Dienstag, 22. Mai 2012

Organisationsstruktur der Stadt




So ist die Stadt Vaihingen organisiert.
So ist die Stadt Vaihingen organisiert.

Vaihingen (aa) – Eine Stadtverwaltung ist ein vielschichtiges Geflecht. Welche Ämter gehören zu welchem Dezernat? Wer ist für was zuständig? Thomas Werner hat in dieser Materie den Durchblick; er fungiert bei der Stadt Vaihingen als Organisator und will unsinnige Verflechtungen entwirren. Im vergangenen Jahr hat er diverse Veränderungen initiiert, die zum 1. März und im Oktober wirksam geworden sind. Bei der Allgemeinheit sind die Neuerungen zum großen Teil noch unbekannt.
„Grundsätzlich ist eine Gemeinde- oder Stadtverwaltung frei organisierbar“, erläutert Werner, der seit Oktober 2003 in den Diensten der Stadt Vaihingen steht (zuvor beim Landratsamt Böblingen und als Personalleiter im Krankenhaus Leonberg). Jede Kommune habe in der Regel die gleichen Aufgaben. „Da muss geprüft werden, welche Bereiche sinnvoll miteinander verzahnt werden können“, sagt der 47-jährige Diplom-Verwaltungswirt aus Renningen. Und da hat es in Vaihingen offenbar diverse Punkte gegeben, die nach einer Korrektur gerufen haben. Heinz Kälberer war an der Sache noch dran, doch Entscheidungen wollte er letztlich nicht mehr herbeiführen. Und sein Nachfolger Gerd Maisch hat die Organisationsstruktur nicht als Thema Nummer 1 eingestuft. Doch inzwischen hat sich einiges geändert.
„Bei der Erhebung des bestehenden organisatorischen Zustandes wurde schnell deutlich, dass die Zuständigkeiten für die Gebäudeunterhaltung, -bewirtschaftung, -reinigung und andere gebäudebezogene Aufgaben bei den verschiedensten Organisationseinheiten angesiedelt waren“, erzählt Werner, der sich daran machte, ein Liegenschafts- und Gebäudewirtschaftsamt (kurz Gebäudemanagement) zu basteln. Zudem wurde in diesem Umfeld die Schul-, Kultur- und Tourismusabteilung neu deklariert.
Zu den durchgeführten Veränderungen: Die Liegenschaften der Stadt wurden bisher beim Dezernat 1 (zuständig ist der Oberbürgermeister) in der Kämmerei (Leitung Jürgen Liegmann) verwaltet. Abteilungsleiter war Detlef Fischer. Der Hochbau mit Abteilungsleiter Waldemar Mann war beim Planungsamt in Dezernat 2 (zuständig Bürgermeister Wilfried Nestle bzw. Ernst Loos) angesiedelt. Jetzt ist Fischer zum Leiter des Liegenschafts- und Gebäudewirtschaftsamt aufgestiegen, Mann leitet in diesem neuen Amt weiter die Hochbauabteilung, Armin Bäßler ist für die Liegenschaftsabteilung zuständig (siehe Grafik).
Thomas Werner macht deutlich, dass die neue Struktur, die natürlich auch mit dem Personalrat erörtert und vom Gemeinderat zur Kenntnis genommen werden muss, Sinn macht: „Die Gebäudereinigung war bisher beim Personalamt angesiedelt, die Glasreinigung bei der Kämmerei, für Hausmeisterdinge war die Abteilung Schule, Kultur, Sport zuständig, Energie wurde wiederum von der Kämmerei eingekauft. Diese Dinge haben wir auf einer neuen Sachbarbeiterstelle zusammengefasst.“ Werner hat insgesamt einen Rahmen gebaut, dessen Inhalte noch ausdefiniert werden müssen. „Wir müssen jetzt in die Tiefe gehen“, sagt er. So soll sich der Abteilungsleiter um das Reinigungs- und Hausmeistermanagement kümmern. Hausmeister sollen klare Vorgaben erhalten, ihre Abgrenzung zum Bauhof muss definiert sein und, und, und.
Geschaffen wurden die beiden Stellen durch die Auflösung der Abteilung Sanierungen und Tourismus. Der Tourismus wanderte zu Schulen, Kultur, Sport und in den Block Kultur. Dafür hat man dort die Hallen vom Hals. Und auch Dinge, die den Ausländerbeirat betreffen, ist man bei Schule, Kultur, Sport los. Er ging an das Sozialamt. Sanierungsfragen werden weiterhin von Armin Bäßler bearbeitet; er ist hier durch seine langjährige Erfahrung unverzichtbar.
Zweite Welle mit den
technischen Diensten
In einer zweiten Welle ist zum 1. Oktober 2008 das Amt für Technische Dienste und Feuerwehrwesen geschaffen worden (neuer Leiter ist Jochen Boger). Dazu gehören der Bauhof, die Kfz-Werkstatt und die Aufgaben der Feuerwehrgerätewarte. Der Bauhof gehörte seither zum Tiefbauamt. Was für eine Stadt von der Größe Vaihingens schon fast als exotisch galt. Die Kfz-Werkstatt und die Feuerwehrgerätewarte, bisher in verschiedenen Ämtern angesiedelt, sind zusammengeführt worden, was die Zusammenarbeit erleichtern soll. Werner: „Alle Mitarbeiter der Werkstatt sind jetzt für alle Geräte und alle Fahrzeuge der Stadt verantwortlich.“ Konsequenz der Umschichtung: Auch die Verwaltungsaufgaben für die Feuerwehr sind an das neue Amt eingegliedert worden (bisher beim Ordnungs-
und Sozialamt). Als Ideallösung hatte man einst im Kopf, den neuen Amtsleiter auch mit der Stelle des ehrenamtlichen Feuerwehrkommandanten zu beglücken, doch auch ohne diese Variante verspricht man sich durch die Neuorganisation eine Entlastung des ehrenamtlichen Kommandanten.
Das Amt für Technische Dienste und Feuerwehrwesen hat im Dezernat 2 unter der Führung von Bürgermeister Wilfried Nestle die Nummer 63 bekommen (Leitung Jochen Boger). Das verkleinerte Tiefbauamt wird weiterhin von Hartmut Helber geführt, der im Sommer jedoch in Ruhestand gehen wird.
Was derzeit noch ein Handicap ist: Es fehlt zum großen Teil die räumliche Nähe. Hier setzt man vor allem auf den Neubau des Technischen Rathauses in der Innenstadt.
Was kommt als Nächstes? Werner brütet derzeit über die Organisation des Bauverwaltungsamtes nach. „Ich bin frei im Denken“, lacht er. „Organisation ist ein dynamischer Prozess.“ Mal sehen, was er sich ausheckt.




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