uns schon eine spannende Geschichte“, sagt sie und betont, dass ihr Leben durch die Dreharbeiten nicht beeinträchtigt wird. „Wir mussten die Vorhänge abnehmen, haben jetzt plötzlich Sprossenfenster und herbstliches Laub an den Weinreben.“ Das Haus, der Garten sowie der angrenzende Schuppen seien als Kulisse vorgesehen.
Gestern habe das Filmteam sogenannte „Establishing-Shots“ angefertigt, sagt Christa Speidel, Pressesprecherin der Bavaria Filmproduktion. Dabei handelt es sich um Bilder und Kamerafahrten ohne Schauspieler, die später in die Serie eingebaut werden. Alle zwei Wochen werde in Oberriexingen vor dem Haus für die Vorabendserie gedreht. Wie viele Monate oder gar Jahre dies nun zur Regelmäßigkeit wird, kann Christa Speidel nicht sagen. „Wenn die Serie bei den Zuschauern ankommt, wird man sie durchaus fortsetzen“, sagt sie. Fürs Erste seien 200 Folgen geplant. Am kommenden Freitag werden die Dreharbeiten voraussichtlich fortgesetzt – dann übrigens auch mit Schauspielern.
Kleiner Wermutstropfen: Bei jedem Dreh müssen die Sachsenheimer Straße gesperrt und der Verkehr umgeleitet werden…




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