Hauptvesammlung der Illinger Feuerwehr
llingen (aa) – Eigentlich wollten sie ja in diesem Jahr auch ein großes Jubiläum feiern (150 Jahre), doch daraus wird nichts. Die Feuerwehr Illingen ist erst im Jahre 1874 gegründet worden. Das haben neue Recherchen ergeben. Doch ohne Höhepunkt wird 2009 nicht ablaufen: Im Juli soll das neue Feuerwehrhaus seiner Bestimmung übergeben werden.
Die Wehrleute sind vor allem vor dem Hintergrund der Bauaktivitäten durchaus dankbar, dass das abgelaufene Jahr in die Kategorie „durchschnittlich“ eingestuft werden kann. 39 Einsätze hatten die Floriansjünger aus Illingen und Schützingen zu bewältigen, zehn weniger als 2007. Drei Kleinbrände und zwei Mittelbrände waren dabei, die Wärmebildkamera wurde acht Mal benötigt, mehrmals auch in Vaihingen. Mit Vaihingen hat man eine Vereinbarung über gegenseitige Unterstützung zu vereinfachten Kostensätzen beschlossen, informierte Gesamtkommandant Volker Schmidt. Auch wenn Vaihingen nun selbst eine Wärmebildkamera kaufe, sei er nicht böse, „es hat lediglich bestätigt, dass wir schon vor sieben Jahren eine sinnvolle Investition getätigt haben“.
„Die Zusammenarbeit mit den benachbarten Wehren funktioniert auch über die Kreisgrenze hinaus“, freute sich Schmidt (39), der die Wehr schon seit elf Jahren führt. Neben den Bränden nannte Schmidt 21 Hilfeleistungen (darunter auch eine Wasserrettung). Für drei Menschen kam jede Hilfe zu spät. Die Einsatzstunden haben sich auf 550 summiert.
Die Illinger Wehr hatte zum 1. Januar 2009 insgesamt 107 Mitglieder, davon in der aktiven Abteilung 45 in Illingen, 22 in Schützingen. 40 Personen gehören den Altersabteilungen an. „Es ist sehr erfreulich, dass wir immer noch genügend Mitbürger finden, die bereit sind, ihre Zeit für die Sicherheit der anderen zu investieren“, meinte Schmidt. Auch tagsüber sei die Grundversorgung immer sichergestellt, doch müsse immer um aktive Mitarbeit geworben werden.
Um für die Anforderungen bei den Einsätzen gerüstet zu sein, war jede Menge Ausbildung notwendig. An elf Terminen übten die Wehren aus Schützingen und Illingen gemeinsam. Insgesamt kamen hier bei den verschiedenen Gruppen über 2500 Stunden zusammen.
Hauptarbeitspunkt im Sachgebiet Technik war der Neubau des Gerätehauses. Es gab hier unzählige Planungsgespräche und Gemeinderatssitzungen. Baubeginn war im April. Der Rohbau wurde im Juli fertiggestellt. Baubesprechungen im Wochentakt und tägliche Baubesichtigungen waren unvermeidlich „Der Betreuungsaufwand wird in den nächsten Monaten sicher nicht weniger“, meinte Schmidt, „aber ich denke, dass sich der Aufwand lohnt. Es entsteht ein funktionales Gebäude.“ Eingehalten werde auch der Kosten- (zwei Millionen Euro) und der Zeitrahmen (im Juli soll die Einweihung stattfinden). Ursprünglich lag man da exakt auf dem Termin, an dem die Vaihinger Feuerwehr ihr 150-jähriges Jubiläum feiern wollte (11. und 12. Juli). Die Illinger sind natürlich um eine Woche ausgewichen.
„Verantwortlicher Umgang
mit Steuergeldern“
Großes Lob kam auch im Zusammenhang mit dem Neubau von Bürgermeister Harald Eiberger: „Ich kann sehr gut schlafen, wenn ich sehe, wie verantwortungsvoll von der Feuerwehr mit den Steuergeldern umgegangen wird.“ Was mit dem bisherigen Feuerwehrhaus geschehen wird, ist übrigens noch nicht entschieden.
Neben dem Projekt Feuerwehrhaus will sich die Wehr im Jahre 2009 unter anderem mit einem Leitbild befassen. Wie sehen wir uns? Wie wollen wir wahrgenommen werden? Was müssen wir dafür tun? Auf diese Fragen sollen Antworten gefunden werden. Für Schützingen muss zum Jahresende eine neue Abteilungsführung gefunden werden. Es gelte zu überlegen, ob Maßnahmen zur Stärkung des Ehrenamtes getroffen werden können, fand Schmidt, der sich im Rückblick auf seine Wiederwahl vom letzten Jahr einen großen Fehler unterstellte: „Von der vor der Wahl versprochenen Entlastung spüre ich leider sehr, sehr wenig, um nicht zu sagen: nichts.“ Der Feuerwehrausschuss müsse sich dringend Gedanken machen, wie er sich die weitere Zukunft vorstelle. Kritisch äußerte sich der Illinger Kommandant zu Veränderungen bei der Aufsichtsbehörde, dem Landratsamt. „Es ist aus meiner Sicht nach wie vor unglücklich, dass die Position des Sachgebietsleiters Brandschutz nicht mehr identisch mit der Stelle des Kreisbrandmeisters ist. Manchmal kommt man sich wie der Diener zweier Herren vor.“ Der Vorsitzende des Feuerwehrverband Enzkreis, Martin Rühle, ging bei der Hauptversammlung auf das in diesem Jahr zu beschließende neue Landesfeuerwehrgesetz ein.
Ehrengäste waren zwei Vertreter der Feuerwehr aus der Gemeinde Thonhausen-Schönhaide in Thüringen. Der Kommandant Eberhard Blei und sein Stellvertreter Reinhard Schiller waren verspätet in Illingen angekommen. Ihr Navigationsgerät hatte sie nach Illingen ins Saarland geführt. „Wir hatten immer gedacht, Illingen sei einmalig.“ „Alte Freunde besuchen“, war der Grund, kurz an der Illinger Feuerwehr-Hauptversammlung teilzunehmen. Und dies, obwohl sie am Samstag die eigene Feuerwehr-Hauptversammlung in Thonhausen leiten mussten. In Thonhausen tut übrigens immer noch ein Tanklöschfahrzeug (TLF) vom Baujahr 1963 aus Illingen Dienst. „Er rollte und rollt – mit 45 Jahren“, erzählte Eberhard Blei, „und es gibt keine Chance auf ein neues Auto.“
